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Abraham, Charlotte

Geboren: 29.04.1866 in Würzburg
Gestorben: 23.10.1942 in Theresienstadt
Konfession: israelitisch
Beruf: Fachlehrerin für Sprachen
Berufstätig an folgender Schule: Israelitische Volksschule Würzburg
Verfolgung: Charlotte und ihre Schwester Helene wurden am 23. September 1942 ins Ghetto Theresienstadt deportiert, dort starb Charlotte am 23. Oktober 1942 im Alter von 76 Jahren, ihre Schwester am 30. Oktober 1942. Als Todesursache wurde bei beiden in der Todesfallanzeige "Marasmus" (Auszehrung) und "Altersschwäche" angegeben. Die hier angegebenen Todesdaten entsprechen den handschriftlichen Einträgen in den Todesfallanzeigen. In den Erklärungen der Website www.holocaust.cz, auf der die Todesfallanzeigen veröffentlicht sind, werden andere Daten angegeben, für Charlotte der 13. Oktober 1942 und für Helene der 20. Oktober 1942. Auf der Transportliste vom 24. September 1942 (Statistik des Holocaust) ist für Helene handschriftlich der 30. Oktober 1942 eingetragen, für Charlotte der 13. Oktober 1942.
Wohnort: Würzburg
Regierungsbezirk: Unterfranken

(mehr Informationen)
Bemerkungen: Charlotte Abraham war die älteste Tochter des Kaufmannes, Metallwarenhändlers und Weinkommissionärs Albert Abraham und dessen Frau Mathilde, geb. Frank. Sie wuchs mit ihren beiden Geschwistern Helene und Gustav in Würzburg auf. Beide Mädchen wurden Lehrerinnen, Charlotte Fachlehrerin für Sprachen, Helene für Hauswirtschaft, Handarbeit und Zeichnen. Die Schwestern lebten zusammen und unterrichteten beide an der jüdischen Volksschule in Würzburg. Charlotte Abraham war dort viele Jahre lang angestellt, bis sie etwa 1930 in den Ruhestand ging.
Für Charlotte und Helene Abraham wurde in der Friedenstraße 36 in Würzburg ein Stolpertein verlegt.
Charlotte wurde im September 1942 zusammen mit ihrer Schwester Helene nach Theresienstadt deportiert. Beide starben wenige Wochen später, zu den genauen Todestagen im Oktober 1942 gibt es verschiedene Angaben in den Quellen.

Quellen:
  • http://www.statistik-des-holocaust.de/II26-1.jpg
  • http://www.stolpersteine-wuerzburg.de/wer_opfer.php
  • www.holocaust.cz/de/datenbank-der-digitalisierten-dokumenten/dokument/87119-abraham-charlotte-todesfallanzeige-ghetto-theresienstadt
  • Rockenmaier 1993
  • Bundesarchiv Gedenkbuch
  • Strätz 1989

Abraham, Helene

Geboren: 31.05.1867 in Würzburg
Gestorben: 30.10.1942 in Theresienstadt
Konfession: israelitisch
Beruf: Fachlehrerin für Handarbeit und Zeichnen
Berufstätig an folgender Schule: Israelitische Volksschule Würzburg
Verfolgung: Helene und ihre Schwester Charlotte wurden am 23. September 1942 ins Ghetto Theresienstadt deportiert. Dort starb Helene am 30. Oktober 1942 im Alter von 75 Jahren, ihre Schwester am 23. Oktober 1942. Die hier angegebenen Daten stimmen mit den Einträgen auf den über http://www.holocaust.cz veröffentlichten Todesfallanzeigen überein, nicht mit den Angaben in der beigegebenen Erklärung. Auf der Transportliste vom 24. September 1942 (Statistik des Holocaust) ist für Helene handschriftlich der 30. Oktober 1942 eingetragen, für Charlotte der 13. Oktober 1942.
Wohnort: Würzburg
Regierungsbezirk: Unterfranken

(mehr Informationen)
Bemerkungen: Helene Abraham war die mittlere Tochter des Kaufmannes, Metallwarenhändlers und Weinkommissionärs Albert Abraham und dessen Frau Mathilde, geb. Frank. Sie wuchs mit ihren beiden Geschwistern Charlotte und Gustav in Würzburg auf. Beide Mädchen wurden Lehrerinnen, Charlotte Fachlehrerin für Sprachen, Helene für Hauswirtschaft, Handarbeit und Zeichnen. Die Schwestern lebten zusammen und unterrichteten beide an der jüdischen Volksschule in Würzburg, wo Helene Fachlehrerin für Handarbeiten und Zeichnen war. Zudem gab sie seit 1886 Kurse in Hauswirtschaft für Mädchen aus den jüdischen Landgemeinden. Helene ging wie ihre Schwester etwa 1930 in den Ruhestand.
Für Charlotte und Helene Abraham wurde in der Friedenstraße 36 in Würzburg ein Stolpertein verlegt.
Helene wurde im September 1942 zusammen mit ihrer Schwester Charlotte nach Theresienstadt deportiert. Beide starben wenige Wochen später, zu den genauen Todestagen im Oktober 1942 gibt es verschiedene Angaben in den Quellen.

Quellen:
  • Rockenmaier 1993
  • Bundesarchiv Gedenkbuch
  • http://www.holocaust.cz
  • http://www.statistik-des-holocaust.de/II26-1.jpg
  • http://www.stolpersteine-wuerzburg.de/wer_opfer.php
  • Strätz 1989

Adler, Abraham

Geboren: 11.06.1850 in Schwebheim
Gestorben: 23.04.1922 in Leipzig
Titel: Prof. Dr.; Geheimer Hofrat
Beruf: Handelslehrer, Direktor
Berufstätig an folgender Schule: Gewerbeschule Aschaffenburg; Öffentliche Handelslehranstalt Leipzig
Wohnort: Aschaffenburg
Regierungsbezirk: Unterfranken

(mehr Informationen)
Bemerkungen: Abraham Adler besuchte die Israelitische Lehrerbildungsanstalt in Würzburg, studierte anschließend an der Königlichen Polytechnischen Schule (heute TU) München. Nach dem Abschluss des Studiums wurde er von 1870 bis 1873 Handelslehrer an der Gewerbeschule Aschaffenburg. 1873 zog er nach Leipzig, arbeitete dort an der Öffentlichen Handelslehranstalt und promovierte im Herbst desselben Jahres an der Universität Leipzig. Die Dissertation "Ricardo und Carey in ihren Ansichten über die Grundrente" mit 36 Seiten erschien im J.M. Gerhardt´s Verlag.
Kurz darauf wurde er Vizedirektor der Handelslehranstalt. Adler setzte sich nach Kräften für die akademische Ausbildung des kaufmännischen Nachwuchses ein. Er gilt als einer der Initiatoren der 1898 gegründeten Handelshochschule, erstellte das Lehrprogramm für die ersten Studiengänge und wirkte nebenamtlich als stellvertretender Studiendirektor der Hochschule. 1912 übernahm er das Amt des Studiendirektors. Bereits vor Kriegsbeginn war Adler antisemitischen Anfeindungen ausgesetzt, denen zunächst die Studenten der Hochschule noch mit Solidaritätsbekundungen entgegentraten. Ein Eklat bei der Bestattung Adlers zeigt jedoch, wie sehr sich die Stimmung bereits Anfang der 1920er Jahre verschlechtert hatte: Die völkisch gesinnten Verbindungen der Handelshochschule verweigerten ihrem Direktor die letzten Ehrungen.
Abraham Adler war mit Henriette (1853-1901) verheiratet und hatte drei Kinder: Siegfried, Johanna und Emilie.
Weitere Publikationen: "Leitfaden der Volkswirschaftslehre zum Gebrauch an höheren Lehranstalten und zum Selbstunterricht (dritte Auflage), Leipzig 1895

Quellen:
  • Interessengemeinschaft Geschichte der Handelshochschule Leipzig e.V.
  • ancestry.de
  • alemannia judaica
  • Adler 1895
  • Ottensoser/Roberg 1982

Adler, Adolf

Geboren: 01.12.1896 in Roth/Mfr.
Beruf: Seminarist an ILBA
Berufstätig an folgender Schule: 1913-1916 Student an ILBA
Wohnort: Würzburg
Regierungsbezirk: Unterfranken

(mehr Informationen)
Bemerkungen: Adolf Adler wurde am 1. Dezember 1896 in Roth/Mittelfranken geboren. Seine Eltern waren der Hauptlehrer Meier Adler und seine Frau Betty, geb. Nordschild. Adolf studierte von 1913 bis 1916 an der Israelitischen Lehrerbildungsanstalt Würzburg (ILBA).

Quellen:
  • Strätz 1989

Adler, Bernhard (1)

Geboren: 19.08.1900 in Laudenbach/Karlsruhe
Gestorben: Sep 69 in Chicago
Konfession: israelitisch
Beruf: Lehrer, Kantor, Rabbiner
Verfolgung: Aberkennung der Staatsbürgerschaft (bayerische) gem. §§ 1 u. 2 der 11. Verordnung zum Staatsbürgergesetz vom 25. November 1941. Emigration über Zakowi/Jugoslawien 13. September 1937 (mit Marie) oder 5. Mai 1937 (ohne sie), dann anscheinend nach London.
Wohnort: Fürth
Regierungsbezirk: Mittelfranken

(mehr Informationen)
Bemerkungen: Bernhard Adler ist ein Sohn des Laudenbacher Viehhändlers Isaak Adler und dessen Frau Jeanette, geb. Hamburger. Er studierte von 1917 bis 1920 an der Israelitischen Lehrerbildungsanstalt Würzburg (ILBA). Bernhard Adler heiratete am 2. August 1932 in Fürth die Tochter des Fürther Arztes Dr. Josef Hollerbusch, Marie.
Im Jahr 1937 verließen Bernhard und Marie Fürth. Über ihren genauen Fluchtweg existieren unterschiedliche Daten. In den amerikanischen Einwanderungspapieren wird als letzter Wohnort Cakowec in Jugoslawien angegeben. Am 2. Mai 1937 wurde die Tochter Helen in London geboren. Jedenfalls verließ die Familie Europa 1939 von LeHavre in Frankreich aus. An Bord der SS Washington erreichten sie am 6. Januar 1939 New York. Am 15. Mai 1939 ließ Bernhard sich von der Einwanderungsbehörde in Mississippi registrieren, Marie am 27. Oktober. Zu dieser Zeit wohnte die Familie bereits in Columbus, Lowndes, Mississippi. 1940 arbeitete Bernhard Adler dort als Rabbiner, auch im Jahr 1939 hat er bereits in den USA gearbeitet.
Bernhard Adlers Wohnung in der Gabelsbergerstr. 4 in Fürth wurde nach seiner Emigration als "Judenhaus" genutzt, Grete Ballin notierte, dass 1941/42 21 Personen dort gemeldet waren.
Sein letzter Wohnort war Chicago, Cook, Illinois. Bernhard Adler starb im September 1969 in Chicago.

Quellen:
  • Gisela Naomi Blume: www.juedische-fuerther.de
  • ancestry.de
  • Stadtarchiv Fürth
  • Strätz 1989

Adler, Bernhard (2)

Geboren: 07.11.1869 in Gnodstadt
Gestorben: 27.02.1943 in Theresienstadt
Beruf: Lehrer
Berufstätig an folgender Schule: Jüdische Schule Schweinfurt (?)
Verfolgung: Bernhard Adler wurde am 9. September 1942 nach Nürnberg deportiert, von dort am 10. September 1942 ins Ghetto Theresienstadt. Dort starb er am 27. Februar 1943 im Alter von 73 Jahren.
Wohnort: Schweinfurt
Regierungsbezirk: Unterfranken

(mehr Informationen)
Bemerkungen: Bernhard Adler wohnte von 1895 bis 1942 in Schweinfurt. Bernhard Adler wurde zusammen mit Elise Adler, geb. Ledermann 15. Februar 1872 in Oberlauringen, deportiert. Elise Adler starb am 24. Mai 1943.

Quellen:
  • www.statistik-des-holocaust.de
  • Stein 1914
  • Stadtarchiv Schweinfurt
  • Adler 1987

Adler, Betty

Geboren: 11.08.1904 in Hammelburg/Ufr.
Gestorben: 25.08.1948 in Würzburg
Beruf: Sprachlehrerin, Sekretärin
Berufstätig an folgender Schule: Sprachlehrerin bei IKG?
Verfolgung: Betty Adler wurde am 23. September 1942 ins Ghetto Theresienstadt deportiert.
Wohnort: Würzburg
Regierungsbezirk: Unterfranken

(mehr Informationen)
Bemerkungen: Betty Adler lebte ab ca. 1938 in Würzburg und arbeitete als Büroangestellte und Sprachlehrerin. Sie wurde 1942 nach Theresienstadt deportiert, überlebte und kehrte nach Würzburg zurück. Dort starb sie drei Jahre später am 25. August 1948 mit nur 44 Jahren.
In der Liste der Überlebenden aus den Archiven des "World Jewish Congress" in Ancestry.com wird sie als Überlebende von Auschwitz geführt.

Quellen:
  • ancestry.de
  • Strätz 1989

Adler, Fanny

Geboren: 15.09.1920 in Fürth
Gestorben: in Izbica (?)
Beruf: Erzieherin
Berufstätig an folgender Schule: Israelitisches Waisenhaus Fürth
Verfolgung: Fanny Adler wurde am 24. März 1942 zusamen mit ihren Eltern Karoline und Jakob ins Ghetto Izbica deportiert und ermordet.
Wohnort: Fürth
Regierungsbezirk: Mittelfranken

(mehr Informationen)
Bemerkungen: Fanny Adler war die Tochter des Fürther Kantors und Kultusbeamten Jakob Adler und seiner Frau Karoline, geb. Koschland. Fanny arbeitete als Erzieherin im Israelitischen Waisenhaus Fürth. Sie wurde zusammen mit ihren Eltern deportiert und ermordet.

Quellen:
  • Bundesarchiv Gedenkbuch
  • Gisela Blume: Memorbuch der Fürther Juden
  • http://statistik-des-holocaust.de

Adler, Herbert

Konfession: israelitisch
Beruf: Religionslehrer, Schächter, Kantor
Wohnort: Demmelsdorf (heute Ortsteil der Stadt Schesslitz)
Regierungsbezirk: Oberfranken; Unterfranken (?)

(mehr Informationen)
Bemerkungen: Bewerbung als Religionslehrer, Schächter und Kantor 1933/34 in Demmelsdorf (evtl. wurde er nicht genommen?). Evtl. gleiche Person wie in Würzburg; von April 1934 bis November 1938 kam ein Lehrer Herbert Adler aus Ermershausen nach Maroldsweisach, er war Religionslehrer in Ermershausen, emigrierte Anfang November 1938 (selbe Person?).

Quellen:
  • alemannia judaica
  • CAHJP

Adler, Herbert (2)

Geboren: 26.08.1912 in Wiesenfeld/Ufr.
Gestorben: 04.12.2002 in San Mateo/Kalifornien
Konfession: israelitisch
Beruf: Lehrer
Wohnort: Ermershausen
Regierungsbezirk: Unterfranken

(mehr Informationen)
Bemerkungen: Herbert Adler war der Sohn des Kaufmanns Louis Adler und seiner Frau Babette, geb. Freudenthal. Er studierte von 1930 bis 1933 an der Israelitischen Lehrerbildungsanstalt (ILBA) in Würzburg. Letzter Wohnort in Deutschland war Ermershausen. Herbert Adler verließ Deutschland kurz vor den Novemberpogromen 1938. In Hamburg schiffte er sich auf die SS Washington ein und erreichte New York am 11. November 1938. Adler zog nach San Francisco und diente während des Krieges in der US Army. Letzter Wohnort war San Mateo in Kalifornien. Am 4. Dezember 2002 starb Herbert Adler. Er wurde auf dem Veteranenfriedhof Skylawn Memorial Park in San Mateo beigesetzt.
Selbe Person wie Herbert Adler in Demmelsdorf?

Quellen:
  • ancestry.de
  • Strätz 1989

Adler, Leo

Geboren: 19.11.1903 in München
Beruf: Volksschullehrer
Verfolgung: Leo Adler wurde nach §3 des BBG wegen seiner jüdischen Abstammung in den Ruhestand versetzt.
Wohnort: München
Regierungsbezirk: Oberbayern

(mehr Informationen)
Bemerkungen: Ausbildung (?) an der Lehrerbildungsanstalt Cochstätt (Cochstedt?).

Quellen:
  • Schäffer 2001
  • StAM

Adler, Max

Geboren: 24.03.1894 in Bad Brückenau/Ufr.
Gestorben: 25.11.1941 in Kaunas
Konfession: israelitisch
Titel: Hauptlehrer
Beruf: Lehrer
Berufstätig an folgender Schule: Jüdische Schule München
Verfolgung: Max Adler war von 10. November bis 13. Dezember 1938 im KZ Dachau inhaftiert. Er wurde am 20. November 1941 mit seiner Frau Else und dem Sohn Raphael nach Kaunas deportiert und am 25. November 1941 ermordet.
Wohnort: München
Regierungsbezirk: Oberbayern

(mehr Informationen)
Bemerkungen: Max Adler durchlief eine Ausbildung zum Lehrer an der Israelitischen Präparandenschule Burgpreppach und der Israelitischen Lehrerbildungsanstalt (ILBA) in Würzburg, die er 1913 mit Examen beendete. Von 1914 bis 1918 musste er Kriegsdienst leisten. Anschließend war er bis 1920 in Gochsheim und dann bis 1924 in Altenmuhr als Lehrer tätig. In Leipzig absolvierte er eine rabbinische Ausbildung. 1925 wurde er an die neu gegründete jüdische Volksschule der orthodoxen Gemeinde Ohel Jakob nach München berufen. Er war Mitglied im Vorstand der israelitischen Kultusgemeinde und aktiv im Bayerischen Israelitischen Lehrerverein. In der Nr. 45 des Jüdischen Echo erschien am 6. November 1925 folgende Anzeige: "Die Geburt eines gesunden Jungen zeigen hocherfreut an Max Adler und Frau Else, geb. Blatt, München, Pfarrstr. 7".

Quellen:
  • DJE 1925
  • Bundesarchiv Gedenkbuch
  • KZ-Gedenkstätte Dachau
  • StAM
  • http://statistik-des-holocaust.de
  • Strätz 1989
  • Stadtarchiv München

Adler, Nathan

Geboren: 18.11.1879 in Burgpreppach
Gestorben: Feb 42 in Riga-Jungfernhof
Konfession: israelitisch
Titel: Hauptlehrer
Beruf: Volksschullehrer
Berufstätig an folgender Schule: Gewerbliche Fortbildungsschule Ansbach, Israelitische Bekenntnisschule Adas Israel Nürnberg
Verfolgung: Nathan Adler gelang es, seine Kinder nach Palästina emigrieren zu lassen. Er selbst wurde mit seiner Frau Mirjam am 29. November 1941 nach Riga-Jungfernhof deportiert und dort getötet.
Wohnort: Nürnberg
Regierungsbezirk: Mittelfranken, Oberbayern

(mehr Informationen)
Bemerkungen: Nathan Adler stammte aus Burgpreppach, wo er seine Lehrerausbildung an der Israelitischen Präparandenschule begann. Er war von 1901 bis 1904 als Lehrer für die Elementarfächer in der Vorschule der Israelitischen Realschule Fürth angestellt. Von 1904 bis 1924 war er Lehrer in Ansbach, davon zehn Jahre lang auch an der Gewerblichen Fortbildungsschule. Ab 1924 unterrichtete er an der Israelitischen Bekenntnisschule Adas Israel in Nürnberg. Beging 1938 sein vierzigjähriges Amtsjubiläum in Nürnberg. Adler war mit Mirjam, geb. Rothschild, verheiratet. Adler war Schriftführer des Ansbacher Bezirkslehrervereins und trat als Referent bei Tagungen des Jüdischen Lehrervereins auf. Mehrfach publizierte er in der pädagogischen Beilage der Zeitung "Der Israelit". Offensichtlich gab es mehrere Personen mit demselben Namen. Claudia Prestel nennt einen Nathan Adler, der als Lehrer an der Jüdischen Volksschule der Ohel Jakob Gemeinde in München angestellt war und vorher Lehrer in Ansbach gewesen sei. Bei der Recherche muss die Identität stets kontrolliert werden.

Quellen:
  • Stadtarchiv Fürth
  • alemannia judaica
  • Bundesarchiv Gedenkbuch
  • CAHJP
  • Prestel 1985
  • Rijo

Albrecht, Aron

Geboren: 12.12.1885 in Heubach, Kreis Schlüchtern
Gestorben: in Piaski (?)
Berufstätig an folgender Schule: Jüdische Schule München
Verfolgung: Aron Albrecht war von 14. November bis 21. Dezember 1938 im KZ Dachau inhaftiert. Am 4. April 1942 wurde er ins Ghetto Piaski deportiert, dort ist er verschollen.
Wohnort: München
Regierungsbezirk: Oberbayern

(mehr Informationen)
Bemerkungen: Aron Albrecht stammte aus Heubach im Landkreis Schlüchtern in Hessen, heute gehört der Ort zum Landkreis Fulda und grenzt an den unterfränkischen Landkreis Bad Kissingen. 1938 war er ledig und kinderlos. Albrecht war Lehrer an der Merianschule in Frankfurt am Main, 1940 unterrichtete er an der Jüdischen Schule München, dort ist er 1941 ausgeschieden. Aron Albrecht war ledig.

Quellen:
  • http://statistik-des-holocaust.de
  • alemannia judaica
  • Stadtarchiv München
  • Bundesarchiv Gedenkbuch
  • KZ-Gedenkstätte Dachau

Andorn, Hans

Geboren: 07.08.1903 in Hattingen
Gestorben: 26.02.1945 in Bergen-Belsen
Konfession: israelitisch
Titel: Dr. phil.
Beruf: Rabbiner, Religionslehrer
Berufstätig an folgender Schule: Humbold-Realgymnasium Karlsruhe, Nürnberg?
Verfolgung: Aus Nürnberg floh Hans Andorn mit seiner Familie am 26. September 1938 nach Den Haag. Dadurch entging er der Deportation der männlichen Nürnberger Juden ins Konzentrationslager Dachau während der reichsweiten Judenpogrome im November 1938. In Den Haag arbeitete er als Rabbiner der liberalen jüdischen Gemeinde. Nach der Besatzung der Niederlande durch die deutschen Truppen im Mai 1940 musste die Familie in die holländische Stadt Zwolle übersiedeln. Die jüdische Gemeinschaft Zwolle wurde 1943 in das KZ Westerbork deportiert. Von dort kam die Familie im Januar 1944 in ein Austauschlager für Juden des Konzentrationslagers Bergen-Belsen. Hans Andorn starb dort am 26. Februar 1945 im Alter von 41 Jahren an Entkräftung und Unterernährung. Seine Frau Charlotte und die elfjährige Tochter Susanne wurden aus einem Evakuierungszug befreit und emigrierten später nach Argentinien. Hans´ Vater Meier Andorn wurde 1942 mit seiner zweiten Frau Anna nach Theresienstadt deportiert und ermordet.
Wohnort: Nürnberg
Regierungsbezirk: Mittelfranken

(mehr Informationen)
Bemerkungen: Hans Andorn wurde 1903 als ältester Sohn des Kantors und Elementarlehrers Meier Andorn in Hattingen im Ruhrgebiet geboren. Er besuchte dort die Israelitische Volksschule, an der sein Vatter unterrichtete und anschließend das Hattinger Realgymnasium, das er 1922 mit der Hochschulreife verließ. Zunächst ging er ins benachbarte Essen um in einer Bank zu arbeiten. Ab 1925 studierte Andorn an den Universitäten in Berlin und Gießen Philosophie, Geschichte und Orientalia. Gleichzeitig begann er in Berlin die Rabbinerausbildung an der Hochschule für die Wissenschaft des Judentums. 1929 legte Andorn in Gießen seine Promotionsprüfung ab. 1932 heiratete er in Witten die Gesangslehrerin Charlotte Mayer, die Tochter des Kantos und Lehrers Max Mayer, der ein enger Freund von Hans Andorns Vater war. Andorn erhielt in Karlsruhe seine erste Anstellung als Rabbiner und Religionslehrer der liberalen jüdischen Gemeinde in der Kronenstraße. Er gab am Humbold-Realgymnasium Religionsunterricht. Am 15. Juni 1934 trat Andorn die Nachfolge des Nürnberger Rabbiner Dr. Max Freudenthal an. Im September wurde er nach Den Haag berufen. Eine ausführliche Biographie wurde 2005 von Thomas Weiß und dem Stadtarchiv Hattingen veröffentlicht.

Quellen:
  • Lesser 2006, in: Gedenkbuch für die Karlsruher Juden
  • Weiß 2005
  • Rijo
  • Bundesarchiv Gedenkbuch

Angermann, geb. Rothbart, Alice

Geboren: 10.05.1904
Beruf: Privatmusiklehrerin
Wohnort: München
Regierungsbezirk: Oberbayern

(mehr Informationen)
Bemerkungen: Alice Angermann hat in München überlebt.

Quellen:
  • Stadtarchiv München

Argasi, Israel

Gestorben: 1925 in Berlin
Konfession: israelitisch
Berufstätig an folgender Schule: Hebräische Sprachschule München
Wohnort: München
Regierungsbezirk: Oberbayern

(mehr Informationen)
Bemerkungen: Israel Argasi stammte aus Palästina. Als Sprachlehrer hielt er Ende 1924/Anfang 1925 Hebräischkurse für die Israelitische Kultusgemeinde München im Klublokal der Z.O.G. Ottostraße 2/0 ab. Die Kurse fanden abends statt. Anfang 1925 hierlt er einen Vortragszyklus über "Palästina, das Land und seine Geschichte". Argasi sei "mit Herz und Seele Palästinenser" gewesen, schreibt Dr. Max Mayer, der ab Frühjahr 1925 die Sprachkurse an der Hebräischen Sprachschule in München übernahm, in seinem Nachruf. Seine Begeisterung für das neue aufblühende Leben in Erez Israel habe ihn völlig erfüllt. Er nennt Argasi einen "feurigen Vorkämpfer für die Wiederbelebung des Hebräischen als gesprochene Umgangssprache". Mit seinem ungebrochenen Optimismus habe er seine Schüler für die jüdische Sache begeistert. Argasi starb im Alter von 26 Jahren an einer schweren Lungenentzündung in Berlin.

Quellen:
  • DJE 1925

Auerbach, Sigmund Seligman

Konfession: israelitisch
Titel: Dr.
Beruf: Schuldirektor, Rabbiner
Berufstätig an folgender Schule: Israelitische Bürgerschule Fürth
Wohnort: Fürth

(mehr Informationen)
Bemerkungen: Sigmund Seligman Auerbach war bis 1873 Direktor der Fürther Israelitischen Bürgerschule. 1873 wurde er Rabbiner in Halberstadt.

Quellen:
  • Gisela Blume: Memorbuch der Fürther Juden

Aufseeser, Adolf

Gestorben: 1916 in ? (gefallen)
Beruf: Lehrer
Berufstätig an folgender Schule: Religionsschule der IKG Adelsdorf
Wohnort: Adelsdorf
Regierungsbezirk: Oberfranken (bis 1972), Mittelfranken (ab 1972)

(mehr Informationen)
Bemerkungen: Adolf Aufseeser war in Adelsdorf wohl von 1913 bis 1915 Lehrer. Adelsdorf gehörte bis 1972 zum Landkreis Höchstadt/Aisch in Oberfranken, heute zum Landkreis Erlangen/Höchstadt in Mittelfranken.

Quellen:
  • StAB

B

Bach, Senta (Centa)

Geboren: 18.05.1890 in München
Gestorben: 25.11.1941 in Kaunas
Beruf: Sprachlehrerin
Verfolgung: Senta Bach wurde am 20. November 1941 nach Kaunas deportiert und am 25. November 1941 im Alter von 51 Jahren im IX. Fort ermordet.
Wohnort: München
Regierungsbezirk: Oberbayern

(mehr Informationen)

Quellen:
  • Stadtarchiv München
  • Rijo
  • Bundesarchiv Gedenkbuch
  • StAM

Bacharach, Ella

Beruf: Erzieherin
Berufstätig an folgender Schule: Waisenhaus Fürth
Wohnort: Fürth
Regierungsbezirk: Mittelfranken

(mehr Informationen)
Bemerkungen: Ella Bacharach war von 1909 bis 1911 Erzieherin im Waisenhaus Fürth.

Quellen:
  • CAHJP

Bacharach, Isaak

Geboren: 2.12.1854 in Seligenstadt
Gestorben: 22.09.1942 in Theresienstadt
Konfession: israelitisch
Titel: Dr., Professor
Beruf: Mathematiker, Reallehrer, Konrektor
Berufstätig an folgender Schule: Technikum Nürnberg
Verfolgung: Dr. Bacharach wurde am 30. März 1939 zwangsweise in das "Judenhaus" in der Bucher Str. 17 umgesiedelt. Nach der Deportation seines Sohnes Emil und der Schwiegertochter am 29. November 1941 nach Riga-Jungfernhof wurde Bacharach am 21. Dezember 1941 im jüdischen Schwesternwohnhem Wielandstr. 6 untergebracht. Am 10. September 1942 wurde Prof. Bacharach mit 87 Jahren ins Ghetto Theresienstadt deportiert. Er starb dort 12 Tage später, am 22. September 1942.
Wohnort: Nürnberg

(mehr Informationen)
Bemerkungen: Dr. Isaak Bacharach stammte aus Seligenstadt in Hessen. Er besuchte vier Jahre die Volksschule, war vom 10. bis 14. Lebensjahr in der Lehr- und Erziehungsanstalt Pfungstadt, besuchte anschließend für ein Jahr das Realprogymnasium in Seligenstadt und anschließend drei Jahre das Humanistische Gymnasium in Darmstadt. 1873 trat er für ein Jahr in das Darmstädter Polytechnikum ein. Er studierte in Leipzig und München.
1877 bestand er die Lehramtsprüfung und arbeitete anschließend für ein Jahr an der Kreisrealschule Würzburg als Assistent. Ab 16. Oktober 1878 war er Lehramtsverweser, und ab 16. Dezember 1879 Reallehrer für Mathematik und Physik.
Seine Frau Pauline, am 10. Nvember 1860 geborene Rosenthal, stammte aus Fürth. Seine Kinder Maria und Emil wurden am 20. September 1885 bzw. 19. September 1887 geboren.
Er betrieb weiterhin seine Studien, war Mitglied der Erlanger „Societas Medi-co-physica" und veröffentlichte zwischen 1875 und 1880 mehrere Arbeiten; 1880 legte er die Spezialprüfung ab, promovierte 1881 in Erlangen und wurde am 1. September 1896 Professor für Mathematik und Physik an der Kgl. Industrieschule in Nürnberg. In Nürnberg lebte Bacharach von 1896 bis 1939. 1935 war er im Nürnberger Adressbuch als "Konrektor am Technikum, Friedrichstr. 66, 1. Sp." zu finden. Er war in Nürnberg zusätzlich Konservator für die Physikalischen Sammlungen und wurde am 1. Oktober 1910 Konrektor. Er bekam viele Auszeichnungen. Am 1. Februar 1920 trat er in den Ruhestand.
Am 17. Januar 1931 starb seine Frau. Sein Sohn und dessen Frau Dora wurden 1941 nach Jungfernhof deportiert und sind verschollen. Deren Kinder waren schon früher emigriert. Die Tochter starb 1942 in Nürnberg. Er selber starb 12 Tage nach seiner Deportation nach Theresienstadt.

Quellen:
  • http://statistik-des-holocaust.de
  • Bundesarchiv Gedenkbuch
  • Lowenstein 1996
  • Rieger/Jochem 2010

Bacharach, Max

Geboren: 23.03.1854 in Osterberg bei Illertissen/Schwaben
Gestorben: 15.09.1922 in Würzburg
Titel: Dr., Studienprofessor
Beruf: Gymnasiallehrer
Berufstätig an folgender Schule: Kreisrealschule, später Oberrealschule Würzburg
Wohnort: Würzburg
Regierungsbezirk: Oberfranken

(mehr Informationen)
Bemerkungen: Dr. Max Bacharach war Gymnasiallehrer und unterrichtete ab 1878 an der Kreisrealschule (später Oberrealschule) Würzburg Mathematik und Physik. Er war mit Therese, geb. Rosenbaum verheiratet und bekam mit ihr zwischen 1885 und 1890 fünf Kinder: Moritz, Alfred, Otto, Wilhelm und Ida. Die Familie wohnte in der Alleestr. 16 in Würzburg. Am 3. Juli 1894 starb Therese. Die Kinder waren jetzt zwischen 3 und 9 Jahren alt. Nach zwei Jahren heiratete Max Bacharach im pommerschen Stettin die Lehrertochter Eugenie Victor. 1915 starb der jüngste Sohn Wilhelm, nachdem er als Kriegsteilnehmer in Serbien an der Ruhr erkrankt war. Max Bacharach ging 1919 in den Ruhestand. Er starb am 15. September 1922 in Würzburg. Eugenie starb am 27. Juli 1925. Zumindest den beiden Söhnen Alfred und Otto gelang die Emigration.

Quellen:
  • Strätz 1989

Bachrach, Henny

Beruf: Erzieherin
Wohnort: Fürth
Regierungsbezirk: Mittelfranken

(mehr Informationen)
Bemerkungen: Henny Bacharach lebte 1935 als Erzieherin in Fürth.

Quellen:
  • Stadtarchiv Fürth

Baedeker, Frieda

Geboren: 24.01.1881 in Essen
Wohnort: München
Regierungsbezirk: Oberbayern

(mehr Informationen)
Bemerkungen: Frieda Baedeker hat ein Lehrerinnenseminar für höhere Töchter besucht. Vermutlich war sie nicht jüdischer Konfession, hatte aber zwei jüdische Großeltern.

Quellen:
  • StAM

Baerwald, geb. Blumenthal, Jenny

Geboren: 09.07.1886 in Breslau
Konfession: israelitisch
Berufstätig an folgender Schule: Jüdische Mädchenschule Wolfratshausen
Verfolgung: Jenny Baerwald emigrierte 1940 zusammen mit ihrem Mann, dem Rabbiner Dr. Leo Baerwald in die USA.
Wohnort: München
Regierungsbezirk: Oberbayern

(mehr Informationen)
Bemerkungen: Jenny Baerwald war die Ehefrau des Münchner Rabbiners Dr. Leo Baerwald und Vorsitzende des Jüdischen Frauenbundes in München. Sie wird von Kirsten Jörgensen als eine der Mitbegründerinnen der Jüdischen Mädchenschule Wolfratshausen genannt.

Quellen:
  • Jörgensen/Krafft 2009

Baerwald, Leo

Geboren: 20.09.1883 in Saaz/Böhmen
Gestorben: 08.04.1970 in New York
Konfession: israelitisch
Titel: Dr.
Beruf: Rabbiner, Religionslehrer
Verfolgung: War im November 1938 im Konzentrationslager Dachau inhaftiert. 1940 gelang die Flucht in die USA.
Wohnort: München
Regierungsbezirk: Oberbayern

(mehr Informationen)
Bemerkungen: Leo Baerwald stammte aus Böhmen und war mit seiner Familie 1898 als Fünfzehnjähriger nach München gezogen. Bis 1902 besuchte er das Wilhelmsgymnasiums im Münchener Lehel. Anschließendd studiert Baerwald in Erlangen, wo er 1905 über ein Thema der Psychologie promovierte. Seine Rabbinerausbildung erlangte er am Jüdisch-Theologischen Seminar in Breslau. 1911 trat er seine erste Stelle als Rabbinatssubstitut in München an. Ab September 1914 war Dr. Leo Baerwald Feldrabbiner der Bayerischen Armee. Nach dem Tod des Rabbiners Cosman Werner Berufung zum Gemeinderabbiner der liberalen jüdischen Gemeinde München. Zu seinen Aufgaben gehörte neben der Seelsorge auch die Erteilung von Religionsunterricht. Zusammen mit dem Präsidenten des Rates im Verband Bayer. Isr. Gemeinden, Dr. Alfred Neumeyer, und dem Präsidenten der Tagung des Reichsverbandes der jüdischen Lehrervereine in München vom 26. bis 28. Dezember 1927, Landgerichtsrat Prof. Dr. Wilhelm Silberschmidt, und anderen veröffentlichte er ein Grußwort an die jüdischen Lehrer in der Bayerischen Israelitischen Gemeindezeitung vom 13. Dezember 1927: "Den jüdischen Lehrern des Reiches zum Gruß!" Die Israelitische Kultusgemeinde München dankte Leo Baerwald vor seiner Emigration im März 1940 für seine großen "Segnungen, die sie durch drei Jahrzehnte von Ihnen erfahren hat in Gottesdienst und Seelsorge in Schule, Wohlfahrt und Verwaltung". In letzter Minute gelang Baerwald noch 1940 die Flucht nach New York, wo er als Rabbiner der Gemeinde Beth Hillel tätig war. Er erhielt 1965 den Bayerischen Verdienstorden.

Quellen:
  • Stadtarchiv München: Beth ha-Knesseth 1999
  • Compact Memory
  • Macek 2008
  • Paul Lazarus Stiftung
  • Leo Baeck Institue Archives
  • Bauer/Brenner 2006

Baier, NN

Beruf: Lehrer
Berufstätig an folgender Schule: Religionsschule der IKG Adelsdorf
Wohnort: Adelsdorf
Regierungsbezirk: Oberfranken (heute Mittelfranken)

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Bemerkungen: Ein Lehrer Baier war wohl zwischen 1920 und 1932 Lehrer in Adelsdorf. Adelsdorf gehörte bis 1972 zum Landkreis Höchstadt/Aisch in Oberfranken, heute zum Landkreis Erlangen/Höchstadt in Mittelfranken.

Quellen:
  • StAB
  • Fleischmann 1996

Bamberger, Bernhard (Seligmann Baer; Yizhak Dov)

Geboren: 04.02.1902 in Nürnberg
Gestorben: 1970er Jahre (?) in Jerusalem
Beruf: Seminarlehrer, Deutschlehrer
Berufstätig an folgender Schule: Israelitische Lehrerbildungsanstalt Würzburg (ILBA)
Verfolgung: Bernhard Bamberger emigrierte im Juli 1933 nach Palästina.
Wohnort: Würzburg
Regierungsbezirk: Unterfranken

(mehr Informationen)
Bemerkungen: Bernhard Bamberger war der Sohn des Nürnberger Lehrers Isaak Bamberger. Er wurde 1928 zunächst Studienreferendar und dann Seminarlehrer der Israelitischen Lehrerbildungsanstalt Würzburg (ILBA). Nach der Emigration wurde er Beamter im Israelischen Ministerium für Erziehung. Die Schwester seiner Frau Esther, geb. Dym, war verheiratet mit dem Rabbiner und Seminarlehrer an der ILBA Yekutiel Jakob Neubauer.

Quellen:
  • Strätz 1989

Bamberger, Isaak

Geboren: 22.03.1874 in Niederhagenthal
Gestorben: 1950 in Jerusalem
Konfession: israelitisch
Titel: Dr. phil., Hauptlehrer
Beruf: Lehrer, Schulleiter
Berufstätig an folgender Schule: Jüdische Volksschule Adas Israel Nürnberg
Wohnort: Burgkunstadt
Regierungsbezirk: Oberfranken, Mittelfranken

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Bemerkungen: Isaak Bamberger studierte im Wintersemester 1902 an der Universität Zürich Philosophie und Pädagogik (selbe Person?). Evtl. studierte er auch an der Israelitischen Lehrerbildungsanstalt in Würzburg (es gab dort einen Isac Bamberger aus Sennheim - in der Recherche ist zu prüfen, ob es sich um dieselbe Person handelt). Er wurde zunächst Lehrer in Burgkunstadt. Isaak Bamberger war mit Sara, geb. Tachauer verheiratet und bekam am 4. Februar 1902 in Nürnberg einen Sohn: Bernhard (Selimann Bär, später Yizhak Dov). Im Schuljahr 1904/05 wird I. Bamberger im Verzeichnis der hauptamtlichen Lehrer der Israelitischen Realschule Fürth als Vorschullehrer geführt. 1920 übernahm er die Leitung der Israelitischen Volksschule Nürnberg. War Mitglied des Verbandsvorstandes des Reichsverbands der Jüdischen Lehrervereine. Lt. Bekanntgabe vom 2. März 1922 wurde Dr. Isaak Bamberger in die Gemeindevertretung der Nürnberger Kultusgemeinde gewählt. Er war stellvertretender Vorsitzender des jüdischen Gemeindeverbands Bayern. 1935 hat Bamberger den Vorsitz bei der Konstituierung des Bayerischen Gruppenverbands der ZVfD (Zionisten). Sein Sohn Bernhard wurde Seminarlehrer in Würzburg. Bei Recherche genau auf Identifizierung der richtigen Person achten: es gab noch einen zweiten Isaak Bamberger mit fast dem gleichen Geburtsdatum: 24.3.1874 in Lengau/Schweiz)! Bei Biographie-Erstellung sollten Identität, Familienzusammenhänge und Wohnorte zweifelsfrei geklärt werden.

Quellen:
  • rijo homepage
  • Strätz 1989
  • Jüdische Schulzeitung 1934
  • CAHJP
  • Das jüdische Echo 1922
  • Prestel 1985

Bamberger, Seligmann Bär I

Geboren: 06.11.1807 in Wiesenbronn/Kitzingen
Konfession: israelitisch
Beruf: Rabbiner, Seminardirektor
Berufstätig an folgender Schule: Israelitische Lehrerbildungsanstalt (ILBA)
Wohnort: Würzburg
Regierungsbezirk: Unterfranken

(mehr Informationen)
Bemerkungen: Rabbi Seligmann Baer Bamberger war Gründer und von 1864 bis 1878 Direktor der Israelitischen Lehrerbildungsanstalt (ILBA).

Quellen:
  • Hellmann 1982
  • ILBA 1982

Banasch, Clara

Geboren: 03.12.1859 in Breslau/Schlesien
Beruf: Privatlehrerin
Wohnort: München
Regierungsbezirk: Oberbayern

(mehr Informationen)
Bemerkungen: Clara Banasch hat das Lehrerinnenseminar in Breslau besucht.

Quellen:
  • Stadtarchiv München
  • StAM

Banda, David

Konfession: israelitisch
Beruf: Religionslehrer und Schächter
Berufstätig an folgender Schule: Religionsschule Demmelsdorf
Wohnort: Demmelsdorf (heute Ortsteil der Stadt Schesslitz)
Regierungsbezirk: Oberfranken

(mehr Informationen)
Bemerkungen: David Banda war von 1924 bis 1926 Lehrer in Niederwerrn, dann bis 1934 Religionslehrer in Demmelsdorf.

Quellen:
  • Stadtarchiv Bamberg
  • CAHJP

Bär, geb. Plaut, Ilse

Geboren: 03.05.1908 in Fürth
Gestorben: in Izbica (?)
Konfession: israeitisch
Beruf: Gymnasiallehrerin
Verfolgung: Ilse Bär wurde im Alter von 33 Jahren zusammen mit ihrem Ehemann Oskar am 24. März 1942 von Fürth ins Ghetto Izbica deportiert und ermordet.
Wohnort: Fürth
Regierungsbezirk: Mittelfranken

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Bemerkungen: Ilse Plaut war eine Tochter des Fürther Kaufmanns Simon Plaut und seiner Frau Cäcilie. Ilse war noch unter ihrem Mädchennamen Gymnasiallehrerin in Fürth. Sie heiratete am 22. Dezember 1941, drei Monate bevor sie deportiert wurde, Oskar Bär. Ilses Vater hatte eine Schwester, Johanna Plaut, verheiratete Großmann. Mit deren Sohn Karl, ihrem Cousin, verband Ilse eine Freundschaft. Johanna Großmann war mit einem evangelischen Mann verheiratet, und auch ihre Kinder wurden getauft und wuchsen protestantisch auf. Während der NS-Zeit wurde auch Karl interniert. Nach der Befreiung vom Nationalsozialismus benannte er seine Tochter nach der ermordeten Cousine: Ilse. Ilse Großmann wurde auch Lehrerin.

Quellen:
  • Gisela Blume: Memorbuch der Fürther Juden
  • http://statistik-des-holocaust.de
  • Ilse Großmann 2017
  • Bundesarchiv Gedenkbuch

Bar-Chai, geb. Bergmann, Jerachmiel (Gottlieb)

Geboren: 13.09.1909 in Jerusalem
Gestorben: 1992
Konfession: israelitisch
Beruf: ILBA-Student, Lehrer
Verfolgung: Jerachmiel Bar-Chai wurde 1933 aus der staatlichen Lehrerbildung gedrängt und konnte die Ausbildung nicht abschließen.
Wohnort: Nürnberg
Regierungsbezirk: Mittelfranken

(mehr Informationen)
Bemerkungen: Jerachmiel Bar-Chai (auch: Gottlieb Bergmann) war der Sohn des Jerusalmer Rabbiners Chaim Jehuda Bergmann und ein Ururenkel des aus Heidenheim stammenden Rabbiners Lazarus Bergmann. Seine Eltern waren Chaim Jehuda Bergmann (1886-1944) und Mirjam, geb. Minzberg (1890-1958). Der Vater wirkte zeitweise als Lehrer in Großostheim/Ufr. und Nürnberg. Jerachmiel wuchs mit fünf Geschwistern auf: Schlomo (Min-Hahar), Mordechai, Avraham Bartura (auch: Elazar Bar Tora) (urspr. Bergmann), Riwka Cohen (geb. Bergmann), und einer bei geni.com mit späterem Familiennamen "Agassi" genannten Person. Er besuchte in Nürnberg die Volksschule und in Nürnberg und Fürth die Realschule.
Von 1927 bis 1930 studierte Jerachmiel an der Israelitischen Lehrerbildungsanstalt (ILBA) in Würzburg. Er machte dort den Abschluss im gleichen Jahr wie sein Bruder Avraham. Nach dem Studium arbeitete er als Lehrer in Hoffenheim/Baden, Karlsruhe und Plauen/Vogtland, danach war er auch Schulpraktikant in Nürnberg (isr. Volksschule oder städtische Schule???). Nach Machtantritt der Nationalsozialisten wurde er aus der staatlichen Lehrerbildung ausgeschlossen und konnte seine Ausbildung nicht vollenden. So machte er ab 1933 eine einjährige landwirtschaftliche Umschulung um nach Palästina zurückkehren zu können. Vor der Emigration wohnte er zuletzt in Nürnberg in der Frauentormauer 42. 1933/34 ging er zunächst zur Umschulung nach Grusenheim/Kollmar im Elsaß, danach zurück nach Palästina.
1934 kehrte er zu seiner Familie nach Jerusalem zurück. Er diente in der Haganah, war zweieinhalb Jahre lang im Polizeidienst und später in der Israelischen Armee. Als Lehrer arbeitete er wieder in Tiberias, Kefar Saba und Ramat Gan. 1935 heiratete er in Jerusalem seine erste Frau. Mit ihr hatte er zwei Kinder, Nathan Zwi (geb. 1936 in Jerusalem, Landwirt) und Jehoschua (geb. 1938). 1945 heiratete er nach Scheidung zum zweiten Mal.
In Bay HStA MK 49570 ist ein langer Streit um "Wiedergutmachung" dokumentiert, mit ausführlichen Angaben zum Werdegang. Hier wird ein Bericht von Emanuel Heß, dem Schulleiter der Bekenntnisschule "ADAS Israel" zitiert, in dem am 3. März 1933 berichtet worden sei, dass Bar Chai "freiwillig" aus dem Lehrerberuf ausgeschieden sei, um Tüncher zu werden; er selbst bezeugt, dass er nicht bei ADAS Israel, sondern bei einer städtischen Schule als Praktikant eingesetzt und dann 1933 aus dem Schuldienst gedrängt worden sei. Danach habe er die Umschulung gemacht, um emigrieren zu können.
Jerachmiel Bar-Chai hat 13 Jahre lang in Deutschland gelebt. Dazu schreibt er 1982 in einem Fragebogen: "Aber die Lehrerausbildung im Lehrerseminar in Würzburg pflanzte in mir den Willen, mein ganzes Leben der Erziehung von Jugend [!] zu widmen. Und so bin ich bis zur Erreichung des Ruhestandes Lehrer von Jugend und Erwachsene[n] geblieben. Diese 13 Jahre - und vor allem das Studium im Lehrerseminar in Würzburg - wirkten auf mich so sehr, daß man mir heute noch meine deutsche Ausbildung auf der Nasenspitze erkennt.", (zitiert nach Strätz 1989, S. 732).
Laut myheritage.de ist Jerachmiel Bar-Chai 1992 gestorben.

Quellen:
  • wikipedia.org
  • geni.com
  • myheritage.de
  • Strätz 1989
  • BayHStA MK 49570
  • Ottensoser/Roberg: ILBA

Bartura, geb. Bergmann, Avraham

Geboren: 12.09.1907 in Jerusalem
Gestorben: 1985 in Jerusalem
Konfession: Israelitisch
Beruf: ILBA-Student, Lehrer, Schriftsteller
Wohnort: Würzburg
Regierungsbezirk: Unterfranken

(mehr Informationen)
Bemerkungen: Avraham Bartura war der Sohn des Jerusalmer Rabbiners Chaim Jehuda Bergmann (1886-1944) und ein Ururenkel des aus Heidenheim stammenden Rabbiners Lazarus Bergmann. Der Lehrer Jerachmiel Bar-Chai (auch: Gottlieb Bergmann) ist sein Bruder. Seine Mutter war Mirjam, geb. Minzberg (1890-1958). Der Vater wirkte zeitweise als Rabbiner in Großostheim/Ufr. und Nürnberg. Avraham wuchs mit fünf Geschwistern auf: neben Jerachmiel (später Bar-Chai) waren das: Schlomo (später: Min-Hahar), Mordechai, Riwka Cohen (geb. Bergmann), und eine bei geni.com mit späterem Familiennamen "Agassi" genannte Person.
Avraham besuchte in Nürnberg die höhere Handelsschule sowie die Talmud-Hochschule (Jeschiwah). Zusammen mit seinem Bruder Jerachmiel studierte er von 1927 bis 1930 an der Israelitischen Lehrerbildungsanstalt (ILBA) in Würzburg. Beide machten dort den Abschluss im gleichen Jahr. Nach dem Studium wirkte er als Schulleiter in Stettin/Pommern, bevor er 1931 zusammen mit seiner späteren Ehefrau, der Würzburger Krankenschwester Fanny Berney nach Palästina ging.
Bereits vor dem Studium war er politisch engagiert: Er war von 1922 bis 1925 Mitglied beim Reichsbanner Schwarz-Rot-Gold, 1924 und 1925 Mitglied bei den Jungsozialisten. Im orthodoxen Jugendbund Esra war er von 1925 bis 1930 Gruppenleiter. 1931 kehrte er nach Palästina zurück. Übergangsweise nahm er verschiedene Stellen an, so arbeitete er als Bankbeamter und Verkäufer. 1936 bis 1948 stand er im Dienst der Selbstschutzorganisation Haganah und später der Israelischen Armee. Ein Jahr nach ihrer Ankunft in Palästina heirateten Avraham und Fanny in Tel Aviv (1932). Am 27. März 1935 bekamen sie einen Sohn: Jakob.
Ab 1933 wirkte Bartura wieder im pädagogischen Bereich, er wurde Mitglied der Isr. Lehrerinnung. Er übernahm 1936 die Leitung einer Schule in Ekron und Magdiel (bis 1939). Von 1954 bis 1956 war er Schul- und Heimleiter in Neve Hadassa. 1956 wechselte er ins Erziehungsministerium als Beauftragter für Westeuropa und Südamerika. In Dienst des Ministerums arbeitete er von 1956 bis 1960 in Frankfurt/Main und von 1964 bis 1966 in Buenos Aires. In diesem Jahr wurde er Aufsichtsrat der Lehrerinnung.
Avrahem Bartura arbeitete auch als Rundfunk- und Zeitungkorrespondent sowie als Schriftsteller. Er veröffentlichte u.a. Bücher und Artikel über Lazarus (Elieser) Bergmann. Er schrieb auch Übersetzungen und Kindergeschichten. In der Nachkriegspublikation ehemaliger ILBA-Absolventen von Alex Roberg und Max Ottensoser von 1982 veröffentlichte er einen Artikel über Schülerschaft und Aufbau der Lehrerbildungsanstalt.

Quellen:
  • Ottensoser/Roberg: ILBA
  • Strätz 1989
  • wikipedia.org
  • Bergmann 1982

Baßfreund, Hermine

Geboren: 24.5.1885 in Tanowitz/Oberschlesien
Gestorben: in Ghetto Riga
Konfession: israelitisch
Titel: Studienrätin
Beruf: Gymnasiallehrerin
Berufstätig an folgender Schule: Mädchenlyzeum (jetzt Helene-Lange-Gymnasium)
Verfolgung: Hermine Baßfreund wurde nach dem 13. Oktober 1933 in den Ruhestand versetzt. Am 29. November 1941 wurde sie im Alter von 56 Jahren nach Riga-Jungfernhof, Außenlager Ghetto Riga deportiert. Dort ist sie verschollen.
Wohnort: Fürth
Regierungsbezirk: Mittelfranken

(mehr Informationen)
Bemerkungen: Hermine Baßfreund war die Tochter eines oberschlesischen Rabbiners. Sie hatte am 31. Dezember 1915 die preußische Staatsangehörigkeit. Hermine Baßfreund war von 1906 zunächst Lehrerin in den Elementarfächern des Heberlein/Arnstein´schen Instituts in Fürth. Am Mädchenlyzeum in Fürth unterrichtete sie von 1907 bis 1933 Deutsch. 1931 wurde sie zur Studienrätin ernannt.

Quellen:
  • Gisela Blume: Memorbuch der Fürther Juden
  • Stadtarchiv Fürth
  • Bundesarchiv Gedenkbuch
  • http://statistik-des-holocaust.de

Beck, Emma

Geboren: 07.07.1887 in Prag
Beruf: Gewerbelehrerin
Berufstätig an folgender Schule: Antonienheim
Verfolgung: Emma Beck emigrierte am 7. März 1939 nach England.
Wohnort: München
Regierungsbezirk: Oberbayern

(mehr Informationen)
Bemerkungen: Emma Beck war von April 1937 bis zur Emigration im März 1939 als Hauswirtschaftslehrerin für die jungen Mädchen im Kinderheim der Israelitischen Jugendhilfe in der Antonienstraße 7 in München zuständig.

Quellen:
  • Macek 2005
  • Stadtarchiv München

Behr, Alice Auguste

Geboren: 17.06.1898 in Mannheim
Gestorben: 06.01.1994 in New York
Titel: Hauptlehrerin
Beruf: Lehrerin
Berufstätig an folgender Schule: Antonienheim
Verfolgung: Alice Behr gelang 1938 die Emigration in die USA.
Wohnort: München
Regierungsbezirk: Oberbayern

(mehr Informationen)
Bemerkungen: Alice Behr stammte aus der Familie des Kaufmanns Ernst Behr und seiner Frau Amalie, geb. Neter, in Mannheim. Sie war seit 1917 Lehrerin im badischen Schuldienst. Am 1. September 1933 wurde sie in den Ruhestand versetzt. Von Mai 1934 bis April 1936 war sie als Lehrerin im Kinderheim der Israelitischen Jugendhilfe in der Antonienstraße 7 in München beschäftigt. Anschließend war sie bis zu ihrer Flucht Lehrerin der jüdischen Schule Mannheim. In den USA hielt sie sich zunächst als Kindermädchen über Wasser, fand dann Arbeit als Hauswirtschaftslehrerin in einem Hotel und leitete zuletzt ein jüdisches Kinderheim.

Quellen:
  • Macek 2005
  • Stadtarchiv Mannheim
  • Stadtarchiv München
  • Ancestry.com

Behr, Anna

Geboren: 22.05.1874 in Würzburg
Gestorben: 13.01.1943 in Theresienstadt
Beruf: Versicherungsagentin, Musiklehrerin
Verfolgung: Anna Behr wurde im Alter von 68 Jahren am 23. September 1942 ins Ghetto Theresienstadt deportiert, dort starb sie am 13.(18.) Januar 1943 an Flecktyphus.
Wohnort: Würzburg
Regierungsbezirk: Unterfranken

(mehr Informationen)
Bemerkungen: Anna Behr war die Tochter eines Goldstickers und Versicherungsagenten. Sie war Musiklehrerin und gab Klavierunterricht. Von ihrer gelähmten und 1921 im Alter von 44 Jahren verstorbenen Schwester übernahme sie die Versicherungsagentur.

Quellen:
  • http://statistik-des-holocaust.de
  • Bundesarchiv Gedenkbuch
  • Strätz 1989

Behrens, Margot

Geboren: 29.04.1913 in Göttingen
Gestorben: in Izbica (?)
Konfession: israelitisch
Titel: Oberlehrerin
Beruf: Handarbeitslehrerin
Verfolgung: Margot Behrens wurde im Alter von 28 Jahren zusammen mit ihren Eltern, Siegfried und Ida Behrens, geb. Baum, am 24. März 1942 ins Ghetto Izbica deportiert und ist seither verschollen.
Wohnort: Fürth
Regierungsbezirk: Mittelfranken

(mehr Informationen)
Bemerkungen: Margot Behrens war die jüngste von zwei Töchtern des letzten Fürther Bezirksrabbiners Dr. Siegfried Behrens. Sie lebte in Berlin und Fürth. Sie war Handarbeitslehrerin und seit 1931 Oberlehrerin.

Quellen:
  • http://statistik-des-holocaust.de
  • Bundesarchiv Gedenkbuch
  • Gisela Blume: Memorbuch der Fürther Juden

Behrens, Siegfried

Geboren: 23.12.1876 in Rethem/Aller
Gestorben: in Izbica
Konfession: israelitisch
Titel: Dr. phil.
Beruf: Rabbiner
Verfolgung: Siegfried Behrens wurde im Alter von 65 Jahren am 24. März 1942 mit seiner Frau Ida und seiner jüngsten Tochter Margot ins Ghetto Izbica deportiert und ermordet.
Wohnort: Fürth
Regierungsbezirk: Mittelfranken

(mehr Informationen)
Bemerkungen: Siegfried Behrens war von 1908 bis 1923 Rabbiner der Israelitischen Kultusgemeinde Göttingen. Von 1923 bis zur Deportation 1942 lebte er in Fürth. Er war der letzte Bezirksrabbiner in Fürth. Er war mt Ida, geb. Baum, verheiratet und hatte zwei Töchter: Rachel Therese nd Margot. Seine jüngere Tochter Margot war Handarbeitslehrerin.

Quellen:
  • Rijo
  • http://statistik-des-holocaust.de
  • Bundesarchiv Gedenkbuch
  • Stadtarchiv Fürth
  • Gisela Blume: Memorbuch der Fürther Juden

Bendix, Alice

Geboren: 13.11.1894 in Landsberg/Warthe
Gestorben: Mrz 43 in Auschwitz
Beruf: Erzieherin, Heimleiterin
Berufstätig an folgender Schule: Antonienheim
Verfolgung: Alice Bendix wurde mit den Kindern des Antonienheims am 11. April 1942 in die "Heimanlage Milbertshofen" gebracht, von dort am 22. Juli 1942 in das "Sammellager Berg am Laim". Von dort wurden sie am 13. März 1943 ins Konzentrations- und Vernichtungslager Auschwitz deportiert und ermordet. Alice Bendix starb im Alter von 48 Jahren.
Wohnort: München
Regierungsbezirk: Oberbayern

(mehr Informationen)
Bemerkungen: Alice Bendix war als Erzieherin im Kinderheim der Israeltischen Jugendhilfe in der Antonienstraße in München tätig. Ab 1933 war sie stellvertretende Heimleiterin. Von Februar 1934 bis Februar 1935 arbeitete sie in Berlin. Ab Februar 1935 übernahm sie die Leitung des Antonienheims. Alice Bendix hätte in die Schweiz emigrieren können, wo ihr Bruder lebte. Isa Gruner schrieb am 17. März 1946 in einem Brief an die Überlebenden des Heimes, Alice Bendix hätte auf die Frage, ob sie nicht doch auswandern wolle, mit fester Stimme geantwortet: "nein, so lange in Deutschland noch jüdische Kinder leiden, denen ich vielleicht helfen kann, bleibe ich bei ihnen." In München wurde das Berufliche Schulzentrum Alice Bendix in der Antonienstraße 6, in dem SozialbetreuerInnen und PflegefachhelferInnen ausgebildet werden, nach ihr benannt.

Quellen:
  • Berger 1995
  • Macek 2005
  • Bundesarchiv Gedenkbuch
  • http://statistik-des-holocaust.de

Benjamin, geb. Oberndoerfer, Hanna (Johanna)

Geboren: 10.07.1914 in Fürth
Konfession: israelitisch
Beruf: Lehrerin, Lektorin
Verfolgung: Hanna Oberndoerfer emigrierte im November 1938 nach Jerusalem.
Wohnort: Fürth
Regierungsbezirk: Mittelfranken

(mehr Informationen)
Bemerkungen: Studium an ILBA Würzburg (Examen 1935), danach bis zur Emigration Lehrerin. 1950 nach Kapstadt, Studium Deutsch, Englisch, Hebräisch und Psychologie. 1956 MA, Lehrerin an Religionsschule, Lektorin an Universität von Kapstadt. 1961 geheiratet in Jerusalem. Wurde später Sprechstundenhilfe bei ihrem Mann.

Quellen:
  • StAW
  • Stadtarchiv Fürth
  • Strätz 1989

Bergmann, Juda Chaim

Geboren: 23.08.1886 in Jerusalem
Gestorben: 27.08.1944 in Jerusalem
Konfession: israelitisch
Beruf: Lehrer, Rabbiner
Wohnort: Nürnberg
Regierungsbezirk: Mittelfranken

(mehr Informationen)
Bemerkungen: Juda Chaim Bergmann war ein Urenkel des aus Heidenheim stammenden Rabbiners Lazarus Bergmann, der mit seiner Familie nach Jerusalem ausgewandert ist. Er ist der Vater der beiden Lehrer Jerachmiel Bar-Chai und Avraham Bartura. Seine Eltern waren der Jerusalmer Kaufmann Nachum Bergmann (1866-1928) und Lea Reisel Bergmann, geb. Wallenstein (1865-1948). Juda Chaim wuchs mit acht Geschwistern auf.
Mit seiner Ehefrau Alte Miriam Nechama Bergmann, geb. Mintzberg (1890-1958) hatte er sechs Kinder, darunter Avraham (geb. 1907, später Bartura) und Gottlieb oder Jerachmiel (später Bar-Chai). Der älteste Sohn war Avraham (geboren 1907 in Jerusalem), es folgten: Jerachmiel (geboren 1909, ebenfalls noch in Jerusalem) Schlomo (1911), Mordechai (1913), und ein Mädchen, Riwka (spätere Kohen oder Cohen), sowie ein in geni.com mit späterem Familiennamen Agassi genanntes Kind.
Juda Chaim Bergmann wurde in Palästina, Jerusalem geboren, wo er auch 1944 starb. Jedoch lebte er mehrere Jahre in Deutschland. Seine beiden ältesten Kinder Avraham und Jerachmiel kamen 1907 und 1909 noch in Jerusalem zur Welt. Dass für die anderen Kinder in geni.com kein Geburtsort angegeben wird, könnte ein Hinweis sein, dass die junge Familie um 1910 nach Deutschland zog. 1916 war Bergmann jedenfalls als Lehrer der Israelitischen Kultusgemeinde Großostheim (Bezirksrabbinat und Kreis Aschaffenburg) tätig. Am 10. Juli 1916 rückte er in die Bayerische Armee zum Kriegsdienst ein und wurde drei Tage später vereidigt. Er war beim Bayerischen Reserve-Infanterie-Regiment Nr. 4 in Germersheim stationiert. Zu dieser Zeit hatte er bereits fünf Kinder, von denen der Älteste, Avraham, noch keine 9 Jahre alt war. In der Kriegsstammrolle wird Juda beschrieben als 1,61 m großer, schlanker Mann mit dunkelblondem Haar, Spitzbart und "Schnurre". Auch trug er "Augenglas". Er wurde zum Dienst mit dem Gewehr und als Fahrer ausgebildet. Im September 1917 wurde er zur Dolmetscherschule nach Berlin abkommandiert. Er war als Dolmetscher für Arabisch und Türkisch eingesetzt. Am 11. Januar 1918 kehrte Bergmann zum Schuldienst nach Großostheim zurück.
Später war zog die Familie nach Nürnberg in die Frauentormauer 42. Jerachmiel ging in Nürnberg zur Volksschule und besuchte die Realschule in Fürth. Avraham und Jerachmiel studierten beide von 1927 bis 1930 an der Israelitischen Lehrerbildungsanstalt in Würzburg (ILBA) und wurden Lehrer.

Quellen:
  • ancestry.de
  • Strätz 1989
  • Frank Harris 2008-2009
  • geni.com
  • wikipedia.org
  • BayHStA Kriegsarchiv

Berlinger, Arthur (Asur)

Geboren: 30.12.1889 in Würzburg
Gestorben: 1944 in Auschwitz
Konfession: israelitisch
Beruf: Lehrer und Kantor
Berufstätig an folgender Schule: Jüdische Schule Schweinfurt (?)
Verfolgung: Asur Berlinger wurde am 16. November 1938 ins Konzentrationslager Dachau verschleppt, wo er bis 10. Dezember 1938 inhaftiert war. Am 23. September 1942 wurde er zusammen mit seiner Frau Berta nach Theresienstadt, am 28. September 1944 im Alter von 55 Jahren ins Vernichtungslager Auschwitz deportiert.
Wohnort: Schweinfurt
Regierungsbezirk: Unterfranken

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Bemerkungen: Asur Berlinger war der dritte Sohn des Würzburger Kaufmanns Jakob Berlinger und seiner Frau Rebekka, geb. Igersheimer. Arthur, der Asur genannt wurde, hattet vier Geschwister. Jedoch erreichte neben ihm nur sein älterer Bruder Abraham das Erwachsenenalter. Der älteste Bruder, Hirsch, starb im Alter von fast 7 Jahren als Asur dreieinhalb war. Wie sein Bruder Abraham, wurde Asur Lehrer.
Von Dezember 1916 bis 1918 leistete er Kriegsdienst. In der Kriegsstammrolle ist er als Präparandenlehrer mit Wohnort Burgpreppach eingetragen. Am 28. Mai 1918 wurde er zur Dienstleistung an der Präparandenschule Burgpreppach entlassen und bis 31. Oktober 1918 beurlaubt. Nach dem Krieg heiratete Berlinger Berta Braunold aus Biblis (geb. 9. März 1891).
Von 1922 bis 1942 lebte Berlinger in Schweinfurt und war bei der Kultusgemeinde angestellt. Im Schuljahr 1932/33 unterrichtete er noch 31 Kinder. Von 1924 bis 1932 war er Vorstand des Jüdischen Jugendvereins. Sein Bruder Abraham war Lehrer in München.

Quellen:
  • Strätz 1989
  • Archiv der KZ-Gedenkstätte Dachau
  • Bundesarchiv Gedenkbuch
  • Stadtarchiv Schweinfurt
  • Schultheis 1988
  • http://statistik-des-holocaust.de
  • alemanni judaica
  • BayHStA Kriegsarchiv

Bernheimer, Justin

Geboren: 13.05.1915 in Burghaslach
Konfession: israelitisch
Beruf: Lehrer, Kantor
Berufstätig an folgender Schule: Scheinfeld, Königshofen
Verfolgung: 1938 Emigration nach USA
Wohnort: Burghaslach
Regierungsbezirk: Mittelfranken

(mehr Informationen)
Bemerkungen: Justin Bernheimer heiratete 1948 in Hartford, CT.

Quellen:
  • jewishgen
  • Strätz

Bernheimer, Max

Geboren: 10.12.1874 in Ichenhausen
Gestorben: 06.02.1944 in Theresienstadt
Titel: Studienrat
Beruf: Volksschullehrer
Berufstätig an folgender Schule: Jüdische Konfessionsschule Nürnberg
Verfolgung: Max Bernheimer wurde am 10. September 1942 von Nürnberg ins Ghetto Theresienstadt deportiert. Er starb dort im Alter von 69 Jahren am 6. Februar 1944.
Wohnort: Nürnberg
Regierungsbezirk: Mittelfranken

(mehr Informationen)
Bemerkungen: Max Bernheimer war Lehrer der Israelitischen Bekenntnisschule Adas Israel in Nürnberg und wurde wohl von dort aus deportiert. Von 1899 bis 1910 war ein Max Bernheimer Volksschullehrer der Israelitischen Volksschule in Buttenwiesen. Möglicherweise handelt es sich um dieselbe Person.

Quellen:
  • Rijo
  • Bundesarchiv Gedenkbuch
  • Gemeindearchiv Buttenwiesen
  • www.statistik-des-holocaust.de

Bernstein, Elodie

Geboren: 03.01.1873 in Neustadt/Saale
Gestorben: 1942 in Treblinka
Beruf: Pianistin, Klavierlehrerin
Verfolgung: Elodie Bernstein wurde am 23. Juni 1942 nach Theresienstadt und von dort am 19. September 1942 ins Vernichtungslager Treblinka deportiert. Sie starb im Alter von 69 Jahren.
Wohnort: München
Regierungsbezirk: Oberbayern

(mehr Informationen)

Quellen:
  • Stadtarchiv München
  • Bundesarchiv Gedenkbuch

Beschorner, Hans-Günther

Geboren: 04.11.1911 in Breslau
Beruf: Klavierlehrer, Musiktheoretiker, Komponist
Wohnort: Coburg

(mehr Informationen)
Bemerkungen: Hans-Günther Beschorner wurde als Hans Rubinstein in Breslau geboren. Er war ausgebildeter Klavierlehrer, Musiktheoretiker und Komponist. Laut den Recherchen von Jürgen Göndör arbeitete er zwischen 1935 und 1938 oder 1939 an der jüdischen Schule in Coburg.

Quellen:
  • Jürgen Göndör

Beuthner, geb. Unikower, Gertrud

Beruf: Lehrerin
Verfolgung: Gertrud Beuthner ist am 14. Mai 1939 emigriert.
Wohnort: München
Regierungsbezirk: Oberbayern

(mehr Informationen)
Bemerkungen: Gertrud Beuthner war geprüfte Lehrerin. Sie gab Privatstunden und Nachhilfeunterricht.

Quellen:
  • BIZ 1925
  • Stadtarchiv München

Bick, Aron

Beruf: Lehrer
Berufstätig an folgender Schule: Waisenhaus Fürth
Wohnort: Fürth
Regierungsbezirk: Mittelfranken

(mehr Informationen)
Bemerkungen: War 1910 Lehrer im Waisenhaus Fürth. Änderte 1911 seinen Vornamen in Arno.

Quellen:
  • CAHJP
  • alemannia judaica

Birk, geb. Eisemann, Lea

Geboren: 04.10.1901 in Westheim
Konfession: israelitisch
Beruf: Lehrerin, Hausfrau
Wohnort: Würzburg
Regierungsbezirk: Unterfranken

(mehr Informationen)
Bemerkungen: Geboren als Lina (Lu) Eisemann. Sie war die einzige Tochter des Westheimer Lehrers Salomon Eisemann. Lina, die sich später Lea nannte, hatte zwei ältere Brüder, Lazarus und Karl. Karl wurde, wie der Vater, ebenfalls Lehrer. Lea besuchte die Jüdische Volksschule in Würzburg. Sie lebte bis zu ihrer Heirat mit dem Tierarzt Dr. Max Birk 1928 bei ihren Eltern. Als Beruf wird bei Strätz Hausfrau und Lehrerin angegeben.
Nach der Heirat zg sie nach Gemünden/Ufr. 1936 konnte sie mit ihrem Ehemann und den beiden Kindern Shlomoh (Walter, geb. 11. Juli 1930 in Gemünden) und Mirjam (geb. 7. Februar 1936 in Gemünden) nach Palästina auswandern. Ab 1940 lebte die Familie in Netanya.

Quellen:
  • Strätz 1989

Blatt, Nathan

Geboren: 15.08.1865 in Maßbach/Ufr.
Gestorben: 30.12.1940 in München
Konfession: israelitisch
Titel: Oberlehrer
Beruf: Volksschullehrer a.D.
Berufstätig an folgender Schule: Israelitische Elementarschule Oberwaldbehrungen, Israelitische Volksschule Obbach
Wohnort: Obbach
Regierungsbezirk: Unterfranken

(mehr Informationen)
Bemerkungen: Nathan Blatt war der Sohn eines Schuhhändlers aus Bad Neustadt. Er erhielt seine Lehrerausbildung an der Israelitischen Lehrerbildungsanstalt (ILBA) Würzburg, die er 1884 abschloss. Anschließend war er fast 45 Jahre als Volksschullehrer in Unterfranken tätig. Nach dem Examen unterrichtete er zunächst an der Israelitischen Elementarschule Oberwaldbehrungen. 1892 wechselte er an die Israelitische Volksschule in Obbach, dort blieb er bis zu seiner Pensionierung 1930. Nathan Blatt erhielt das Ehrenbürgerrecht von Obbach. Er war von 1912 bis nach 1922 in der Verwaltung des Jüdischen Lehrervereins Bayern tätig und arbeitete beim Hamburger Israelitischen Familienblatt mit. Nach der Pensionierung zog er nach Würzburg, wo er schon lange über eine Zweitwohnung verfügt hatte. 1938 zog er nach München, wohl weil dort seine älteste Tochter wohnte, die mit dem jüdischen Lehrer Max Adler verheiratet war. Seine Tochter wurde mit ihrer Familie nach Kaunas deportiert und ermordet.

Quellen:
  • StAM
  • alemannia judaica
  • Strätz 1989
  • Stadtarchiv München

Blättner, geb. Jacobowitz, Martha

Geboren: 03.12.1890 in Nicolai/Polen
Beruf: Lehrerin
Verfolgung: Martha Blättner ist am 25. März 1939 mit ihrer Familie über Hamburg nach New York emigriert.
Wohnort: München
Regierungsbezirk: Oberbayern

(mehr Informationen)

Quellen:
  • StAM
  • ancestry.de
  • Stadtarchiv München

Bloch, Elsa

Geboren: 03.07.1883 in Konstanz
Beruf: Konzertsängerin, Violinlehrerin
Verfolgung: Emigrierte am 15. Juni 1939 in die Schweiz nach Walzenhausen, Kanton Appenzell.
Wohnort: München
Regierungsbezirk: Oberbayern

(mehr Informationen)

Quellen:
  • Stadtarchiv München
  • StAM

Blum, Jakob 1

Gestorben: in Theresienstadt oder Auschwitz
Konfession: israelitisch
Beruf: Religionslehrer
Berufstätig an folgender Schule: Jüdische Konfessionsschule Nürnberg; Baiersdorf 1914-1916
Wohnort: Nürnberg
Regierungsbezirk: Mittelfranken

(mehr Informationen)
Bemerkungen: Laut Angaben von Bernhard Kolb wurde ein in Nürnberg tätiger Lehrer Jakob Blum in Theresienstadt ermordet. Im Jahre 1911 haben an der ILBA in Würzburg zwei Studenten mit diesem Namen das Lehrerseminar abgeschlossen, einer stammte aus Burgpreppach (siehe hierzu Eintrag Blum, Jakob 2), einer aus Seubelsdorf (Blum, Jakob 3). Ob es sich bei einem der beiden um den in Nürnberg tätigen handelt, ist momentan noch unbekannt.

Quellen:
  • www.rijo.homepage.t-online.de
  • Sponsel 1992

Blum, Jakob 2

Geboren: 10.11.1892 in Burgpreppach
Konfession: israelitisch
Beruf: Präparandenlehrer
Berufstätig an folgender Schule: Israelitische Präparandenschule Burgpreppach
Wohnort: Burgpreppach

(mehr Informationen)
Bemerkungen: Jakob Blum war ein Sohn des Burgpreppacher Kaufmanns Simon Blum und seiner Frau Marjam (Marianne), geb. Neugaß. Laut Roberg/Ottensoser schloss 1911 ein Jakob Blum aus Burgpreppach das Studium an der Israelitischen Lehrerbildungsanstalt Würzburg (ILBA) ab. Es ist sehr wahrscheinlich, jedoch nicht zweifelsfrei belegt, dass es sich um dieselbe Person handelt.
Jakob Blum muss jedoch eine Seminarausbildung absolviert haben, denn 1916 war er in seinem Geburtsort Burgpreppach als Präparandenlehrer tätig. Dort gabe es eine der beiden bayerischen israelitischen Präparandenschulen, in denen Kinder sich auf die Lehrerausbildung am Seminar vorbereite konnten.
Am 3. August 1916 trat Jakob Blum den Militärdienst bei einem Ersatz Infanterie Bataillon an. Am 19. Oktober rückte er mit dem 8. Infanterie-Regiment an die Front, von November 1916 bis Januar 1917 kämpfte er an der Somme, anschließend musste er wegen Gelenrheumatismus (an anderer Stelle ist zusätzlich Masern eingetragen) ins Lazarett. Nach seiner Genesung wurde er auch weiterhin an der Front eingesetzt, er kämpfte in Flandern und Lothringen. Zuletzt war er bis 4. September 1918 bei einem Offizierskurs in Grafenwöhr. Er hatte bei "sehr guter" Führung mindestens den Rang eines Unteroffiziers. Von 29. September bis 3. Oktober 1918 musste er sich im Reservelazarett Galgenberg wegen eines Geschwürs auf dem linken Fuss und Tripper behandeln lassen.
Am 17. Januar 1935 wurde in der Kriegsstammrolle ein Eintrag bezüglich einer Antwort auf eine Anfrage der Versicherungskammer München eingetragen (Bd. 7).
(Im Gedenkbuch des Bundesarchivs wird ein Jakob Blum, geboren am 2. März 1891 in Burgpreppach genannt, der in Baden-Baden wohnte und am 12. August 1942 von Gurs aus nach Auschwitz deportiert wurde. Bernhard Kolb nennt Theresienstadt als Deportations- und Todesort des Nürnberger Lehrers Jakob Blum.)

Quellen:
  • ancestry.de
  • Ottensoser/Roberg 1982
  • BayHStA Kriegsarchiv

Blum, Jakob 3

Geboren: in Seubelsdorf
Wohnort: Würzburg

(mehr Informationen)
Bemerkungen: 1911 schloss ein Jakob Blum aus Seubelsdorf das Sudium an der Israelitischen Lehrerbildungsanstalt (ILBA) in Würzburg ab.

Quellen:
  • Ottensoser/Roberg 1982

Blumenstein, geb. Kohnstamm, Ida

Geboren: 24.06.1880 in München
Gestorben: 1954 in Israel
Beruf: Erzieherin
Berufstätig an folgender Schule: Antonienheim
Verfolgung: Ida Blumenstein emigrierte im August 1939 zusammen mit ihrem Mann Dr. Karl Blumenstein nach London. Die Kinder konnten ebenfalls emigrieren, nach Palästina.
Wohnort: München

(mehr Informationen)
Bemerkungen: Ida Blumenstein war Erzieherin und arbeitete im Kinderheim der Israelitischen Jugendhilfe in der Antonienstraße 7 in München. Sie war 2. Vorsitzende des Vereins Israelitische Jugendhilfe. Sie war mit dem aus Gunzenhausen stammenden Justizrat Dr. Karl Blumenstein verheiratet uns hatte zwei Kinder: Ernst Joseph und Hannah. Nach dem Tod ihres Mannes im Januar 1943 in London zog sie nach Palästina zu ihrem Sohn.

Quellen:
  • Stephani-Mittelschule Gunzenhausen
  • Macek 2005

Blumenthal, Lazarus

Konfession: israelitisch
Beruf: Lehrer
Berufstätig an folgender Schule: Isr. (Religions-?) Schule Laudenbach
Wohnort: Laudenbach/Karlstadt
Regierungsbezirk: Unterfranken

(mehr Informationen)
Bemerkungen: War von 1872 bis 1905 Lehrer in Laudenbach. Am 10. August 1897 feierte er sein fünfundzwanzigjähriges Dienstjubiläum. Seine Stelle übernahm 1905 sein Schwiegersohn Hirsch Oppenheimer.

Quellen:
  • alemannia judaica
  • Strätz 1989

Blumenthal, Maier

Geboren: 26.03.1876 in Laudenbach/Ufr.
Gestorben: 18.10.1945 in New York
Konfession: israelitisch
Titel: Oberlehrer
Beruf: Volksschullehrer
Berufstätig an folgender Schule: Israelitische Elementarschule Unsleben
Verfolgung: Ende Dezember 1939 mit der Ehefrau nach N.Y. emigriert.
Wohnort: Unsleben
Regierungsbezirk: Unterfranken

(mehr Informationen)
Bemerkungen: Maier Blumenthal war der Sohn des Laudenbacher Religionslehrers Lazarus Blumenthal. Er absolvierte 1895 die Israelitische Lehrerbildungsanstalt in Würzburg und wurde 1906 Lehrer der Israelitischen Elementarschule Unsleben. Laut alemannia judaica hat er vorher vermtl. in Poppenlauer gewohnt. 1924 und 1931/32 unterrichtete er in Unsleben noch zehn Kinder. Maier Blumenthal wurde 1920 zum Hauptlehrer und 1931 zum Oberlehrer befördert. Im Dezember 1931 feierte er sein fünfundzwanzigjähriges Ortsjubiläum. 1935 zog er nach Würzburg. Ende 1939 emigrierte Maier Blumenthal mit seiner Frau nach New York. Am 18. Oktober 1945 starb er dort "nach kurzer Krankheit". Seine Familie und ehemalige Gemeindemitglieder aus Unsleben gedachten seiner mit Traueranzeigen in der Zeitschrift "Der Aufbau". In der Todesanzeige der Familie gibt es "Larry Blumenthal und Frau Ruth, geb. Suss, Felix Blumentahl und Frau Alice, geb. Hirsch, Armin Blumentahl und 3 Enkelkinder".

Quellen:
  • Strätz 1989
  • alemannia judaica

Blüth, Emanuel

Gestorben: 1917
Titel: Dr.
Beruf: Lehrer
Berufstätig an folgender Schule: Israelitische Realschule zu Fürth
Verfolgung: Emanuel Blüths Witwe und seine beiden Töchter Hedwig Sauer und Grete wurden am 29. November 1941 nach Riga-Jungfernhof deportiert und ermordet.
Wohnort: Fürth
Regierungsbezirk: Mittelfranken

(mehr Informationen)
Bemerkungen: Emanuel Blüth war mindestens von 1899 bis 1913 Lehrer der Israelitischen Realschule in Fürth. Er unterrichtete Deutsch, Geschichte und Geographie. Im Schuljahr 1904/05 wird Dr. E Blüth im Verzeichnis der hauptamtlichen Lehrer als Lehrer für Realien geführt. 1936 erhielt seine Witwe eine Pensionszahlung von 108,20 RM. Emanuel Blüth hat wohl Schüler bei sich aufgenommen: In Familienbogen von Willi Markus Marx steht, dass dieser ab 31.8.1915 bei "Blüth" in der ?ieschen(?)str. 6,2 und ab 6.9.1916 ebenfalls bei Blüth in der Rosenstr. 10,2 gewohnt habe.

Quellen:
  • Gisela Blume: Memorbuch der Fürther Juden
  • Stadtarchiv Fürth
  • CAHJP

Bock, Betty

Titel: Hauptlehrerin
Beruf: Handarbeitslehrerin
Verfolgung: Nach dem 7. April 1933 in den Ruhestand versetzt.
Wohnort: Fürth
Regierungsbezirk: Mittelfranken

(mehr Informationen)

Quellen:
  • Ballin, 1943

Bodenheimer, Hannah Henriette

Geboren: 21.07.1898 in Köln
Gestorben: 25.03.1992 in Jerusalem
Beruf: Lehrerin, Schulleiterin
Berufstätig an folgender Schule: Wirtschaftliche Frauenschule auf dem Lande Wolfratshausen
Verfolgung: Hannah Henriette Bodenheimer emigrierte 1933 nach Palästina.
Wohnort: Wolfratshausen
Regierungsbezirk: Oberbayern

(mehr Informationen)
Bemerkungen: Hannah Henriette Bodenheimer war die Tochter Kölner Justizrats Max Isidor Bodenheimer und der Frauenrechtlerin Rosa Bodenheimer, geborende Dalberg. Sie besuchte in Köln das Lyzeum, die Höhere Handelsschule für Mädchen in Rheydt und die Wirtschaftliche Frauenschule Mallinckrodthof bei Paderborn. Sie durchlief mehrere Praktika, studierte an der Landwirtschaftlichen Hochschule in Bonn und arbeitete dann ein Jahr an der Frauenschule in Mallinckrodthof. 1923 arbeitete sie als kaufmännische Angestellte einer Handelsfirma. 1925 wurde sie über eine Empfehlung des Jüdischen Frauenbunds Köln mit dem Aufbau einer wirtschaftlichen Frauenschule in Wolfratshausen beauftragt. Neben dem Aufbau und der Leitung der Schule war sie auch publizistisch tätig und verfasste Vorträge und Artikel. 1931 beendete sie die Arbeit in Wolfratshausen und ging nach Berlin um ihre Ausbildung weiterzuverfolgen und einen Abschluss als Gewerbeoberlehrerin zu erhalten. Von 1932 bis 1933 arbeitete sie für das Reformrealgymnasium Jawne in Köln.

Quellen:
  • alemannia judaica
  • Jörgensen / Krafft 2009
  • alemannia judaica
  • Dagmar Bäuml-Stosiek

Brandes, Maria

Beruf: Privatlehrerin
Wohnort: Mühlhausen
Regierungsbezirk: Oberfranken

(mehr Informationen)
Bemerkungen: 1938 in Bamberg

Quellen:
  • StAB
  • Stadtarchiv Bamberg

Braun, Anni

Geboren: 31.12.1892 in Würzburg
Gestorben: 25.11.1941 in Kaunas
Konfession: katholisch
Titel: Hauptlehrerin
Beruf: Lehrerin
Verfolgung: Anni Braun wurde nach §3 des BBG wegen ihrer jüdischen Abstammung in den Ruhestand versetzt. Anni Braun wurde am 20. November 1941 nach Kaunas deportiert und am 25. November 1941 im Alter von 48 Jahren ermordet.
Wohnort: München
Regierungsbezirk: Oberbayern

(mehr Informationen)
Bemerkungen: Anni Braun war die Tochter des Würzburger Amtsrichters Anton Braun und seiner ersten Frau Gertraud (geb. Ullmann). Sie besuchte eine Lehrerbildungsanstalt in Aschaffenburg und war ab 1929 Hauptlehrerin in München. 1933 wurde sie entlassen.

Quellen:
  • StAM
  • Weber 2012
  • Schäffer 2001
  • Stadtarchiv München
  • Bundesarchiv Gedenkbuch
  • Strätz 1989

Braun, Elisabeth

Geboren: 24.07.1887 in München
Gestorben: 25.11.1941 in Kaunas
Konfession: evangelisch
Beruf: Lehrerin, Schriftstellerin
Verfolgung: Elisabeth Braun wurde am 20. Nvember 1941 nach Kaunas deportiert und im Alter von 54 Jahren am 25. November 1941 ermordet.
Wohnort: München
Regierungsbezirk: Oberbayern

(mehr Informationen)
Bemerkungen: Elisabeth Braun war die Tochter des Münchner Schneidermeisters Julius Braun und seiner Frau Fanny (geb. Heinrich). Sie besuchte das Lehrerinnenseminar in Pasing und legte beide staatlichen Examina ab. Sie konvertierte am 30.06.1920 zum evangelischen Glauben. Elisabeth Braun kaufte 1933 das Hildebrandhaus in der Maria-Theresia-Straße 23. Sie vermachte es in ihrem Testament vom 21.06.1940 der evangelisch-lutherischen Kirche in Bayern, damit diese es zur Betreuung von nichtarischen Christen verwenden sollte. Das Anwesen wurde 1967 verkauft. Heute befindet sich dort die städtische Monacensia-Bibliothek.

Quellen:
  • Bundesarchiv Gedenkbuch
  • StAM
  • Stadtarchiv München

Bregenzer, Otto

Beruf: Volksschullehrer
Verfolgung: Otto Bregenzer wurde nach §3 des BBG wegen seiner jüdischen Abstammung in den Ruhestand versetzt.

(mehr Informationen)

Quellen:
  • Schäffer 2001

Bruckmann, Sally

Geboren: 22.8.1890 in Xanten/Moers
Gestorben: in Ghetto Belzyce
Konfession: israelitisch
Beruf: Volksschullehrer, Kaufmann
Verfolgung: Sally Bruckmann war vom 12. November bis 13. Dezember im Konzentrationslager Dachau inhaftiert. Er wurde am 10. Mai 1942 im Alter von 51 Jahren mit seiner Frau Gerta und den drei jüngeren Kindern Siegfried, Günter und Waltraud aus Leipzig ins Ghetto Belzyce deportiert. Das genaue Todesdatum liegt nicht vor.
Wohnort: Nabburg
Regierungsbezirk: Oberpfalz

(mehr Informationen)
Bemerkungen: Sally Bruckmann war Religions- und Volksschullehrer. Er war verheiratet mit Gerta, geb. Baum, und hatte vier Kinder: Werner (geb. 1920), Siegfried (geb. 1925), Günter (geb. 1927) und Waltraud (geb. 1937). war später Lehrer in Leipzig, wahr wohl in Bayern nicht Lehrer, sondern Kaufmann. Gedächtnisblatt existiert. In Nabburg in der Oberpfalz, wo die Familie mehrere Jahre lebte, war Bruckmann als Kaufmann tätig. Im November 1938 wird Bruckmann verhaftet und ins Konzentrationslager Dachau gebracht. Nach seiner Entlassung schicken Slly und Gerta Bruckmann den ältesten Sohn nach Palästina. Für die jüngeren Kinder scheint den Eltern die Reise zu gefährlich.
Im April 1939 erhält Bruckmann eine Stelle als Lehrer der jüdischen Volksschule in Leipzig.

Quellen:
  • Ziegler / Grundler 2007
  • Ziegler 2012
  • Ziegler und Klasse 9a: Gedächtnisblatt 2010

Buchmann, Lehmann

Beruf: Lehrer
Wohnort: Adelsdorf
Regierungsbezirk: Oberfranken (heute Mittelfranken)

(mehr Informationen)
Bemerkungen: Lehmann Buchmann war zwischen 1826 und 1831 Lehrer in Adelsdorf. Adelsdorf gehörte bis 1972 zum Landkreis Höchstadt/Aisch in Oberfranken, heute zum Landkreis Erlangen/Höchstadt in Mittelfranken.

Quellen:
  • Guth 1988
  • StAB
  • Fleischmann 1996

Bujdosö, geb. Reuß , Sophie

Geboren: 29.06.1870 in Frensdorf/Ofr.
Konfession: katholisch
Beruf: Lehrerin
Wohnort: Bamberg
Regierungsbezirk: Oberfranken

(mehr Informationen)
Bemerkungen: Zur katholischen Kirche übergetreten.

Quellen:
  • Stadtarchiv Bamberg
  • Deusel, Beisbart 2008

Bürner, Frieda

Beruf: Volksschullehrerin
Verfolgung: Frieda Bürner wurde nach §3 des BBG wegen ihrer jüdischen Abstammung in den Ruhestand versetzt.

(mehr Informationen)

Quellen:
  • Schäffer 2001

Buttenwieser, Moses

Geboren: in Hum. Gymnasium Ludwigshafen; bis 1.10.1933
Titel: Dr., Studienprofessor
Beruf: Gymnasiallehrer
Berufstätig an folgender Schule: Hum. Gymnasium Ludwigshafen; bis 1.10.1933
Verfolgung: Moses Buttenwieser wurde aufgrund §3 Abs. I des Gesetzes zur Wiederherstellung des Berufsbeamtentums am 1. Oktober 1933 mit 47 Jahren in den Ruhestand versetzt.
Wohnort: Ludwigshafen
Regierungsbezirk: Pfalz

(mehr Informationen)
Bemerkungen: Dr. Moses Buttenwieser war Deutsch-, Griechisch- und Lateinlehrer am Humanistischen Gymnasium Ludwigshafen. Er wurde noch am 14. Januar 1933 vom Studienrat zum Studienprofessor befördert. Zu dieser Zeit hatte Buttenwieser ein Kind. Mit Entschließung vom 18. September 1933 wurde er im Alter von 47 Jahren aufgrund §3 Abs. I des Gesetzes zur Wiederherstellung des Berufsbeamtentums in den Ruhestand versetzt. Da er am 1. August 1914 noch kein Beamter gewesen und auch kein "Frontkämpfer" war, war er nicht von der Ausnahmeregelung des Gesetzes bestroffen. Er hatte zwar seine Prüfungen bis 1. August 1914 abgelegt, aber "hervorragende Bewährung" wurde ihm abgesprochen, diese hätte zu Milderung des Gesetzes geführt.

Quellen:
  • BayHStA

C

Carney, geb. Lewin, gesch. Hermann, Charlotte Luise (Lotte)

Geboren: 17.08.1900 in Berlin
Gestorben: 30. Apr 43 in Auschwitz
Beruf: Lehrerin, Vertreterin
Verfolgung: Wurde am 13. März 1943 ins Konzentrations- und Vernichtunglager Auschwitz deportiert und dort am 30. April 1943 im Alter von 42 Jahren ermordet.
Wohnort: München
Regierungsbezirk: Oberbayern

(mehr Informationen)
Bemerkungen: Hat in Elbing (Ostpreußen) und Magdeburg zwei Staatsprüfungen abgelegt. Sie wohnte 1938/39 bei Elisabeth Braun im Hildebrand-Haus. Vor der Deportation wohnte sie im Antonienheim.

Quellen:
  • Bundesarchiv Gedenkbuch
  • http://statistik-des-holocaust.de
  • Stadtarchiv München
  • StAM

Cohen, Arthur Aaron

Geboren: 22.01.1864 in München
Gestorben: 10.06.1940 in München
Titel: Prof. Dr.
Beruf: Schriftsteller, Hochschullehrer, Nationalökonom
Verfolgung: Arthur Aaron Cohen wollte 1937 nach Columbien emigrieren.
Wohnort: München
Regierungsbezirk: Oberbayern

(mehr Informationen)

Quellen:
  • Stadtarchiv München
  • StAM

D

Dachauer, Simon

Konfession: israelitisch
Beruf: Lehrer, Kantor
Berufstätig an folgender Schule: Religionsschule der IKG Bayreuth 1869-1911
Wohnort: Bayreuth
Regierungsbezirk: Oberfranken

(mehr Informationen)

Quellen:
  • Stadtarchiv Bayreuth
  • jewishgen

Davidovics, David

Geboren: 24.06.1904 in Wien
Beruf: Kantor, Religionslehrer
Verfolgung: David Davidovics emigrierte am 1. März 1938 nach Haifa.
Wohnort: München
Regierungsbezirk: Oberbayern

(mehr Informationen)

Quellen:
  • Stadtarchiv München

Dessau, Samuel

Gestorben: 1904 in Schweinfurt
Titel: Dr.
Beruf: Schuldirektor
Berufstätig an folgender Schule: Israelitische Realschule zu Fürth
Wohnort: Fürth
Regierungsbezirk: Mittelfranken

(mehr Informationen)
Bemerkungen: Dr. Dessau war von 1873 bis 1898 Direktor der Israelitischen Realschule zu Fürth.

Quellen:
  • Gisela Blume: Memorbuch der Fürther Juden

Deutsch, Hermann

Konfession: israelitisch
Beruf: Religionslehrer und Schächter
Berufstätig an folgender Schule: Religionsschule Cronheim
Wohnort: Gunzenhausen
Regierungsbezirk: Mittelfranken

(mehr Informationen)
Bemerkungen: Hermann Deutsch war Lehrer in Gunzenhausen. 1932 war Hermann Deutsch Religionslehrer und Kantor in Cronheim, wo er noch drei Kinder unterrichtete. Außerdem gab er 1932 den noch vier verbliebenen Kinder des Marktes Heidenheim (heute VG Hahnenkamm, Kreis Weißenburg-Gunzenhausen) Religionsunterricht. Im September 1936 wurde Hermann Deutsch zusammen mit dem Heidenheimer Viehhändler Salomon Gutmann verhaftet, weil sie Geflügel schächten wollten. Hermann Deutschs Tochter lebte 2009 in den USA, wusste laut Angaben des Stadtarchivs Gunzenhausen nichts mehr über seine Tätigkeit als Lehrer.

Quellen:
  • alemannia judaica
  • Stadtarchiv Gunzenhausen

Deutsch, Hermann 2

Geboren: 27.10.1856 in Frauenkirchen/Burgenland
Gestorben: 1932
Konfession: israelitisch
Titel: Dr., Direktor
Beruf: Rabbiner, Waisenhausdirektor
Berufstätig an folgender Schule: Israelitische Präparandenschule Burgpreppacch, Israelitisches Waisenhaus Fürth
Wohnort: Fürth
Regierungsbezirk: Mittelfranken

(mehr Informationen)
Bemerkungen: War von 1886 bis 1895 Bezirksrabbiner in Burgpreppach, dann von 1895 bis 1929 Direktor des Isralitischen Waisenhauses in Fürth.

Quellen:
  • alemannia judaica
  • CAHJP

Dickhoff, Mina

Geboren: 28.4.1870 in Lichtenau/Büren
Gestorben: in Treblinka
Beruf: Lehrerin
Berufstätig an folgender Schule: Jüdische Konfessionsschule Nürnberg
Verfolgung: Mina Dickhoff wurde am 29. Juli 1942 ins Ghetto Theresienstadt deportiert und von dort am 23. September 1942 ins Vernichtungslager Treblinka. Sie wurde im Alter von 72 Jahren ermordet.
Wohnort: Nürnberg
Regierungsbezirk: Mittelfranken

(mehr Informationen)
Bemerkungen: Mina Dickhoff wohnte in Nürnberg und in Hamm in Westfalen. Sie war Lehrerin der Israelitischen Bekenntnisschule Adas Israel in Nürnberg.

Quellen:
  • Rijo
  • Bundesarchiv Gedenkbuch

Dingfelder, Simon

Geboren: 1869 (?) in Schwabach
Gestorben: 29.05.1928 in München
Konfession: israelitisch
Titel: Oberlehrer
Beruf: Volksschullehrer
Berufstätig an folgender Schule: Israelitische Schule Ansbach
Wohnort: Ansbach
Regierungsbezirk: Mittelfranken, Oberbayern

(mehr Informationen)
Bemerkungen: Simon Dingfelder stammte aus Schwabach. Er hat dort zusammen mit Leopold Gutmann studiert. Von 1894 bis 1904 war er Lehrer in Ansbach, dabei auch als Religionslehrer für die Kinder in der jüdischen Gemeinde Colmberg tätig. Anschließend ging er nach München. Mitbegründer des Verbands bayerischer israelitischer Gemeinden (Bayern?) 1920; Vertreter des Israelitischen Lehrervereins, Schriftleiter. Für den Verband der jüdischen Jugendorganisationen München hielt Dingfelder am 28. Februar 1922 im Gemeindehaus einen Vortrag vor Jugendleitern über die jüdischen Volksschule. Sprach bei Strauß´ Dienstjubiläum 1926 als Vertreter des Lehrervereins. Beerdigt auf dem Alten Jüdischen Friedhof, Thalkirchner Straße 240, München.

Quellen:
  • CAHJP
  • Stadtarchiv München
  • Das jüdische Echo 1922
  • alemannia judaica

E

Eckart, geb. Schwarz, Charlotte Margarete

Geboren: 26.04.1904 in Augsburg
Gestorben: 08.06.1942 in Bernburg/Saale
Beruf: Atemlehrerin
Verfolgung: Charlotte Eckart emigrierte am 13. April 1934 nach Meran. Sie wurde ins Konzentratonslager Ravensbrück deportiert und von dort in die Tötungsanstalt Bernburg a.d. Saale. Dort wurde sie am 8. Juni 1942 im Alter von 38 Jahren ermordet.
Wohnort: München
Regierungsbezirk: Oberbayern, Schwaben

(mehr Informationen)
Bemerkungen: Als Wohnort wird auch Augsburg genannt.

Quellen:
  • Stadtarchiv München
  • Bundesarchiv Gedenkbuch

Eckstein, Adolf

Geboren: 10.06.1857 in Nitra/Ungarn
Gestorben: 10.01.1935 in Bamberg
Konfession: israelitisch
Titel: Dr. phil.
Beruf: Rabbiner, Lehrer, Schriftsteller
Verfolgung: Dr. Ecksteins Tochter Helene wurde am 17. Juni 1943 von Fürth aus ins Ghetto Theresienstadt deportiert und von dort am 9. Oktober 1944 ins Konzentrations-und Vernichtungslager Auschwitz.
Wohnort: Bamberg
Regierungsbezirk: Oberfranken

(mehr Informationen)
Bemerkungen: Eckstein besuchte zwischen 1875 und 1878 die Lehrerbildungsanstalt Berlin, die er mit einem Examen abschloss. Anschließend arbeitete er zunächst als Lehrer in Schwerin, dann in Marienwerder. Von 1883 bis 1886 studierte er an der Hochschule für die Wissenschaft des Judentums in Berlin. 1886 wurde er in Leipzig promoviert. Dr. Eckstein war von 1888 bis 1926 Distriktrabbiner in Bamberg. Mehrere Veröffentlichungen zur Geschichte der Juden in Franken.

Quellen:
  • CAHJP
  • Stadtarchiv Bamberg
  • Gisela Blume: Memorbuch der Fürther Juden

Edel, Dietrich

Beruf: Lehrer
Berufstätig an folgender Schule: Internat Prediger Hirsch, Lehmannschule Berlin
Wohnort: Coburg
Regierungsbezirk: Oberfranken

(mehr Informationen)
Bemerkungen: Institut Hirsch bis März 1937, dann Lehmannschule Berlin.

Quellen:
  • Stadtarchiv Coburg

Edelstein, Heinemann

Geboren: 07.09.1870 in Unterriedenberg/Brückenau
Gestorben: 10.06.1944 in Theresienstadt
Konfession: israelitisch
Titel: Hauptlehrer i.R.
Beruf: Lehrer, Kantor, Schächter
Berufstätig an folgender Schule: Jüdische Elementarschule Sugenheim
Verfolgung: Heinemann Edelstein wurde am 10. November 1938 ins KZ Dachau gebracht, wo er bis 15. Dezember 1938 inhaftiert war. Am 1. Juli 1942 wurde er mit seiner Frau Jeanette nach Theresienstadt deportiert und starb dort im Alter von 73 Jahren am 10. Juni 1944, seine Frau war bereits am 6. Februar 1943 gestorben. Mindestens zwei der drei Kinder der Familie konnten nach Palästina emigrieren.
Wohnort: Sugenheim
Regierungsbezirk: Mittelfranken

(mehr Informationen)
Bemerkungen: Heinemann Edelstein hat in Würzburg die Israelitische Lehrerbildungsanstalt absolviert. Er war seit 1899 in Sugenheim Lehrer, Kantor und Schächter und unterrichtete an der Jüdischen Elementarschule bis sie 1924 wegen Schülermangels geschlossen wurde. Am 1.5.1924 wurde er in einstweiligem Ruhestand versetzt. Er fungierte weiterhin als Religionslehrer für die verbliebenen Kinder der Gemeinde. Edelstein war Leiter der Sugenheimer Jugendgruppe Agudas Jisroel. Am 4.8.1933 befand er sich im einstweiligen Ruhestand mit Bezug des gesetzlichen Wartegeldes (wegen Auflösung der Schule aufgrund rückläufiger Schülerzahlen) und wurde dann zum 1.4.1934 nach §6 des Gesetzes zur Wiederherstellung des Berufsbeamtentums in den dauernden Ruhestand versetzt. 1938 wohnte Heinemann Edelstein mit seiner Frau Jeanette, geb. Kahn, in München. Eine Zeitlang lebten die beiden dort auch bei Elisabeth Braun im Hildebrandhaus.

Quellen:
  • Yad Vashem
  • StAM
  • Stadtarchiv München
  • KZ-Gedenkstätte Dachau
  • Bay HStA
  • Rijo
  • alemannia judaica
  • Bundesarchiv Gedenkbuch
  • http://www.statistik-des-holocaust.de

Ehrenkranz, Markus (Mordechai)

Titel: Dr. phil.
Beruf: Sprachlehrer
Verfolgung: Dr. Ehrenkranz ist am 7. März 1937 emigriert.
Wohnort: München
Regierungsbezirk: Oberbayern

(mehr Informationen)

Quellen:
  • Stadtarchiv München

Ehrenreich, Nathan

Geboren: 27.07.1880 in Schopfloch
Gestorben: 1941 in Ghetto Riga
Konfession: israelitisch
Titel: Hauptlehrer
Beruf: Lehrer
Berufstätig an folgender Schule: Israelitische Bekenntnisschule Adas Israel Nürnberg
Verfolgung: Nathan Ehrenreich wurde am 11. November 1938 ins Konzentrationslager Dachau verschleppt. Am 29. November 1941 wurde er im Alter von 61 Jahren mit seiner Frau Berta nach Riga-Jungfernhof, Außenlager Ghetto Riga deportiert und getötet.
Wohnort: Nürnberg
Regierungsbezirk: Mittelfranken

(mehr Informationen)
Bemerkungen: Nathan Ehrenreich war zweiter Vorsitzender des Israelitischen Lehrervereins für Bayern. Am 31. Mai 1928 hielt er auf dem jüdischen Friedhof in München eine Rede zu Ehren Simon Dingfelders bei dessen Beerdigung. Am 15. Juni 1928 veröffentlichte er einen Artikel in der Bayerischen (Israelitischen?) Gemeindezeitung, in dem er Simon Dingfelders Arbeit für den Israelitischen Lehrerverein und vor allen sein politisches Engagement für die jüdische Lehrerschaft würdigte.

Quellen:
  • alemannia judaica
  • Bundesarchiv Gedenkbuch
  • Rijo
  • KZ-Gedenkstätte Dachau
  • http://www.statistik-des-holocaust.de

Ehrentreu, Ernst

Geboren: 12.05.1896 in München
Gestorben: 11.11.1981 in London
Konfession: israelitisch
Titel: Dr.
Beruf: Oberschullehrer, Rabbiner
Berufstätig an folgender Schule: Talmud-Thora Schule München, höhere Schulen in München
Verfolgung: Ernst Ehrentreu war von 10. bis 25. November 1938 im Konzentrationslager Dachau inhaftiert. Emigration nach England im Februar 1939.
Wohnort: München
Regierungsbezirk: Oberbayern

(mehr Informationen)
Bemerkungen: Ernst Ehrentreu war der Sohn des Münchner Rabbiners Dr. Heinrich Ehrentreu. Er absolvierte das Rabbinerseminar in Berlin und studierte einige Zeit an der Jeschiwa in Preßburg. Ehrentreu war von 4. Januar 1916 bis 24. Dezember 1918 beim Heer. Von 1. April 1921 bis 31. Dezember 1922 war er Direktor der Talmud-Thora Schule München. Am 24. Februar 1923 hielt er beim Elternabend der Schule einen Vortrag über "Jüdische Erziehung" und verabschiedete sich von den Eltern aus seinem Amt als Schulleiter. Von 16. April 1924 bis 15. Juli 1925 Religionslehrer und Stellvertreter des Oberrabbiners in Baden/Wien. Von dort wurde er Mitte 1925 als Stellvertreter seines Vaters an die Israelitische Kultusgemeinde München berufen. Ab 16. Juli 1925 war er Rabbiner der Ohel-Jakob-Gemeinde München, gleichzeitig unterrichtete er an höheren Schulen in München. Ehrentreus Ehefrau Fanny Jenny, geb. Heckscher, war ebenfalls Lehrerin und arbeitete an der Israelitischen Volksschule München. Emigration 1939 nach London. Rabbi Ehrentreu war in Australien interniert und wurde während des Krieges als Rabbiner in Melbourne eingesetzt. Während dieser Zeit lebte seite Frau mit den Kindern in Cambridge, England.

Quellen:
  • DJE 1923
  • Archiv der KZ-Gedenkstätte Dachau
  • Bay HStA
  • DJE 1925

Ehrentreu, geb. Heckscher, Fanny Jenny

Beruf: Volksschullehrerin
Berufstätig an folgender Schule: Israelitische Volksschule Herzog-Rudolf-Str. 3-5
Wohnort: München
Regierungsbezirk: Oberbayern

(mehr Informationen)
Bemerkungen: Heiratete am 2. Mai 1926 in Bad Kissingen den Rabbiner und Oberschullehrer Ernst (Erich) Ehrentreu. Fanny Ehrentreu war von 1931 bis 1938 oder 1939 Lehrerin an der Israelitischen Volksschule in der Herzog-Rudolf-Straße 3-5 in München.

Quellen:
  • Bay HStA

Ehrentreu, Heinrich

Geboren: 30.04.1854 in Althofen/Budapest
Gestorben: 04.01.1927 in München
Konfession: israelitisch
Titel: Dr.
Beruf: Rabbiner, Lehrer,
Wohnort: München
Regierungsbezirk: Oberbayern

(mehr Informationen)
Bemerkungen: Heinrich Ehrentreu studierte an der Jeschiwah in Preßburg und an der Universität Heidelberg. 1877 arbeitete er noch während des Studiums als Hauslehrer in Mainz. 1885 wurde er als Lehrer und Rabbiner an die Israelitische Kultusgemeinde nach München berufen, wo er an der orthodoxen Synagoge in der Kanalstraße, später Herzog-Rudolf-Straße, Gottedienste abhielt und Religionsunterricht erteilte. Nach 1907 Rabbinatsassessor und Beamter der Gemeinde. Ab 1918 vollberechtigter Gemeinderabbiner. Vater des Münchner Rabbiners Ernst Ehrentreu.

Quellen:
  • Stadtarchiv München

Ehrlich, Elisabeth

Geboren: 18.06.1900 in München
Gestorben: 03.05.1975 in Oxford
Konfession: katholisch
Titel: Dr. phil., Studienrätin
Beruf: Studienassessor
Verfolgung: Ab 1933 wegen "volljüdischer Abstammung" keine Übernahme in den staatlichen Schuldienst. 1939 Emigration nach England.
Wohnort: München
Regierungsbezirk: Oberbayern, Mittelfranken

(mehr Informationen)
Bemerkungen: Elisabeth Ehrlichs Vater stammte aus Ungarn. Sie selbst besaß von 1900 bis 1932 die ungarische, von 1932 bis 1941 die deutsche Staatsbürgerschaft. Sie studierte an der Universität in München und Berlin (?). Von 1929 bis März 1934 war sie Lehrerin am Mädchenlyzeum mit Oberrealschule der Englischen Fräulein in Passau-Niedernburg. Wegen ihrer "volljüdischen Abstammung" wurde sie nicht in den staatlichen Schuldienst übernommen. Zeitweise war sie als Lehrkraft in privatem Anstellungsverhältnis tätig. Von November 1937 bis März 1939 war sie als Fachlehrerin an der Jüdische Realschule Fürth angestellt. Nach ihrer Emigration bis 1960 in folgenden Einrichtungen berufstätig: Cummor (?) Hill Preparatory School Oxford, Royal School Bath, St. Michael´s Burton Park Petworth, Sussex. Am 20.6.1949 erhielt Elisabeth Ehrlich die britische Staatsbürgerschaft.

Quellen:
  • Stadtarchiv Fürth
  • Bay HStA

Ehrlich, geb. Brody, Berta

Geboren: 11.03.1867 in Nagydém / Kom. Vesz, Ungarn
Gestorben: 30.12.1943 in Auschwitz
Beruf: Lehrerin
Verfolgung: Berta Ehrlich wurde am 17. März 1942 im Barackenlager München Knorrstraße 148 interniert. Am 27. Juli 1942 ins Sammellager Clemens-August-Str. 9 verlegt. Am 20. April 1943 ins Ghetto Theresienstadt und am 18. Dezember 1943 nach Auschwitz deportiert. Dort wurde sie am 30. Dezember 1943 im Alter von 76 Jahren ermordet.
Wohnort: München
Regierungsbezirk: Oberbayern

(mehr Informationen)
Bemerkungen: Berta Ehrlich hatte das Staatslehrerinnenseminar in Budapest besucht. In München lebte sie zuletzt an der selben Adresse wie ihre Tochter, die Lehrerin Elisabeth Ehrlich.

Quellen:
  • Bundesarchiv Gedenkbuch
  • http://www.statistik-des-holocaust.de
  • Stadtarchiv München
  • The London Gazette
  • StAM

Ehrmann, Heinrich

Geboren: 1856 in Poppenlauer/Ufr.
Gestorben: 10.09.1931 in Friedberg
Konfession: israelitisch
Beruf: Lehrer
Berufstätig an folgender Schule: Israelitische Präparandenschule Burgpreppach
Wohnort: Burgpreppach
Regierungsbezirk: Unterfranken

(mehr Informationen)
Bemerkungen: War ab 1874 erster Lehrer der Israelitischen Präparandenschule in Burgpreppach, wo er zehn Jahre tätig war. 1884 wechselte er nach Friedberg (Hessen). Vierzig Jahre lang, bis 1924 war er Lehrer, erster Kantor und geistliches Oberhaupt der dortigen israelitischen Kultusgemeinde. Anfang Februar 1924 wurde er aus Altersgründen in den Ruhestand versetzt. Er war viele Jahre verantwortlicher Redakteur der pädagogischen Beilage des "Israelit".

Quellen:
  • alemannia judaica

Eichelberg, Walter

Titel: Dr. phil.
Beruf: Sprachlehrer
Verfolgung: Walter Eichelberg emigrierte am 30. Juni 1937 nach Palästina.
Wohnort: München
Regierungsbezirk: Oberbayern

(mehr Informationen)

Quellen:
  • Stadtarchiv München

Einstädter, Robert Denny

Geboren: 10.10.1880 in Bad Königshofen
Gestorben: in Krasniczyn
Konfession: israelitisch
Titel: Hauptlehrer
Beruf: Seminarhilfslehrer, Volksschullehrer
Berufstätig an folgender Schule: Israelitische Lehrerbildungsanstalt Würzburg, Israelitische Volksschule Kitzingen, Volksschule Nürnberg
Verfolgung: Robert Einstädter wurde am 25. April 1942 im Alter von 61 Jahren ab Würzburg nach Krasnystaw (Krasniczyn) im Distrkt Lublin des "Generalgouvernements Polen" deportiert und getötet.
Wohnort: Nürnberg
Regierungsbezirk: Unterfranken, Mittelfranken

(mehr Informationen)
Bemerkungen: Robert Einstädter erhielt seine Lehrerausbildung an der Israelitischen Lehrerbildungsanstalt Würzburg (ILBA), die er 1900 mit Examen abschloss. Zwischen 1905 und 1910 war er als Seminarhilfslehrer an der ILBA angestellt. Später arbeitete Einstädter - dann bereits Hauptlehrer - für die Kultusgemeinde Kitzingen. Dort leitete er wohl die jüdische Volksschule. Für die Kitzinger Ortsgruppe des Central-Vereins deutscher Staatsbürger jüdischen Glaubens übte er die Ämter des Kassiers und Bibliothekars aus. In den ersten Monaten des Jahres 1929 wurde Einstädter nach Nürnberg versetzt, wo er als Lehrer der Volksschule wirkte.
Der Name von Robert Einstädter konnt auf der Transportliste vom 25. April 1942 ab Würzburg in www.statistik-des-holocaust.de nicht gefunden werden (Stand 6.1.2018).

Quellen:
  • http://statistik-des-holocaust.de
  • Bundesarchiv Gedenkbuch
  • Strätz 1989
  • Rijo
  • Rieger/Jochem 2008
  • alemannia judaica

Eisemann, Karl

Geboren: 4.6.1895 in Westheim/Ufr.
Gestorben: 29.10.1942 in Riga
Konfession: israelitisch
Titel: Dr. phil.
Beruf: Lehrer, Schuldirektor
Berufstätig an folgender Schule: Jüdische Volksschule Würzburg
Verfolgung: Dr. Eisemann wurde am 26. Oktober 1942 aus Berlin nach Riga deportiert und drei Tage später im Alter von 47 Jahren ermordet.
Wohnort: Würzburg

(mehr Informationen)
Bemerkungen: Karl Eisemann war der zweite Sohn des Westheimer Lehrers Salomon Eisemann und dessen Frau Berta, geb. Grünbaum. Er hatte zwei Geschwister: Lazarus und Lea, verh. Birk (siehe Birk, Lea, Lehrerin). Wie sein Vater studierte er an der Israelitischen Lehrerbildungsanstalt (ILBA) in Würzburg, die er 1914 mit Examen abschloss. Zunächst unterrichtete er an der jüdischen Volksschule in Würzburg.
Am 1. September 1917 trat er in die Bayerische Armee ein. Vom 15. Oktober bis 31. Dezember 1917 wurde er für den Schuldienst zurückgestellt.
1918 legte er die Lehramtsprüfung ab. 1921 zog Eisemann nach Berlin und begann ein Studium. Er promovierte in Bonn und wurde Schuldirektor in Berlin. Als zuletzt Verantwortlicher für die jüdischen Schulen in Berlin erhielt er keine Auswanderungserlaubnis. Dr. Eisemann wurde am 26. Oktober 1942 nach Riga deportiert und drei Tage später ermordet. Er war ledig und wurde 47 Jahre alt.
In Berlin-Moabit, an der Dortmunder Str. 13, wurde für Dr. Eisemann ein Stolperstein verlegt.

Quellen:
  • Strätz 1989
  • Bundesarchiv Gedenkbuch
  • http://statistik-des-holocaust.de
  • BayHStA Kriegsarchiv

Eisemann, Salomon

Geboren: 29.11.1860 in Steinbach (Ufr.?)
Gestorben: 25.08.1930 in Würzburg
Konfession: israelitisch
Titel: Hauptlehrer
Beruf: Volksschullehrer
Berufstätig an folgender Schule: Isr. Elemantarschule Westheim
Wohnort: Westheim/Saale (heute Ortsteil der Stadt Hammelburg)
Regierungsbezirk: Unterfranken

(mehr Informationen)
Bemerkungen: Salomon Eisemann studierte an der Präparandenschule in Höchberg und an der Israelitischen Lehrerbildungsanstalt Würzburg (ILBA). Er schloss 1879 mit Examen ab. Eisemann unterrichtete zunächst als Religionslehrer an der jüdischen Volksschule in Haßfurt. Nach 7 Jahren wechselte er nach Westheim bei Hammelburg, wo er die Stelle des Volksschullehrers antrat. Er wirkte dort auch als Kantor und Schächter. Eisemann blieb bis zu seinem Ruhestand in Westheim. Aus gesundheitlichen Gründen schied er 1912 aus dem Schuldienst aus und zog nach Würzburg.
Salomon Eisemann war mit Berta, geb. Grünbaum (1.6.1861(62?) aus Wiesenfeld (Ufr.?) verheiratet. Berta starb am 2. Mai 1936 in Würzburg. Die Kinder des Paare waren: Lazarus, Internist (20.12.1891 in Westheim/Hammelburg - gest. in Jerusalem); Karl, Lehrer, Schuldirektor, Dr. (4.6.1895 in Westheim - 1942 (?) ermordet); Lea Birk (Lehrerin u. Hausfrau, seit 1928 verheiratet mit dem Tierarzt Dr. Max Birk. Die junge Familie mit zwei Kindern konnte 1936 nach Palästina ziehen).

Quellen:
  • Strätz 1989
  • alemannia judaica

Eisenstädter, Julius

Geboren: 16.06.1884 in Wien
Gestorben: 1941 in Minsk
Konfession: israelitisch
Titel: Dr. phil., Studienrat
Berufstätig an folgender Schule: Realschule II Nürnberg
Verfolgung: Dr. Eisenstädter wurde am 1. Oktber 1933 aus dem Bayerischen Staatsdienst entlassen. Am 14. November 1941 wurde er m Alter von 57 Jahren von Berlin aus ins Ghetto Minsk deportiert. Im Dezember 1941 wurde er dort ermordet.
Wohnort: Nürnberg
Regierungsbezirk: Mittelfranken

(mehr Informationen)
Bemerkungen: Julius Eisenstädter stammt aus einer Münchner Kaufmannsfamilie. Er besuchte das Luitpoldgymnasium München und anschließend die Münchner Universität. Erste Lehramtsprüfung 1909. Mitglied der USP, Mitglied im Nürnberger Stadtrat. Dr. Eisenstädter war zuletzt an der Realschule II in Nürnberg Lehrer. Er wurde zum 1. Otober 1933 aus dem bayerischem Staatsdienst entlassen (§2a Abs. I). 1935 wohnte Eisenstädter in Berlin, Wullenweberstraße 3.

Quellen:
  • ancestry.de
  • Bundesarchiv Gedenkbuch
  • Bay HStA

Eisfeld, Heinrich (Heinemann)

Geboren: 30.03.1868 in Wiesenfeld
Beruf: Kantor, Lehrer
Wohnort: München
Regierungsbezirk: Oberbayern

(mehr Informationen)

Quellen:
  • Stadtarchiv München

Eldod, Emanuel

Geboren: 25.09.1863 in Höchberg/Ufr.
Gestorben: 10.11.1942 in Theresienstadt
Konfession: israelitisch
Titel: Hauptlehrer
Beruf: Lehrer
Berufstätig an folgender Schule: Israelitische Präparandenschule Höchberg
Verfolgung: Emanuel Eldod wurde am 23. September 1942 zusammen mit seiner Frau Mirjam ins Ghetto Theresienstadt deportiert, er starb dort am 10. November 1942 im Alter von 79 Jahren. Mirjam war einen Monat vorher, am 12. Oktober 1942 gestorben.
Wohnort: Höchberg
Regierungsbezirk: Unterfranken

(mehr Informationen)
Bemerkungen: Emanuel Eldod war ab 1895 Kantor in Höchberg und Religionslehrer an der Präparandenschule, ab 1913 auch Religionslehrer der IKG. Unterhielt ein kleines Internat an der Präparandenschule. Ab 1920 Vorsitzender der Israelitischen Kultusgemeinde Höchberg. Wurde 1929 oder 1931 pensioniert. Vater der Gymnasiallehrer Naftali und Simon Eldod und weiterer acht Kinder. Wird bei Flade als Oberlehrer bezeichnet.

Quellen:
  • Flade, 1998
  • Bundesarchiv Gedenkbuch
  • ILBA 1982
  • Strätz, 1989
  • http://statistik-des-holocaust.de

Eldod, Naftali

Geboren: 03.02.1899 in Höchberg/Ufr.
Gestorben: 1941 (?) in Riga-Jungfernhof
Konfession: israelitisch
Titel: Oberlehrer
Beruf: Gymnasiallehrer
Berufstätig an folgender Schule: Jüdische Schule Carolinenstr. 35 in Hamburg
Verfolgung: Naftali Eldod wurde im Alter von 42 Jahren am 6. Dezember 1941 von Hamburg aus mit seiner Frau Rosa und den vier Kindern Walter Samuel, Judith, David und Eli nach Riga-Jungfernhof deportiert und ermordet.
Wohnort: Würzburg
Regierungsbezirk: Unterfranken

(mehr Informationen)
Bemerkungen: Sohn des Höchberger Lehrers Emanuel Eldod und Bruder des Gymnasiallehrers Simon Eldod. Schüler am Alten Gymnasium Würzburg. Im Juni 1918 rückte Eldod zum Militärdienst ein. In der Kriegsstammrolle ist er als Medizinstudent eingetragen. 1940 ist Eldod als Studienrat im Hamburger Telefonbuch unter der Adresse Brahmsallee 24 eingetragen.
1918-1924 Studium in Würzburg, dann nach Köln und später nach Hamburg verzogen. Am 29. Juni 1927 reiste Eldod - noch ledig und Studienrat, zusammen mit anderen Lehrern auf der George Washington aus Bremen nach Southhampton. Er wohnte bereits in Hamburg.
In der Hallerstr. 55 in Hamburg Eimsbüttel sind auf den Namen Eldod sechs Stolpersteine verlegt worden, für Naftali, für Rosa (1908), Walter Samuel (1934), Judith (1936), David (1937) und Eli (1940).

Quellen:
  • Strätz, 1989
  • Flade, 1998
  • Bundesarchiv Gedenkbuch
  • http://statistik-des-holocaust.de
  • ancestry.de
  • BayHStA Kriegsarchiv

Eldod, Simon

Geboren: 29.10.1906 in Höchberg/Ufr.
Konfession: israelitisch
Titel: Studienrat; Stud.Ass.
Beruf: Gymnasiallehrer
Berufstätig an folgender Schule: Israelitische Realschule zu Fürth
Verfolgung: Am 20. Oktober 1938 nach Haifa emigriert.
Wohnort: Fürth
Regierungsbezirk: Mittelfranken

(mehr Informationen)
Bemerkungen: Sohn des Höchberger Lehrers Emanuel Eldod, Bruder des Gymnasiallehrers Naftali Eldod (Hamburg). War 1928-1931 Studienreferendar in Würzburg. Fächerangaben beziehen sich auf das Schuljahr 1936/37 in der Israelitischen Realschule zu Fürth. Erhielt 1936 im Alter von 30 Jahren, ledig, ein Gehalt von 346,15 RM (inkl. acht Überstunden; das sind 88% des staatlichen Satzes von 397,93RM) für 32 Wochenstunden. Hat 1960 einen Bericht über die Israelitische Kultusgemeinde von Höchberg geschrieben.

Quellen:
  • Strätz, 1989
  • Dietz, Holzbauer, 1973
  • Blume
  • Stadtarchiv Fürth

Elias, Markus

Geboren: 15.7.1886 in Wien
Gestorben: nn.8.1984
Konfession: israelitisch
Titel: Dr.
Beruf: Lehrer, Schuldirektor
Berufstätig an folgender Schule: Israelitische Realschule Fürth
Wohnort: Fürth
Regierungsbezirk: Mittelfranken

(mehr Informationen)
Bemerkungen: Markus Elias wuchs in München auf, wo er das Gymnasium besuchte. Er studierte in Frankfurt und Heidelberg. Die Leitung der Israelitischen Realschule Fürth übernahm er nach dem Tod séines Vorgängers, Prof. Dr. Alfred Feilchenfeld im Jahr 1923.

Quellen:
  • almannia judaica

Elk, Max

Konfession: israelitisch
Titel: Dr.
Beruf: Rabbiner, Religionslehrer
Berufstätig an folgender Schule: Mittelschulen München
Wohnort: München
Regierungsbezirk: Oberbayern

(mehr Informationen)
Bemerkungen: Dr. Max Elk absolvierte das Rabbinerseminar in Breslau. Seit 1. April 1925 war er Rabbinatssubstitut bei der Israelitischen Kultusgemeinde München und Lehrer an den Mittelschulen.

Quellen:
  • DJE 1925

Engelmann, Hedwig (Hedda)

Geboren: 22.02.1897 in München
Gestorben: in Piaski (?)
Beruf: Pianistin, Musiklehrerin
Verfolgung: Hedwig Engelmann wurde im Alter von 45 Jahren am 4. April 1942 ins Ghetto Piaski deportiert und ermordet.
Wohnort: München
Regierungsbezirk: Oberbayern

(mehr Informationen)

Quellen:
  • Stadtarchiv München
  • Bundesarchiv Gedenkbuch
  • http://www.statistik-des-holocaust.de

Eppstein, geb. Arensberg, Paula

Geboren: 13.04.1913 in Marktbreit (Ufr.)
Konfession: israelitisch
Beruf: Musiklehrerin, Campdirektorin
Verfolgung: Paula Arensberg emigrierte 1933 über die Schweiz nach Paris, nachdem sie ihr kurz zuvor begonnenes Studium nicht fortsetzen durfte. Im Sommer 1940 war sie im Lager Gurs interniert. Dennoch gelang ihr im Juni 1941 von Marseille aus die Emigration in die USA.
Wohnort: Marktbreit
Regierungsbezirk: Unterfranken

(mehr Informationen)
Bemerkungen: Paula Arensberg war die ältere Tochter eines Kaufmanns in Marktbreit. Früh erhielt sie Klavierunterricht. Sie hatte eine Schwester. Ab 1929 lebte sie bei der Großmutter Adelheid Vorchheimer in Würzburg, wo sie die Oberrealschule besuchte. 1932 oder 1933 begann sie, Jura zu studieren, wurde aber im folgenden Semester nicht mehr immatrikuliert. Im August 1933 emigrierte sie in die Schweiz, kurz darauf nach nach Paris. Dort hielt sie sich mit verschiedenen Arbeiten als Übersetzerin, Kinderfräulein und anderen Tätigkeiten über Wasser. 1936 heiratete sie in Berlin den Musiklehrer Lothar Eppstein. Im Juni 1941 emigrierte sie in die USA und ließ sich zunächst in New York nieder. Zusammen mit ihrem Mann eröffnete sie 1943 die Musikschule Riverside Piano Studios. Auch gab sie Französisch- und Deutschunterricht. Von 1949 bis 1976 leitete sie ebenfalls zusammen mit ihrem Mann ein Kindersommercamp für Musik, Künste, Sport und Wissenschaften. Ab 1979 arbeitete sie als Assistentin des Direktors des Long Lake Creative Arts Camp. 1986 lebte sie in Sarasota, Florida.

Quellen:
  • Strätz 1989

Erlebacher, Gustav Daniel

Geboren: 2.1.1878 in Diedelsheim/Baden
Gestorben: 25.11.1941 in Kaunas, Fort IX
Konfession: israelitisch
Beruf: Religionslehrer
Verfolgung: Gustav Erlebacher wurde am 20. November 1941 aus München nach Kaunas deportiert und dort am 25. November 1941 im Alter von 61 Jahren ermordet.
Wohnort: Mönchsroth (Lk Ansbach) (BA Dinkelsbühl)
Regierungsbezirk: Mittelfranken, Schwaben

(mehr Informationen)
Bemerkungen: Gustav Erlebacher wurde in Diedelsheim bei Karlsruhe geboren und lebte mit seiner Familie zunächst in Baisingen. Seine Eltern waren die Handelsleute Salomon Erlebacher und seine Frau Betty, geb. Kahn. Erlebacher studierte am Lehrerseminar in Esslingen. Nach Abschluss seiner Ausbildung fand er eine Anstellung als Religionslehrer der jüdischen Gemeinde Goldbach bei Aschaffenburg. Am 28. Februar 1909 heiratete er in Lehrberg bei Ansbach die Tochter des Wallersteiner Schächters Isak Wild, Friederike, genannt Rika (laut Eintrag ins lutherische Kirchenregister Getta Wild). Bald bekam das Paar vier Kinder: Sigmund (15. Mai 1910), Klara (30. März 1911), Hermann (30. März 1913), und Arthur (24. September 1914). Ab November 1915 leistete der Vater von vier kleinen Kindern Kriegsdienst. Er war 164 cm groß, von schmaler Gestalt, blond, trug einen Schnurrbart und litt unter einer Fehlstellung der Augen (schielte). 1916 nahm er an Stellungskämpfen in den Vogesen und vor Verdum teil. Er gehörte zur Besatzung der Festung Metz. Seine Eltern lebten inzwischen nicht mehr, seine Frau war mit den vier Kindern alleine. Im Mai 1917 wurde Erlebacher zum Distriktrabbiner von Aschaffenburg als Lehrer nach Goldbach zurückgestellt und kurz darauf aus dem Militärdienst entlassen. Am 9. Februar 1918 wurde Alfred, der jüngste Sohn, geboren.
Wenige Jahre später übernahm Gustav Erlebacher die Stelle des Religionslehrers der mittelfränkischen Gemeinde Mönchsroth im Landkreis Ansbach (gehört heute zur VG Wilburgstetten).
Die Kultusgemeinde Möchsroth hatte von 1826 bis 1890 eine Elementarschule betrieben. Spätestens ab 1885 übernahm der dortige Lehrer auch die Ämter des Kantors und des Schächters. Nach Schließung der Elementarschule fungierte er weiter als Religionslehrer. 1925 unterrichtete Gustav Erlebacher hier als Religionslehrer noch 3 jüdische Kinder. Im Mai 1927 erteilte er auch Religionsunterricht im 15 km entfernten Wallerstein (Schwaben). Er unterrichtete dort Siegbert Schulmann (erste Klasse) und einzelne Zöglinge des Instituts der Engl. Fräulein, sowie ab 1. Mai 1928 eine Schülerin aus München, Hedwig Wolf. Am 24. November 1927 bestätigte der Vorstand der IGK Wallerstein, dass Schulmann durch Erlebacher bisher sonntags unterrichtet worden sei, und dass dessen Vater die Kosten von 6M monatlich aus eigener Tasche bezahlt habe. Am 4. März 1928 teilte die IKG Wallerstein mit, dass sie am 1. März 1928 rückwirkend bis 1. Mai 1927 mit Erlebacher einen Anstellungsvertrag geschlossen habe.
Am 15. Februar 1936 starb Friederike Erlebacher. Sie wurde auf dm Wallersteiner Freidhof beigesetzt. Anderthalb Jahre nach dem Tod seiner Frau zog Gustav Erlebacher zunächst nach Oettingen, anschließend nach München. Am 20. November 1941 wurde er nach Kaunas deportiert und fünf Tage später ermordet. Sein Sohn Hermann, der ebenfalls Lehrer geworden war und an der Jüdischen Schule in Königsberg arbeitete, wurde ebenfalls ermordet. Über den Verbleib der anderen vier Kinder liegen bisher keine Informationen vor.

Quellen:
  • alemannia judaica
  • StAA
  • alemannia judaica
  • Ancestry.com
  • StAM
  • http://statistik-des-holocaust.de
  • BayHStA

Erlebacher, Josef

Geboren: 27.09.1901 in Nordstetten/Württ.
Gestorben: 1950 in USA
Konfession: israelitisch
Titel: Studienrat
Beruf: Seminarlehrer, Fachlehrer
Berufstätig an folgender Schule: Isr. Präp. Schule in Höchberg, Jüd. Volks- und Berufsschule Würzburg
Verfolgung: Josef Erlebacher floh am 22. April 1939 mit seinen beiden Kindern nach England und 1940 weiter in die USA.
Wohnort: Höchberg
Regierungsbezirk: Unterfranken

(mehr Informationen)
Bemerkungen: Josef Erlebacher war ein Sohn des Hauptlehrers Siegfried Erlebacher und dessen Frau Babette, geb. Sachs. Geboren wurde er in Nordstetten/Württemberg. Seine Eltern zogen später nach Oberdorf, ebenfalls in Württemberg. Josef hatte einen ein Jahr jüngeren Bruder, Gustav, der ebenso wie er Lehrer wurde. Josef besuchte die Präparandenschule Höchberg, sein Bruder die in Burgpreppach. Beide studierten anschließend an der Israelitischen Lehrerbildungsanstalt in Würzburg (ILBA). Josef schloss das Seminar 1921 mit Examen ab und begann seine Laufbahn an der Präparandenschule in Höchberg. Als die Präparandenschule 1931 an die ILBA angeschlossen wurde, wurde Josef Erlebacher als hauptamtlicher Lehrer übernommen. Später unterrichtete er auch an der Jüdischen Volks- und Berufsschule Würzburg.
Josef Erlebacher war mit Bella, geb. 1900 (8.4.1894?) verheiratet. Das Paar hatte zwei Kinder: Judith Bettina, geb. 1932 und Erich, geboren am 17. Dezember 1933. Am 1. März 1936 starb Bella. Josef blieb mit dem zweieinhalbjährigen Erich und der vierjährigen Judith alleine. 1938 kam Josef vermutlich in ein Konzentrationslager (Hinweis in ancestry.de auf eine Quelle beim IT SBad Arolsen).
Am 22. April 1939 floh Josef mit seinen Kindern zunächst nach England. Sie kamen in London unter. Am 9. Februar 1940 fuhren Josef, seine neue Frau Rahel Erlebacher und die beiden Kinder auf der SS MV Britannic von Liverpool aus nach New York, wo sie am 19. Februar 1940 eintrafen. Als nächsten Verwandten gab Josef seinen Schwiegervater "Mr. Jakob Eans" in Frankfurt an. In New York wollte sich die Familie an einen entfernteren Cousin, "Mr. L. Weil" anschließen.
Die Familie zog in die Fort Washington Avenue in New York. Sie teilten ihre Wonung mit zwei weiteren Familien, die ebenfalls aus Deutschland geflüchtet waren, und denen sie Zimmer untervermieteten: Mit dem aus Höchberg stammenden Musikkritiker Dr. Nathan Ehrenreich, dessen Frau Frieda und deren elfjährigem Sohn Henry. Nathan Ehrenreich war ein Sohn von Lazarus Ehrenreich, der Lehrer der Präparandenschule Höchberg gewesen war. Ehrenreich gab in der Gemeinschaftswohnung Musikstunden. Außer ihnen lebte hier noch die Witwe Delfine Neumann mit ihren zwei erwachsenen Kindern und der Kaufmann Fred Berman.
Josef Erlebacher gab bei der Volkszählung 1940 an, dass er Sprachlehrer sei und Arbeit suche. Übergangsweise fand er eine Arbeit im Bekleidungsgewerbe. Josef Erlebacher starb früh, schon 1950. Dennoch erhielten beide Kinder eine gute Ausbildung. Judith ging ans College, sie hieß verh. Williams. Erich wurde Physiker und Hochschullehrer. Er nannte sich in Erlbacher um.
Prüfen, ob Josefs Vater Siegfried (kein eigener Eintrag) und Gustav Daniel Erlebacher (eigener Eintrag) Brüder waren.

Quellen:
  • ancestry.de
  • Strätz 1989

Eschwege, Ascher

Geboren: 04.11.1850 in Fulda
Gestorben: 19.02.1931 in Frankfurt
Konfession: israelitisch
Titel: Hauptlehrer
Beruf: Lehrer und Rabbiner
Berufstätig an folgender Schule: Jüdische Volksschule Thüngen
Wohnort: Thüngen
Regierungsbezirk: Unterfranken

(mehr Informationen)
Bemerkungen: Ascher Eschwege war ein Sohn des jüdischen Lehrers Hirsch Eschwege, der um 1860 in Thüngen arbeitete. Ascher besuchte die Israelitische Präparandenschule in Höchberg und vervollständigte seine Lehrerausbildung an der Israelitischen Lehrerbildungsanstalt Würzburg (ILBA) die er 1869 abschloss. Er gehörte also zu den ersten Studenten des 1864 neu eingerichteten Seminars für jüdische Lehrer. Seine erste Stelle trat er nach Abschluss des Seminars in Zeitlofs (heute Landkreis Bad Kissingen) in Unterfranken an. Hier übernahm er im Oktober 1869 die Religionslehrerstelle und das Schächteramt. Im Mai 1873 wurde ihm in einem Zeugnis bestätigt, dass er beide Ämter in Zeitlofs drei Jahre lang ausgeübt hat. In der Zwischenzeit hat er auch die zweite Staatsprüfung "glänzend bestanden", wie es in einem Zeitungsartikel anlässich seines 80. Geburtstages heißt. Er gehörte jetzt zu den gut ausgebildeten Lehrern seiner Zeit. Ascher Eschwege bewarb sich erfolgreich auf eine Stellenanzeige in "Der Israelit" vom 10. Juli 1872 als israelitischer Religionslehrer und Vorsänger in Kleinsteinach. 1874 heiratete Eschwege Eugenie Klein, die Tochter des elsässischen Oberrabbiners Salomon Wolf Klein.
Von 1879 bis 1920 war Eschwege Lehrer der israelitischen Volksschule Thüngen, in der sein Vater um 1860 bereits Lehrer gewesen war. Er hatte sich auf eine Anzeige in der Zeitschrift "Der Israelit" vom 13. September 1879 beworben, in der die Stelle des Elementar-Schulverwesers und Nebenverdienste als Kantor und Gemeindeschreiber ausgeschrieben waren. Zwischen 1880 und 1890 kamen in Thüngen sechs Kinder zur Welt: Bertha Klara (13.11.1880), Brüna (20.05.1882), Blüma (11.11.1885), Samuel (23.06.1887), Nathan (25.10.1888) und Ruben Moses (03.07.1890).
In Thüngen brachte Eschwege es zu hohem Ansehen. Anlässlich Eschweges 80. Geburtstag erscheint in der Zeitschrift "Der Israelit" vom 6. Noveber 1930 ein ausführlicher Artikel. Der Autor führt die Gründung des jüdischen Frauenvereins und des Tora-Lernvereins Erwachsener Asisah auf Eschwege zurück und lobt sein Engagement für die "sorgfältige Ausbildung der Schuljugend sowohl als auch der der Schule entlassenen Jugend in profanen und ganz besonders auch in jüdischen Disziplinen". Weiterhin weist er darauf hin, "dass der evangelische Ortsarzt in Thüngen seinen Sohn in die jüdische Volksschule zum Unterricht schickte, weil sie von der vorgesetzten Schulbehörde als die beste am Platze anerkannt und ausgezeichnet wurde."
Als In Thüngen von 1898 bis 1902 wegen angelnden Trinkwassers eine Typhus-Epidemie herrschte, setzte sich Eschwege in besonderer Weise für das Gemeinwohl ein. Zusammen mit anderen organisierte er federführend einen Helferdienst zur Unterstützung der Kranken und ihrer Familien. Er wurde selbst krank. Als er sich wieder erholt hatte, setzte er sich mit seinen Mitstreitern für den Bau einer Wasserleitung ein. Das Ende der Epidemie wurde darauf zurückgeführt. Da es im Ort keine Apotheke gab, richtete Eschwege eine Hausapotheke ein, in der die notwendigen Madikamene für Krankheiten und Notfälle erhältlich waren.
1919 starb Eugenie. Eschwege zog daraufhin zu seiner Tochter nach Frankfurt. Er starb am 19. Feburar 1931.
Eschweges Sohn Ruben wurde ebenfalls Lehrer und unterrichtete später in Würzburg an der ILBA als Fachlehrer für kantrale Fächer.

Quellen:
  • StAWü
  • alemannia judaica
  • Strätz 1989
  • alemannia judaica

Eschwege, Ruben Moses

Geboren: 03.07.1890 in Thüngen/Ufr.
Gestorben: 12.10.1977 in New York
Konfession: israelitisch
Beruf: Fachlehrer, Kantor
Berufstätig an folgender Schule: Israelitische Lehrerbildungsanstalt (ILBA) Würzburg
Verfolgung: Ruben Eschwege wurde im Zuge der reichsweiten Pogrome im November 1938 verhaftet und mehrere Wochen im Konzentrationslager Buchenwald festgehalten.
Wohnort: Würzburg
Regierungsbezirk: Unterfranken

(mehr Informationen)
Bemerkungen: Ruben (auch Reuben) war der Sohn des Thüngener Kantors und Lehrers Ascher Eschwege und seiner Frau Eugenie, geb. Klein. Er besuchte die Jüdische Volksschule Thüngen, an der sein Vater Lehrer war. Seine Ausbildung er hielt er an der Israelitischen Präparandenschule Höchberg, an der Israelitischen Lehrerbildungsanstalt (ILBA) und am Konservatorium in Würzburg. Die ILBA schloss er 1911 mit Examen ab. Vor dem Krieg war er Kantor und Lehrer in Camberg (Hessen) und Emden (Ostfriesland). 1914 und 1915 nahm er am Krieg teil. Von 1915 bis 1939 war er leitender Kantor der Jüdischen Gemeinde Würzburg. An der ILBA betreute er 20 Jahre lang das Kantorat als Fachlehrer. Im Jahr 1918 heiratete Ruben Eschwege Sara, geb. Unna, die Tochter des Frankfurter Lehrers Simon Unna und Urenkelin des ILBA-Gründers S.B. Bamberger). Das Paar hatte drei Kinder: Eugenie, geb. 11.9.1920, Ruth Thaler, geb. 11.7.1922, Henry, geb. 22.12.1925. Nach der Haft im Konzentrationslager Buchenwald emigrierte Ruben Eschwege im Juli 1939 mit seiner Familie nach London und von dort aus 1940 weiter nach nach New York.

Quellen:
  • Strätz 1989
  • Thaler/Eschwege 1989

Ettlinger, Minna

Geboren: 31.03.1911 in Fürth
Gestorben: in Treblinka
Beruf: Erzieherin
Berufstätig an folgender Schule: Israelitisches Waisenhaus Fürth
Verfolgung: Minna Ettlinger wurde kurz vor ihrem 31. Geburtstag zusammen mit ihrem Vater Benzion und der Stiefmutter Cäcilie am 22. März 1942 ins Transitghetto Izbica deportiert und im Vernichtungslager Treblinka ermordet. Sie wurde am 14.7.1961 für tot erklärt.
Wohnort: Fürth
Regierungsbezirk: Mittelfranken

(mehr Informationen)
Bemerkungen: Minna Ettlinger war Erzieherin im Israelitischen Waisenhaus Fürth.

Quellen:
  • Gisela Blume: Memorbuch der Fürther Juden
  • Bundesarchiv Gedenkbuch

F

Farntrog, Betti Bilha

Geboren: 21.10.1920 in Fürth
Gestorben: in Majdanek oder Sobibor (?)
Konfession: israelitisch
Beruf: Lehrerin, Schwesternschülerin
Verfolgung: Betti Farntrog wurde im Alter von 21 Jahren am 11. Juni 1942 aus Frankfurt ins Vernichtungslager Sobibor oder ins Konzentrations- und Vernichtungslager Majdanek deportiert und ermordet. Auch ihre Eltern und drei ihrer vier Geschwister wurden Opfer der Shoah.
Wohnort: Fürth
Regierungsbezirk: Mittelfranken

(mehr Informationen)
Bemerkungen: Betti Farntrog wuchs in der Familie der Fürther Textilhändler Lazarus Elieser und Jettchen Jael Farntrog zusammen mit vier Geschwistern auf. Betti war die zweitälteste. Sie besuchte 1935/36 die Wirtschaftliche Frauenschule Wolfratshausen. 1939 war sie Lehrerin. 1941 begann sie in Frankfurt eine Ausbildung zur Krankenschwester. Bernhard Kolb nennt eine Frau Farntrog, die Lehrerin an der Jüdischen Konfessionsschule Nürnberg war.

Quellen:
  • Rijo
  • Gisela Blume: Memorbuch der Fürther Juden
  • Bundesarchiv Gedenkbuch

Faust, Markus S.

Geboren: 03.05.1834
Gestorben: 1932
Konfession: israelitisch
Beruf: Klausrabbiner, Privatleher
Wohnort: Fürth
Regierungsbezirk: Mittelfranken

(mehr Informationen)
Bemerkungen: Naturalisierung in Fürth 1901, feierte 1929 seinen 95. Geburtstag. Markus Faust war Thoragelehrter, Rabbiner in Kalisch, Pleschen, Gollantsch und in Fürth. Er soll zahlreiche Schüler unterrichtet haben, von denen viele Rabbiner geworden seien.

Quellen:
  • alemannia judaica
  • CAHJP

Feilchenfeld, Abraham Alfred

Geboren: 14.9.1860 in Düsseldorf
Gestorben: 15.07.1923 in Berlin
Konfession: israelitisch
Titel: Prof. Dr., königlicher Professor mit dem Rang eines Gymnasialprofessors
Beruf: Schuldirektor
Berufstätig an folgender Schule: Israelitische Realschule Fürth
Wohnort: Fürth
Regierungsbezirk: Mittelfranken

(mehr Informationen)
Bemerkungen: Abraham Alfred Feilchenfeld ist ein Sohn des späteren Oberrabbiners von Posen, Wolf Feilchenfeld und dessen Frau Ernestine, geb. Berend.
Seine Lehrerlaufbahn begann er an der Real- und Höheren Töchterschule der Israelitischen Religionsgesellschaft in Frankfurt, wo er vier Jahre arbeitete. 1889 wechselte er an die Talmud-Thora Schule Hamburg, dort blieb er 11 Jahre. Im September 1900 wurde er Direktor der Israelitischen Realschule Fürth. Er leitete die Realschule 23 Jahre lang bis zu seinem Tod 1923.
Die Israelitische Realschule Fürth war "ein Unternehmen des rechtsfähigen Vereins `Israelitische Realschule Fürth´". Im Schuljahr 1909/10 besuchten 82 Kinder die Realschule, dazu kamen 61 Volksschüler, die in die 1. bis 4. Klasse der Vorschule gingen. Prof. Feilchenfeld unterrichtete Religion, Deutsch, Geschichte und Geographie. Z.B. behandelte er in der IV. Realschulklasse im Religionsunterricht, den er zusammen mit Dr. Warszawsk und Dr. Deutsch gab, Pentateuch, Psalmen zu den Pflichen der Gerechtigkeit und der Nächstenliebe, Hebräisch und Rituallehre. In Deutsch unterrichtete er dieselbe Jahrgangsstufe in Grammatik, Wortbildung, hielt Stilübungen ab und behandelte Gedichte von Schiller.
Ein Höhepunkt seiner Arbeit war das fünfzigjährige Bestehen der Realschule im Jahre 1912. Anlässlich des Jubiläums brachte Feilchenfeld eine Festschrift über die Geschichte der Schule heraus. Während des Festaktes am 27. Oktober hielt Feilchenfeld die Festrede und legte die Geschichte der Anstalt dar. In diesem Jahr hatte die Schule die bis dahin höchsten Schülerzahlen vorzuweisen. 14 Schüler schlossen die oberste Jahrgangsstufe ab. Im "Frankfurter Israelitischen Familienblatt" vom 1. November 1912 heißt es über die patriotische Stimmung der Feier: "An Seine Königliche Hoheit, den Prinzregenten Luitpold von Bayern, der augenblicklich in Berchtesgaden weilt, wurde unter jubelnder Zustimmung der Festversammlung ein Huldigungstelegramm abgesandt, das im Laufe des Nachmittags freundlich erwidert wurde."
Als im Dezember desselben Jahres der Prinzregent im 92. Lebensjahr starb, wurde am Tage seiner Beisetzung in der Schule am Nachmittag eine Trauerfeier abgehalten, bei der alle Schüler, Lehrer und Kuratoiumsmitglieder anwesend waren. Feilchenfeld hielt die Traueransprache. Anschließend wurde in der Synagoge der Israelitischen Waisenanstalt ein Trauergottesdienst abgehalten.
Die politische Lage stellte die Schulleitung weiter vor große Herausforderungen. Zu Beginn des Ersten Weltkrieges meldete sich der erst ein halbes zuvor eingestellte Lehrer der Naturwissenschaften, Dr. Fritz Künneth, als Kriegsfreiwilliger und fiel schon am 5. November 1914. So mussten Schüler und Lehrer den ersten Trauerfall verarbeiten. Auch von den nebenamtlichen Lehrern waren einige an der Front. Der Unterricht musste von den Kollegen übernommen werden, zum Teil wurden Lehrer anderer Schulen aus Nürnberg eingesetzt. Feilchenfeld selbst gab jetzt auch Unterricht im Fach Rechnen. Trotzdem konnte nicht der gesamte Unterricht aufrecht erhalten werden, in einigen Fächern war Feilchenfeld gezwungen Stunden zu kürzen. Der Sportunterricht wurde zu einer organisatorischen Herausforderung, da die städtische Turnhalle, die die Schule bisher genutzt hatte, nun für militärische Zwecke belegt wurde. Feilchenfeld beschreibt im Jahresbericht 1914/15, dass die Schüler stark durch das Kriegsgeschehen bewegt waren. Obwohl keiner Militärdienst leisten musste oder durfte - bis auf zwei Ausnahmen, waren alle Schüler unter 16 Jahre alt - engagierten sich viele für die Kriegsfürsorge, sammelten Geld oder warben für die Zeitschrift "Weltkrieg", deren Erlös den Kindern von Soldaten zugute kam. Kriegsereignisse wurden bei patriotischen Feiern begangen. Feilchenfeld arbeitete an einer Zusammenstellung einer Liste von Gefallenen, Beförderten und Ausgezeichneten unter den ehemaligen Schülern.
Im Dezember 1914 wurde Feilchenfeld der "Titel eines königlichen Professors mit dem Rang eines Gymnasialprofessors verliehen". 
Im Herbst 1920 beantragte der Vereinsvorstand, dass die zur Realschule gehörende Vorschule, in der Volksschüler der 1. bis 4. Klasse unterrichtet wurden, zu einer achtklassigen Bekenntnisschule erweitert werden solle. In der Vorschule wurden zu dieser Zeit durchschnittlich 55 Schüler unterrichtet. Da die Schule nicht der Israelitischen Kultusgemeinde unterstand, musste für eine Genehmigung der besondere Bedarf für die Erweiterung dokumentiert werden. Die Stadtschulbehöride ging offensichtlich davon aus, dass die meisten Vorschüler an die Realschule wechseln würden und der Bedarf für eine eigene Volkshauptschule damit nicht gesichert wäre. Feilchenfeld legte im Dezember 1920 ein Verzeichnis mit 21 Namen von potenziellen Schülern für die zu gründende Erweiterung der Klassen 5 bis 7 vor. Daraufhin lehnte die Stadtschulbehörde den Antrag ab, da die Anzahl der Schüler nur eine zusammengelegte Klasse für drei Jahrgänge erlauben würde und die Schüler in den Einzelklassen der Simultanschulen besser gefördert werden könnten.
Alfred Feilchenfeld war mit Lea, geb. Friedländer, verheiratet, mit der er mindesten fünf Kinder hatte: Ernst, geb. 1894 in Hamburg, Marta (später verh. Gruenbaum), geb. 1895, Georg Gotthelf Josua, geb. 1896, Ludwig (Aryeh), geb. 1899 in Hamburg und Ruth (später verh. Azrieli), geb. 1910.
Der Sohn Ernst war Student der Rechtswissenschaften, als der Erste Weltkrieg begann. Im Herbst 1914 rückte auch er zum Kriegsdienst ein. Von 1915 bis 1917 kämpfte er in Frankreich, Italien, Serbien und Rumänien. Im Range eines Oberjägers beim 2. bayerischen Reserve-Jägerbataillon erhielt er 1916 das Eiserne Kreuz. Ernst Feilchenfeld wurde mehrfach schwer verwundet, trotzdem blieb er bis zum Kriegsende im Dienst. Er wurde am 25. Januar 1919 nach Fürth entlassen.
Alfred Feilchenfeld starb am 15. Juli 1923 in Berlin, wo er bei seinen Kindern zur Erholung war, "nach längerem Leiden, aber dennoch unerwartet schnell", wie es in seinem Nachruf heißt. Vier seiner Kinder flohen während der NS-Zeit aus Deutschland.

Quellen:
  • Strätz 1989
  • Berend Familiy Tree
  • Staatsarchiv Hamburg
  • Ancesry.com
  • BayHStA
  • Alfred Feilchenfeld 1920
  • alemannia judaica
  • Stadtarchiv Fürth

Finkelscherer, Bruno

Geboren: 08.04.1906 in München
Gestorben: 05.04.1943 in Auschwitz
Konfession: israelitisch
Titel: Dr. phil.
Beruf: Rabbiner, Religionslehrer
Verfolgung: Bruno Finkelscherer war vom 10. November 1938 bis 22. Dezember 1938 im Konzentrationslager Dachau inhaftiert. Am 13. März 1943 wurde er ins Vernichtungslager Auschwitz deportiert und dort am 5. April 1943 3 Tage vor seinem 37. Geburtstag ermordet.
Wohnort: München
Regierungsbezirk: Oberbayern

(mehr Informationen)

Quellen:
  • Bundesarchiv Gedenkbuch
  • Stadtarchiv München
  • Bay HStA
  • Lowenthal 1965
  • http://statistik-des-holocaust.de
  • Angermair u.a. 1999
  • KZ-Gedenkstätte Dachau

Fischer, geb. Tahlmann, Paula

Geboren: 21.11.1876 in Frankenthal
Gestorben: 06.11.1944 in Theresienstadt
Beruf: Sprachen- und Geigenlehrerin
Verfolgung: Paula Fischer wurde am 3. Juli 1942 ins Ghetto Theresienstadt deportiert und starb dort am 6. November 1944 kurz vor ihrem 66. Geburtstag.
Wohnort: München
Regierungsbezirk: Oberbayern

(mehr Informationen)

Quellen:
  • Bundesarchiv Gedenkbuch
  • Stadtarchiv München

Fleischmann, Ludwig

Geboren: 25.02.1915 in Altenmuhr
Gestorben: 03.10.1997 in New York
Konfession: israelitisch
Beruf: Lehrer, staatlicher Schulamtsbewerber; Wirtschaftsprüfer
Berufstätig an folgender Schule: Jüdische Religions- oder Volksschule Demmelsdorf
Verfolgung: Ludwig Fleischmann konnte aufgrund der nationalsozialistischen Rassenpolitik sein zweites Staatsexamen nicht ablegen. Er emigrierte im September 1938. Die deutsche Staatsangehörigkeit wurde aberkannt.
Wohnort: Demmelsdorf
Regierungsbezirk: Oberfranken

(mehr Informationen)
Bemerkungen: Ludwig Fleischmann studierte an der Israelitischen Lehrerbildungsanstalt Würzburg (ILBA), die er 1934 mit Examen abschloss. Zwischen 1.10.1934 und 30.6.1938 durchlief Ludwig Fleischmann den Vorbereitungsdienst für den staatlichen Volksschuldienst in den Volksschulen München, Nürnberg und Bamberg. Zwischen 1935 und 1938 war er wohl auch als Religionslehrer, Schächter, Kantor der IKG Demmelsdorf angestellt. Die zweite Staatsprüfung durfte er nicht mehr ablegen. Im September 1938 gelang ihm über Cherbourg in Frankreich die Flucht nach New York. Er lebte zunächst in Baltimore, Maryland. Am 2. Februar 1945 trat er in die US-Armee ein. Im Oktober 1945 wurde er amerikanischer Staatsangehöriger. Er heiratete im August 1947. In den USA fand er Arbeit als Buch- und Wirtschaftsprüfer. Lebte 1981 in New York.

Quellen:
  • Strätz 1989
  • alemannia judaica
  • Stadtarchiv Bamberg
  • BayHStA
  • CAHJP

Frank, Abraham

Geboren: 13.07.1849 in Rimpar/Ufr.
Gestorben: 03.02.1924 in Würzburg
Konfession: israelitisch
Beruf: Religionslehrer
Berufstätig an folgender Schule: Israelitische Konfessionsschule Rödelsee
Verfolgung: Einige der Kinder wurden mit ihren Familien ermordet.
Wohnort: Rödelsee
Regierungsbezirk: Unterfranken

(mehr Informationen)
Bemerkungen: Ausbildung an der Israelitischen Lehrerbildungsanstalt (ILBA) Würzburg. Examen 1868. War von 1869 bis 1911 Lehrer in Rödelsee. Vorstandsmitglied im Israelitischen Lehrerverein Bayern.

Quellen:
  • Strätz 1989
  • alemannia judaica

Frank, Hertha

Geboren: 01.03.1897 in Würzburg
Beruf: Lehrerin
Wohnort: Nürnberg
Regierungsbezirk: Mittelfranken

(mehr Informationen)
Bemerkungen: Lehrerin in Nürnberg.

Quellen:
  • Strätz 1989

Frank, Julius

Geboren: 17.05.1889 in Steinach a.d. Saale
Konfession: israelitisch
Beruf: Gymnasiallehrer
Verfolgung: 1935 aus dem Staatsdienst entlassen. Emigration nach England.
Wohnort: Würzburg
Regierungsbezirk: Unterfranken

(mehr Informationen)
Bemerkungen: Lebte 1908 bis 1913 in Würzburg, studierte dort Neophilologie und war als Lehramtskandidat eingesetzt. Mitglied und 2. Vorsitzender der jüdischen Studentenverbindung Salia.

Quellen:
  • Strätz 1989

Frank, Justin

Geboren: 13.06.1916 in Buttenwiesen
Konfession: israelitisch
Beruf: Seminarist
Wohnort: Würzburg

(mehr Informationen)
Bemerkungen: War von 1933 bis 1936 Student an der Israelitischen Lehrerbildungsanstalt (ILBA) Würzburg. Evtl. verwandt mit dem Lehrer Salomon Frank in Buttenwiesen?

Quellen:
  • Strätz 1989

Frank, Nathan

Geboren: 01.08.1881 in Westheim
Gestorben: in Piaski (?)
Konfession: israelitisch
Beruf: Lehrer
Berufstätig an folgender Schule: Religionsschule der IKG Straubing
Verfolgung: Nathan Frank war vom 12. November 1938 bis 26. November 1938 im Konzentrationslager Dachau inhaftiert. Am 4. April 1942 wurde er im Alter von 60 Jahren ins Ghetto Piaski deportiert. Er wurde für tot erklärt.
Wohnort: Straubing
Regierungsbezirk: Niederbayern

(mehr Informationen)
Bemerkungen: Nathan Frank war 1925 bei der jüdischen Gemeinde Straubing als Religionslehrer angestellt. 1925 unterrichtete er noch vier Kinder, 1932 waren es 15. Frank unterrichtete auch die jüdischen Kinder in Landshut, Vilshofen, Deggendorf, Plattling und Passau. In der Deportationsliste steht unter seinem Namen der von Sara Frank, geb. am 2. März 1891 in Westheim.

Quellen:
  • Bundesarchiv Gedenkbuch
  • alemannia judaica
  • Archiv der KZ-Gedenkstätte Dachau
  • http://www.statistik-des-holocaust.de

Frank, Salo

Konfession: israelitisch
Beruf: Religionslehrer, Kantor und Schächter
Berufstätig an folgender Schule: Lehrer in Uffenheim ab 1926
Wohnort: Uffenheim
Regierungsbezirk: Mittelfranken

(mehr Informationen)
Bemerkungen: Eventuell selbe Person wie Frank Salo 2.

Quellen:
  • alemannia judaica

Frank, Salo 2

Geboren: 02.12.1903 in Scheinfeld/Mfr.
Konfession: israelitisch
Beruf: Seminarist
Wohnort: Würzburg
Regierungsbezirk: Unterfranken

(mehr Informationen)
Bemerkungen: Ausbildung an der Israelitischen Präparandenschule Höchberg. 1920 bis 1923 Student an der Israelitischen Lehrerbildungsanstalt (ILBA) Würzburg. Möglicherweise selbe Person wie Salo Frank in Uffenheim.

Quellen:
  • Strätz 1989

Frank, Salomon

Geboren: 27.9.1875 in Ichenhausen
Gestorben: 1942 (?) in Ghetto Piaski (?)
Konfession: israelitisch
Titel: Oberlehrer
Beruf: Volksschullehrer
Berufstätig an folgender Schule: Isr. Volksschule Buttenwiesen
Verfolgung: Salomon Frank wurde zusammen mit seiner Frau Jette im Alter von im Alter von 66 Jahren ins Ghetto Piaski deportiert.
Wohnort: Buttenwiesen
Regierungsbezirk: Schwaben

(mehr Informationen)
Bemerkungen: Salomon Frank war Schulverweser von 15. Januar 1897 bis 15. April 1897 in Buttenwiesen.
Am 28. April 1897 erstellte der Lokal-Schulinspektor einen Visitationsbericht über den Unterricht des Schulpraktikanten Salomon Frank in Ichenhausen.
und Volksschullehrer an der Isr. Volksschule Buttenwiesen von 1910 bis 1917. Ein Lehrer Frank aus Fellheim bewarb sich 1910 um die freie Stelle in Hainsfarth, wurde aber auf Wunsch der Gemeinde dort nicht übernommen.
Zuletzt lebte er in Ichenhausen in der Horst-Wessel-Str. 8 als Oberlehrer a. D. Salomon war mit Jette, geb. Einstein, geboren am 1. Juli 1890 in Fellheim, verheiratet. Evtl. auch tätig in Fischach (hier arbeitete 1917 ein Lehrer Frank), und selbe Person wie Uffenheim (hier war ein Salo Frank ab 1926 Lehrer) und Fellheim?

Quellen:
  • Gemeindearchiv Buttenwiesen
  • Bundesarchiv Gedenkbuch
  • http://statistik-des-holocaust.de
  • StAA BA Günzburg 3493
  • ancestry.de
  • StAA BA Günzburg 3491

Fränkel, Justin

Geboren: 28.10.1896 in Obbach
Gestorben: 19.10.1984 in Cincinnati/Ohio
Konfession: israelitisch
Beruf: Lehrer
Berufstätig an folgender Schule: Mädchengymnasium Erlangen, Jüdische Schule Bamberg
Verfolgung: Justin Fränkel wurde 1937 verhaftet bis November. Er emigrierte im Juli 1938 in die USA. Seine Mutter Fanny ist im Ghetto Theresienstadt umgekommen.
Wohnort: Erlangen
Regierungsbezirk: Oberfranken

(mehr Informationen)
Bemerkungen: Justin Fränkel stammte aus der Familie eines Viehhändlers und hatte eine Schwester, die während des Krieges als Dienstmädchen bei der Familie Rindskopf in Würzburg arbeitete. Justin Fränkel besuchte ab 1911 die Israelitische Präparandenschule in Höchberg und setzte anschließend seine Lehreraubildung an der Israelitischen Lehrerbildungsanstalt Würzburg (ILBA) fort. Er nahm ab 1915 am Krieg teil und wurde 1919 aus dem Heeresdienst entlassen. Am 15. Juli 1919 legte er seine Abschlussprüfung an der ILBA ab. Im Oktober 1921 erwarb er bei der 10. Anstellungsprüfung für Kriegsteilnehmer in Würzburg die Erlaubnis eine selbständige Schulstelle zu belegen. Er begann seine Lehrerlaufbahn als Volksschullehrer in Ebelsbach. Es folgten Anstellungen in Gleisenau und Hofheim-Lendershausen. Am 13. August 1923 heiratete Fränkel Frieda Blatt, die Tochter des Obbacher Volksschullehrers Nathan Blatt. Ab 1924 arbeitete Fränkel als Religionslehrer, Kantor und Schochet in Erlangen, wo 1924 und 1927 seine beiden Kinder Ernst und Edith geboren wurden. Er unterrichtete unter anderem auch am hiesigen Mädchengymnasium. Von dort aus unterrichtete er in den 1920er Jahren auch die jüdischen Kinder in Forth. Bereits ab 1932 ist Fränkel in Erlangen antisemitischen Hetzkampagnen wegen seines Berufs als Schächter ausgesetzt. Nach dem 30. Januar 1933 werden die Attacken heftiger, er wird beleidigt und tätlich angegriffen. Dennoch setzt er sich beim Oberbürgermeister für den verhafteten Berthold Stern und die Brüder Schnaittacher ein. Im Februar 1934 wird Fränkel im „Erlanger Beobachter" öffentlich angeprangert, weil er den jüdischen Abiturienten der Oberrealschule (heute Ohm-Gymnasium) für die Prüfung im Fach Religion folgendes Thema gestellt hat: „Weise aus der Geschichte der Juden in Deutschland ihre geschichtliche und kulturelle Verbundenheit mit ihrer deutschen Heimat nach". Am 1. November 1936 übernimmt Fränkel den Unterricht an der jüdischen Sonderklasse der Volksschule in Bamberg. Nebenamtlich arbeitet er weiterhin als Religionslehrer und Kantor in Erlangen. Am 28. April 1937 wird Fränkel verhaftet und sein Haus durchsucht, Schriften und Reste von Mazzen werden beschlagnahmt. Fränkel und die "Beweisstücke" werden nach Würzburg gebracht: Die Gestapo versucht, ihn für einen acht Jahre zurückliegenden, nicht aufgeklärten Mord an einem fünfjährigen Jungen verantwortlich zu machen und damit die antisemitische Stimmung anzuheizen - er wird das Opfer einer von den Nazis geschürten Ritualmordkampagne. Unmittelbare Folge dieser Anklage: Fränkel verliert seine Anstellung in Bamberg. Am 11. November 1927 wird Fränkel aus der Haft entlassen. Frieda hat inzwischen die Vorbereitungen für die Flucht der Familie vorbereitet. Es dauert noch bis August 1938 bis sie über Southampton an Bord des Schiffes Normandie Europa verlassen können, um in die USA zu emigrieren. Ein schwerer Schritt für Justin Fränkel, der sehr heimatverbunden ist und Deutschland nicht verlassen will. Die Familie lässt sich in Cincinnati/Ohio nieder in einer Gemeinde mit zahlreichen anderen jüdischen Flüchtlingen. Alle müssen mit anpacken, um die Familie über Wasser zu halten, auch Ernst arbeitet nach der Schule als Tellerwäscher, Edith als Babysitter. Justin hat Arbeit bei einer koscheren Fleicherei gefunden. 1945 kehrt Ernst als amerikanischer Soldat nach Erlangen zurück. 1983 wurde Justin Fränkels Wunsch, dass für die jüdischen Opfer des Nationalsozialismus in Erlangen ein Gedenkstein errichtet werde, verwirklicht. Am 19. Oktober 1984 starb Justin Fränkel in Cincinnati.

Quellen:
  • Strätz 1989
  • Deusel, Beisbart, Bamberg 2008
  • Staatsarchiv Würzburg
  • Stadtarchiv Bamberg
  • ancestry.com
  • Stadtarchiv Erlangen
  • Sponsel 1992
  • Staatsarchiv Bamberg
  • Bayerisches Hauptstaatsarchiv
  • Sammlung Frankel

Fränkel, Süßmann

Geboren: 02.09.1831 in Tauberbischofsheim
Beruf: Lehrer
Berufstätig an folgender Schule: Bamberg?
Wohnort: Bamberg
Regierungsbezirk: Oberfranken

(mehr Informationen)

Quellen:
  • Stadtarchiv Bamberg

Fränkl, Ernst

Geboren: 04.08.1874 in Altenstadt
Konfession: israelitisch
Titel: Dr.
Beruf: Lehrer
Berufstätig an folgender Schule: Städtische St. Maria-Theresia-Schule Augsburg
Verfolgung: Ernst Fränkl wurde am 12. November 1938 in das Konzentrationslager Dachau gebracht.
Wohnort: Augsburg
Regierungsbezirk: Schwaben

(mehr Informationen)
Bemerkungen: Ernst Fränkls Großvater Aron war 1828 der erste vorschriftsmäßig ausgebildete Volksschullehrer der jüdischen Schule in Altenstadt. Ernst Fränkl besuchte die Talmud-Toraschule in Burgpreppach und studierte von 1890 bis 1893 an der Israelitischen Lehrerbildungsanstalt (ILBA) in Würzburg. Zwischen 1901 und 1904 studierte er neben seiner Lehrtätigkeit in Augsburg dort, sowie in München, Zürich und Bern Philosophie. Er promovierte in Bern "Über Vorstellungs-Elemente und Aufmerksamkeit". Nach der Lehrerausbildung war er zunächst drei Jahre in Georgensgmünd angestellt, bevor er am 1.2.1896 nach Augsburg wechselte. Am 1. Februar 1936 beging er dort sein vierzigjähriges Dienst- und Ortsjubiläum. Fränkl gab von 1.1.1926 bis 27.5.1936 Religionsunterricht an der Städtischen St. Maria-Theresia-Schule. Fränkl war aktives Mitglied des Jüdischen Lehrervereins. Im November 1938 wurde er im Konzentrationslager Dachau als Lehrer in Rente registriert.

Quellen:
  • Fränkl 1905
  • alemannia judaica
  • Archiv der KZ-Gedenkstätte Dachau

Frei, Heinrich

Geboren: 16.04.1846 in Braunsbach/Württ.
Gestorben: 26.01.1923 in München
Konfession: israelitisch
Titel: Hauptlehrer
Beruf: Lehrer, Kantor
Wohnort: München
Regierungsbezirk: Oberbayern

(mehr Informationen)
Bemerkungen: Heinrich Frei hat 49 Jahre lang für die Münchner Kultusgemeinde als Lehrer, Kantor und Chordirigent gearbeitet. Frei stammte aus dem Württembergischen Braunsbach, studierte am Lehrerseminar in Eßlingen. Seine erste Anstellung erhielt er in Dötzbach, wechselte dann nach Göppingen und wurde hier von der Münchner Kultusverwaltung angeworben. 1874 begann er zunächst als Religionslehrer für die Münchner Kultusgemeinde zu arbeiten. Ab 1876 übernahm er auch das Amt des Kantors und unterstützte den bekannten Kantor und Komponisten synagogaler Musik Max Löwenstamm als Chordirigent bei der musikalischen Ausgestaltung des neu eingerichteten reformierten Gottesdienstes. Emanuel Kirschner ehrte Frei am 29. Januar 1923 in einem Nachruf im Jüdischen Echo: "In hingebungsvoller, erfolgreicher Erfüllung seines übernommenen Pflichtenkreises, erwarb sich Frei während nahezu eines halben Jahrhunderts nicht nur die Anerkennung und Wertschätzung seiner Vorgesetzten, auch aufrichtigste Liebe und rührende Anhänglichkeit ward ihm zuteil seitens der gesamten Gemeinde. In dankbarer Verehrung blickten zu ihm auf drei Generationen, denen er religiöser Erzieher, Berater und Führer war, die ihm die Treue wahrten auch über die Schulzeit hinaus." Bei der Trauerfeier am 28. Januar sprachen unter anderen: Rabbiner Dr. Baerwald und der 1. Vorstand der Kultusgemeinde Dr. Neumeyer, Oberstudiendirektor Frühwald für die Handelsschule und höhere Töchterschule in der Luisenstraße, Hauptlehrer Friedmann für die Kollegen. Kirschner schließt den Nachruf: "Heinrich Frei war ein Segen für unsere Gemeinde." Frei war verheiratet und hatte Kinder und Enkel.

Quellen:
  • Das Jüdische Echo 1923

Freudenberger, Julius

Geboren: 02.04.1866 in Heidingsfeld
Gestorben: 03.02.1943 in Theresienstadt
Konfession: israelitisch
Titel: Oberstudienrat
Beruf: Gymnasiallehrer
Berufstätig an folgender Schule: Kreisrealschule Würzburg
Verfolgung: Oberstudienrat Freudenberger wurde am 23. September 1942 im Alter von 76 Jahren nach Theresienstadt deportiert, wo er am 3. Februar 1943 starb.
Wohnort: Würzburg
Regierungsbezirk: Mittelfranken, Unterfranken

(mehr Informationen)
Bemerkungen: Julius Freudenberger war das dritte Kind des Lehrers Jakob Freudenberger und dessen Frau Sara, geb. Bacharach. Die Familie lebte mit elf Kindern in Heidingsfeld, wo der Vater an der jüdischen Volksschule unterrichtete. Julius studierte an der Israelitischen Lehrerbildungsanstalt (ILBA), die er 1882 mit Examen verlies. 1886 war er Hilfslehrer an der ILBA. Er setzte seine Ausbildung durch ein Universitätsstudium in Wirtschaftswissenschaften fort. 1890 heiratete er in Höchberg Esther Wechsler, die am 6. Juli 1867 in Schwabach geboren worden war. Eine Zeitlang muss er in Fürth und in Nürnberg gelebt haben. In Fürth wurde am 23. Oktober 1891 ihr erstes Kind, Philipp, geboren. Zwei Jahre später, am 30. August 1893 kam hier die Tochter Frieda zur Welt. Anschließend zo die Familie offensichtlich nach Nürnberg, denn hier wurden die beiden nächsten Kinder geboren: Heinrich am 22. August 1895 und Hugo am 8. Januar 1897. Die Jüngste, Elisabeth, folgte am 4. Dezember 1902 bereits in Würzburg nach. Seit 1898 arbeitete Freudenberger an der dortigen Kreisrealschule, wo er Wirtschaftslehre unterrichtete. Freudenberger führte nebenher ein Schülerpensionat. Er interessierte sich für Philisophie und galt als Spinoza-Experte.
Gleich nach Kriegsbeginn, im August 1914 rückten zwei Söhne als Kriegsfreiwillige ein. Der älteste Sohn Philipp war inzwischen Kaufmann, Hugo, der jüngste Sohn, der später auch Lehrer werden sollte, war erst 17 Jahre alt. Nur wenige Woche später, am 10. Oktober 1914 fiel Philipp. Im Dezember meldete sich auch Heinrich an die Front.
Julius Freudenberger erreichte den Rang eines Oberstudienrats. 1931 ging er in den Ruhestand. Am 6. Juli 1932 starb seine Frau Esther. Freudenberger lebte vor der Deportation nach Theresienstadt im jüdischen Altersheim in der Konradstraße 3 in Würzburg.

Quellen:
  • Strätz 1989
  • http://www.statistik-des-holocaust.de

Freudenthal, Max

Geboren: 12.6.1868 in Neuhaus a.d. Saale
Gestorben: 11.07.1937 in München
Konfession: israelitisch
Titel: Dr.
Beruf: Rabbiner
Wohnort: Nürnberg
Regierungsbezirk: Mittelfranken

(mehr Informationen)
Bemerkungen: Max Freudenthal stammte aus Neuhaus an der Saale. Er studierte ab 1886 in Breslau, promovierte 1891 an der Universität Greifswald. In Breslau arbeitete er als Religionslehrer. Von 1894 bis 1898 war er Landesrabbiner von Anhalt in Dessau. 1900 war er als Rabbiner und Leiter einer Religionsschule in Danzig beschäftigt. 1907 übernahm er als Nachfolger des verstorbenen Dr. Pincus Bernhard Ziemlich das Rabbinat in Nürnberg, wo er bis 1934 blieb. Ab 1913 wurde ihm als zweiter Rabbiner Dr. Isaak (Ernst) Heilbronn zur Seite gestellt.
Während des Ersten Weltkrieges wurde Max Freudenthal am 22. September 1916 mit dem "Bayerischen Ludwigskreuz für Kriegsverdienste" ausgezeichnet.
Freudenthal war Vorsitzender der bayerischen Rabbinerkonferenz, stellvertretender Vorsitzender und Mitbegründer des Verbands bayerischer israelitischer Gemeinden. Zu seinen Interessen gehörte die Geschichtswissenschaft. Er forschte zu jüdisch-historischen Themen und publizierte seit 1929 in der von ihm zusammen mit Ismar Elbogen und Aron Freimann herausgegebenen "Zeitschrift für Geschichte der Juden in Deutschland".
Max Freudenthal war die letzten 14 Jahre seines Lebens nach einer schwerwiegenden Operation gesundheitlich eingeschränkt. In seinem Nachruf wird seine trotz der "schmerzvollen Nachwirkungen" ungebrochene Willenskraft und Arbeitseifer gelobt. Er habe "in gewohntem Verantwortungsgefühl die Pflichten gegenüber Amt und Gemeinschaft" erfüllt und der Wissenschaft gedient. Selbst nachdem er am 31. Mai 1934 wegen Krankheit sein Amt niedergelegt hatte, widmete er sich weiter der Forschung. Noch drei Tage vor seinem Tod habe er einen Artikel diktiert.
Max Freuenthal ist am 11. Juli 1937 in München verstorben und wurde auf dem Friedhof in der Thalkirchner Straße beerdigt. Nur zwei Tage nach seinem Tod hat die Nachricht bereits New York erreicht. So schreibt J.H. Dispecker: "Hunderten von Menschen hier hat Dr. Freudenthal viel bedeutet. Mit ihm verknüpfen sich die Erinnerungen an zuhause, an die friedlichen Stunden des Gottesdientes an den Feiertagen in der Synagoge, an den Unterricht in der Schule in sorglosen Kindertagen. Für viele ist seine hohe Gestalt untrennbar verknüpft mit den wichtigsten Abschnitten ihres Lebens […]. Als dann die Auswanderung herankam, da haben fast alle ihn noch einmal aufgesucht und von seiner Kraft und Zuversicht, von seinem ungebrochenen Willen mitgenomen auf den Weg ins Ungewisse."

Quellen:
  • Müller 1968
  • alemannia judaica
  • www.rijo.homepage.t-online.de
  • alemannia judaica

Freund, Benjamin

Geboren: 24.05.1910
Beruf: Kantor
Wohnort: Fürth
Regierungsbezirk: Mittelfranken

(mehr Informationen)
Bemerkungen: War 1938 in Fürth als Kantor gemeldet. Unklar, ob er auch Lehrer war. Im Gedenkbuch des Bundesarchivs gibt es einen Benjamin Freund aus Fürth, der am 24.9.1910 in Kempen bei Posen geboren ist, und am 2.4.1942 aus Berlin ins Warschauer Ghetto deportiert wurde.

Quellen:
  • Stadtarchiv Fürth
  • Bundesarchiv Gedenkbuch

Fried, Gumpert

Wohnort: Nürnberg
Regierungsbezirk: Mittelfranken

(mehr Informationen)
Bemerkungen: Bernhard Kolb berichtet davon, dass der Lehrer "Gumpert Fried" im Jahr 1858 für den Gottesdienst zuständig gewesen sei, der zunächst noch im "Gasthaus zum weißen Lamm" nach der mittelfränkischen Synagogenordnung abgehalten wurde. Später wurde am Spitalplatz ein Betsaal mit 200 Plätzen eingerichtet. Es ist nicht auszuschließen, dass der Lehrer Fried mit Vor- und Gumpert mit Nachnamen geheißen hat. Gumpert als Nachname existiert in Mittelfranken. Bei Ancestry gibt es auch Kirchenbucheinträge zu einem Fried Gumpert aus Nürnberg, der allerdings evangelisch ist.

Quellen:
  • www.rijo.homepage

Fried, Max

Geboren: 12.10.1879 in Wien
Gestorben: 1943 in Auschwitz
Beruf: Dipl. Ing., Lehrer
Verfolgung: Max Fried war vom 11. November bis 6. Dezember 1938 im Konzentrationslager Dachau inhaftiert. Am 20. Oktober 1941 wurde er im Sammellager München, Clemens-August-Str. 9 interniert. Am 13. März 1943 wurde er im Alter von 63 Jahren zusammen mit seiner Frau Lilli, geb. Schwarzschild, nach Auschwitz deportiert und dort ermordet.
Wohnort: München
Regierungsbezirk: Oberbayern

(mehr Informationen)

Quellen:
  • http://www.statistik-des-holocaust.de
  • Stadtarchiv München

Friedmann, Arno

Geboren: 24.02.1867 in Hainsfarth
Gestorben: 27.11.1934 in Ingolstadt
Konfession: israelitisch
Beruf: Lehrer, Schuhhändler
Berufstätig an folgender Schule: Religionsschule Ingolstadt
Wohnort: Ingolstadt
Regierungsbezirk: Oberbayern

(mehr Informationen)
Bemerkungen: Arno Friedmann war um 1900 Lehrer in Ingolstadt. Er veröffentlichte mehrere Artikel zur Geschichte der Juden seiner Heimatstadt. So 1900 "Die Geschichte der Juden in Ingolstadt (1300-1900)". Hierin beschreibt er die "die heutige israelitische Kultusgemeinde; diese zählt z. Zt. 90 Seelen, nämlich 38 Männer, 28 Frauen, 24 Kinder in 18 Haushaltungen. Der Betsaal der jüdischen Gemeinde ist Milchstrasse No. 8 und hat 25 Sitzplätze für Männer und 15 Sitzplätze für Frauen. Israelitischen Religionsunterricht geniessen 9 Volksschüler (3 Knaben und 6 Mädchen), 3 Sonntagsschülerinnen und 5 Realschüler." Obwohl er seinen 27 Seiten umfassenden Artikel mit folgenden Worten beendet: "Die Mitglieder der hiesigen israelitischen Gemeinde leben in Frieden und Eintracht mit den Angehörigen der anderen Konfessionen; sie nehmen innigen Anteil an den Leiden und Freuden des Gemeinwesens, mit dem sie verwoben sind.", und den Wunsch anschließt, die jüdische Gemeinde Ingolstadt möge "weiter blühen, wachsen und gedeihen", musste er kurz darauf am eigenen Leibe erfahren, dass es offensichtlich doch starke antisemitische Tendenzen gab. Denn der Redakteur Otto Schoy des "Bayerischen Vaterland" fiel daraufhin über Friedmann her und beschimpfte ihn in einem längeren Artikel so übel, dass Friedmann sich auf gerichtlichem Wege zur Wehr setzte. Friedmanns Tochter Paula heiratete Karl Kissinger, einen Sohn des Lehrers David Kissinger und zweiter Vorsitzender der jüdischen Gemeinde in Ingolstadt.

Quellen:
  • alemannia judaica
  • Friedmann 1900
  • Elisabeth Levy

Friedmann, Siegbert

Geboren: 20.12.1880 in Hainsfarth
Gestorben: in Izbica (?)
Konfession: israelitisch
Titel: Hauptlehrer
Beruf: Volksschullehrer
Berufstätig an folgender Schule: Private Israelitische Volksschule Schwanfeld, Israelitische Volksschule Mainstockheim
Verfolgung: Siegbert Friedmann wurde im Alter von 61 Jahren am 24. März 1942 von Würburg in das Ghetto Izbica deportiert. In der Transportliste steht zusammen mit ihm aus Mainstockheim die Ehefrau Ida Friedmann, geb. Kissinger, sowie die Kindergärtnerin Lilli Friedmann, geb. am 22.7.1920 in Schwanfeld und wohnhaft in Mainstockheim.
Wohnort: Mainstockheim
Regierungsbezirk: Unterfranken

(mehr Informationen)
Bemerkungen: Siegbert Friedmann war zunächst Lehrer, Kantor und Schächter in Schwanfeld. Von Ende 1925 bis 1938 oder 1940 arbeitete er als Lehrer der Israelitischen Elementarschule Mainstockheim. Möglicherweise war er danach in Kitzingen Privatlehrer. Vermutlich war er mit Ida, geb. Kissinger am 15. September 1888 in Ermershausen, verheiratet und Lily Friedmann, geboren am 22.7.1920 in Schwanfeld ihre Tochter.

Quellen:
  • alemannia judaica
  • Bundesarchiv Gedenkbuch
  • http://www.statistik-des-holocaust.de
  • HSTA MK 61207

Frieß, Georg

Geboren: 18.07.1913 in Nürnberg
Gestorben: Apr 45 in Bergen-Belsen
Beruf: Lehrer
Berufstätig an folgender Schule: Israelitische Volksschule Würzburg
Verfolgung: Georg Frieß wurde am 29. November 1941 zusammen mit seiner Ehefrau Käthe aus Würzburg nach Riga-Jungfernhof deportiert. Georg Frieß starb im April 1945 im Alter von 31 Jahre im Konzentrationslager Bergen-Belsen an Typhus. Seine Frau überlebte.
Wohnort: Würzburg
Regierungsbezirk: Unterfranken

(mehr Informationen)
Bemerkungen: Georg Frieß war der Sohn des nichtjüdischen Architekten Hans Fries und der Jüdin Hannchen Kolb. Als Kleinkind verlor er bereits seinen Vater, der im 1. Weltkrieg gefallen ist. Georg studierte an der Israelitischen Lehrerbildungsanstalt (ILBA) in Würzburg, die er wohl 1934 mit Examen abschloss. Eine Zeitlang arbeitete er als Lehrer in Hessen. 1940 war er Klassenlehrer der Israelitischen Volksschule Würzburg.

Quellen:
  • Bundesarchiv: Gedenkbuch
  • Strätz 1989

Fuchs, Seligmann

Konfession: israelitisch
Wohnort: Cronheim

(mehr Informationen)
Bemerkungen: Unterrcihtete 1925 auch die sechs jüdischen Kinder des Marktes Heidenheim (heute VG Hahnenkamm im Kreis Weißenburg-Gunzenhausen).

Quellen:
  • alemannia judaica

Funk, NN

Wohnort: Nürnberg

(mehr Informationen)
Bemerkungen: Im September trat der Lehrer Funk die Nachfolge des bisherigen Musikdirektors Ringler in der Leitung des Synagogenchors an.

Quellen:
  • alemannia judaica

G

Godlewsky, Arthur

Geboren: 18.05.1892 in Sulzbach/Opf.
Gestorben: 1942 in Auschwitz
Konfession: israelitisch
Beruf: Kantor, Religionslehrer, Kaufmann
Berufstätig an folgender Schule: Rülzheim
Verfolgung: Arthur Godlewsky wurde 1934 aus dem staatlichem Schuldienst entlassen. Vom 12. November bis 8. Dezember 1938 war er im Konzentrationslager Dachau inhaftiert. Er wurde am 22. Oktober 1940 mit seiner Frau Elise und seiner Stiefmutter Sara von Konstanz nach Gurs deportiert. Von dort kam er im Januar 1942 nach Noé und am 7. oder 9. August 1942 nach Drancy. Am 28. August 1942 wurden Arthur und Elise ins Vernichtungslager Auschwitz deportiert und ermordet. Er wurde 50 Jahre alt.
Wohnort: Rülzheim
Regierungsbezirk: Pfalz

(mehr Informationen)
Bemerkungen: Arthur Godlewsky war Sohn des Kantors und Religionslehrers Meir Godlewsky.

Quellen:
  • Gedenkbuch für die Karlsruher Juden
  • Bundesarchiv Gedenkbuch
  • Lesser 2005
  • Bloch 1996
  • KZ-Gedenkstätte Dachau
  • Wiehn 1990

Godlewsky, Leopold

Geboren: 28.09.1878 in Hirschaid
Konfession: israelitisch
Titel: Oberlehrer
Beruf: Lehrer, Kantor und Schächter
Berufstätig an folgender Schule: Amberg
Verfolgung: Leopold Godlewsky wurde während der Reichspogromnacht von einem befreundeten SA-Mann beschützt. 1942 wurde er im Alter von 63 Jahren mit seiner Frau und einer seiner Töchter deportiert.
Wohnort: Amberg
Regierungsbezirk: Oberpfalz, Unterfranken

(mehr Informationen)
Bemerkungen: Leopold Godlewsky war zunächst Lehrer im unterfränkischen Gerolzhofen, dann von 1908 bis 1938 Lehrer, Kantor und Schächter bei der jüdischen Gemeinde in Amberg. Er unterrichtete auch die Kinder in Sulzbach und Schwandorf. 1933 beging er sein fünfundzwanzigjähriges Dienstjubiläum. Er ist wohl verwandt mit Meir und Arthur Godlewsky.
Möglicherweise gehörte zu seinen Aufgaben auch die Betreuung von jüdischen Gefangenen des Zuchthauses Amberg. Aus einem undatierten Schreiben des Zuchthauses Amberg an Leopold Godlewsky geht hervor, dass Godlesky den von 1937 bis 1939 dort wegen sogenannter "Rassenschande"einsitzenden Coburger Sportlehrer Ernst Kaufmann währed dessen Haft im Zuchthaus Amberg besuchen wollte um ihn bei Auswanderungsvorbereitungen nach Palästina zu unterstützen.

Quellen:
  • StAB
  • Gedenkbuch für die Karlsruher Juden
  • Dörner 2009
  • StAAm
  • alemannia judaica
  • Bundesarchiv Gedenkbuch

Goldberg, Hirsch

Geboren: 11.4.1889 in Ichenhausen
Gestorben: in Auschwitz (?)
Konfession: israelitisch
Beruf: Privatlehrer, Rabbiner
Verfolgung: Hirsch Goldberg war vom 11. November 1938 bis 23. Januar 1939 im Konzentrationslager Dachau inhaftiert. Er wurde am 22. Oktober 1940 ins Internierungslager Gurs und von dort nach Drancy gebracht. Am 10. August 1942 wurde er ins Konzentrations- und Vernichtungslager Auschwitz deportiert.
Wohnort: Pforzheim
Regierungsbezirk: Schwaben

(mehr Informationen)
Bemerkungen: Hirsch Goldberg ist wohl der Bruder des Lehrers Willy Goldberg.

Quellen:
  • Archiv der KZ-Gedenkstätte Dachau
  • Bundesarchiv Gedenkbuch

Goldberg, Willy

Geboren: 11.01.1896 in Ichenhausen
Gestorben: in Piaski (?)
Beruf: Lehrer
Berufstätig an folgender Schule: Hürben
Verfolgung: Willy Goldberg wurde am 11. November 1938 ins Konzentrationslager Dachau verschleppt. Am 4. April 1942 wurde er im Alter von 46 Jahren ins Ghetto Piaski deportiert und mit seiner Frau Mina, der Tochter Dina und den Söhnen Arnold und Josi ermordet.
Wohnort: Krumbach
Regierungsbezirk: Schwaben

(mehr Informationen)
Bemerkungen: Willy Goldberg war Lehrer der jüdischen Gemeinde Bechhofen in Mittelfranken und später der Gemeinde Hürben, die seit 1902 zu Krumbach gehörte. Am 3. April 1933 heiratete er in Ansbach Mina Oppenheimer aus Bechhofen. In Bechhofen kamen die drei Kinder des Paares zur Welt: die Tochter Dina (5. März 1934), Arnold (12. November 1935) und Josua (17. Januar 1938). Wiily Goldberg verfasste 1935in Bechhofen eine Chronik über eine Familie Beschhöfer.

Quellen:
  • KZ-Gedenkstätte Dachau
  • Bundesarchiv Gedenkbuch
  • http://statistik-des-holocaust.de
  • alemannia judaica
  • alemannia judaica

Goldberger, nn

Beruf: Lehrerin
Wohnort: Nürnberg
Regierungsbezirk: Mittelfranken

(mehr Informationen)
Bemerkungen: Bernhard Kolb nennt eine Frau Goldberger als Lehrerin in Nürnberg (ohne Zeitangabe).

Quellen:

Goldstern, geb. Fuchs, Klara (Clara)

Geboren: 08.06.1880 in Wien
Gestorben: 16.10.1943 in Theresienstadt
Beruf: Sprachlehrerin
Verfolgung: Klara Goldstern wurde am 10. Juni 1942 nach Theresienstadt deportiert und starb dort im Alter von 63 Jahren am 16. Oktober 1943.
Wohnort: München
Regierungsbezirk: Oberbayern

(mehr Informationen)

Quellen:
  • Bundesarchiv Gedenkbuch
  • Stadtarchiv München

Göller, Maria

Beruf: Volksschullehrerin
Verfolgung: Maria Göller wurde nach §3 des BBG wegen ihrer jüdischen Abstammung in den Ruhestand versetzt.

(mehr Informationen)

Quellen:
  • Schäffer 2001

Gönninger, Jakob

Geboren: 1891
Konfession: israelitisch
Beruf: Lehrer, Kantor, Kaufmann, Metallwarenfabrikant
Berufstätig an folgender Schule: Jüdische Schule Ermreuth, Religionsschule der IKG Zirndorf
Verfolgung: Jakob Gönniger war vom 10. November bis 24. Dezember 1938 im Konzentrationslager Dachau inhaftiert. Am 27. August 1939 flüchtete er nach Frankreich, wohin sich bereits im April seine drei Töchter abgemeldet hatten. Alle vier wurden aus Frankreich ins Konzentrations- und Vernichtungslager Auschwitz deportiert, Elisabeth und Adele am 5. August 1942, Susanne am 21. August 1942. Nur Jakob hat überlebt.
Wohnort: Ermreuth
Regierungsbezirk: Oberfranken

(mehr Informationen)
Bemerkungen: Jakob Gönninger war bis 1916 Lehrer der Jüdischen Schule Ermreuth. Ab 1921 war Gönninger Kantor und Schächter in Zirndorf, wo er auch Religionsunterricht gab. Er war zudem Inhaber der Metallwarenfirma "Gönninger & Co." 1922 heiratete er in Würzburg Lina Veilchenblau. Das Paar lebte in Zirndorf und bekam zwischen 1924 und 1930 drei Töchter.

Quellen:
  • Bundesarchiv: Gedenkbuch, Stand 19.05.2011
  • alemannia judaica
  • Gisela Blume: Memorbuch der Fürther Juden

Gottheimer, Peter Martin

Geboren: 15.10.1919 in Breslau
Konfession: israelitisch
Beruf: Sportlehrer
Berufstätig an folgender Schule: Internat Prediger Hirsch
Wohnort: Coburg
Regierungsbezirk: Oberfranken

(mehr Informationen)
Bemerkungen: Der ledige Sportlehrer Peter Martin Gottheimer stammte aus Breslau und war vom 26. Juli 1937 bis 9. Oktober 1937 in Coburg gemeldet. Er arbeitete und wohnte im Internat Hirsch. Anschließend meldete er sich wieder nach Breslau ab. Er hatte die deutsche Staatsangehörigkeit.

Quellen:
  • Stadtarchiv Coburg

Gottlieb, Viktor

Gestorben: nn.12.1924 in Frankfurt/Main
Konfession: israelitisch
Beruf: Lehrer
Wohnort: Mellrichstadt
Regierungsbezirk: Unterfranken

(mehr Informationen)
Bemerkungen: Viktor Gottlieb war 33 Jahre lang Lehrer der israelitischen Kultusgemeinde Mellrichstadt.Seit 1885 war er Mitglied des jüdischen Lehrervereins, von 1896 bis 1903 war er als Verwaltungsmitglied im Verein aktiv. Guido Prager, Vorstand der Kultusgemeinde Mellrichstadt, teilte der Readation der "Mitteilungen des Israelitischen Lehrervereins für Bayern" am 16. Dezember 1924 mit, dass Gottlieb nach einem schweren Leiden in Frankfurt gestorben ist. Die Beerdigung wurde in Mellrichstadt unter großer Anteilnahme der Bevölkerung begangen. Schulkinder aller Konfessionen eröffneten den Beerdigungszug, gefolgt vom Sängerverein, Krieger- und Militärverein, Behördenvertreter und katholischer Geistlichkeit. Die Trauerrede hielt der Bezirksrabbiner Dr. Bamberger aus Kissingen.

Quellen:
  • MdIL 1925

Grünebaum, Alfred

Geboren: 22.06.1909 in Sulzbürg
Konfession: israelitisch
Beruf: Religionslehrer
Berufstätig an folgender Schule: Religionsschule Prichsenstadt
Verfolgung: Alfred Grünebaum wurde am 29.November ins 1938 Konzentrationslager Dachau gebracht. Er emigrierte im März 1939 nach Palästina.
Wohnort: Prichsenstadt
Regierungsbezirk: Unterfranken

(mehr Informationen)
Bemerkungen: Alfred Grünebaum stammte aus Sulzbürg in der Oberpfalz. Er erhielt seine Lehrerausbildung an der Israelitischen Lehrerbildungsanstalt (ILBA) in Würzburg, wo er von 1923 (?) bis 1929 studierte. Er war Religionslehrer und Kantor in Prichsenstadt (Unterfranken). Verheiratet war Grünebaum mit Irma Grünebaum, geb. am 25. Januar 1913 in Abbach. Alfred Grünebaum wurde im Anschluss an die Novemberpogrome 1938 ins Konzentrationslager Dachau gebracht. Nach seiner Entlassung aus dem KZ zog er im Februar 1939 nach Würzburg. Laut Angaben bei Reiner Strätz soll Grünebaum einen Monat später nach Palästina geflohen sein. Offensichtlich zog er jedoch zunächst nach Stuttgart und von dort gelang ihm die Emigration in die USA. Denn sowohl Alfred Grünebaum, als auch seine Frau Irma werden auf der Passagierliste der SS Exeter geführt, die am 11. September 1940 den Hafen von Lissabon verließ und am 20. September in New York einlief. Am 15. Mai 1940 hatten die beiden in Deutschland ein Visum für die USA erhalten. Auf der Passagierliste ist Stuttgart als letzter Wohnort angegeben. Alfred war zu dieser Zeit 31, seine Frau 27 Jahre alt. Beide gaben an, Englisch sprechen zu können. Sie gaben die Adresse eines Verwandten oder Bekannten in Jersey City, N.J. an.

Quellen:
  • Ottensoser/Roberg 1982
  • ancestry.de
  • Strätz 1989
  • DaA

Grünebaum, Herz

Geboren: ca. 1832
Gestorben: 02.04.1907 in Goldbach
Konfession: israelitisch
Beruf: Lehrer, Kantor, Schächter
Wohnort: Goldbach
Regierungsbezirk: Unterfranken

(mehr Informationen)
Bemerkungen: Herz Grünebaum war 48 Jahre lang Lehrer, Kantor und Schächter der jüdischen Gemeinde Goldbach bei Aschaffenburg. Er war mit Bonnette Grünebaum verheiratet. Herz Grünebaum starb am 2. April 1907 im Alter von 75 Jahren und ist im jüdischen Friedhof Schweinheim bei Aschaffenburg bestattet. Seine Witwe folgte vier Jahre später nach (1911).

Quellen:
  • alemannia judaica

Grünebaum, NN

Beruf: Lehrer
Wohnort: Bamberg
Regierungsbezirk: Oberfranken

(mehr Informationen)
Bemerkungen: Evtl. selbe Person wie Burgebrach?

Quellen:
  • Stadtarchiv Bamberg

Grünebaum, Philipp

Konfession: israelitisch
Beruf: Lehrer
Berufstätig an folgender Schule: Religionsschule der IKG Burgebrach
Wohnort: Burgebrach
Regierungsbezirk: Oberfranken

(mehr Informationen)
Bemerkungen: 1902 bis 1912 Lehrer in Burgebrach, 1926 Auflösung der IKG Burgebrach.

Quellen:
  • alemannia judaica

Grünfeld, Leo

Geboren: 17.10.1901 in Tauberrettersheim (Ufr.)
Gestorben: in Litzmannstadt (?)
Beruf: Lehrer
Verfolgung: Leo Grünfeld war vom 15. November bis 19. Dezember 1938 im Konzentrationslager Dachau inhaftiert. Am 20. Oktober 1941 wurde er im Alter von 40 Jahren aus Frankfurt am Main ins Ghetto Litzmannstadt (Lodz) deportiert.
Wohnort: Ochsenfurt
Regierungsbezirk: Unterfranken

(mehr Informationen)
Bemerkungen: Leo Grünfeld wohnte in Saarbrücken, Ochsenfurt und Frankfurt am Main.

Quellen:
  • Archiv der KZ-Gedenkstätte Dachau
  • Bundesarchiv Gedenkbuch

Grünfeld, Minna

Geboren: 09.02.1878 in Tauberrettersheim
Beruf: Wirtschafterin, Erzieherin
Berufstätig an folgender Schule: im Waisenhaus Fürth 1900-1909
Wohnort: Fürth
Regierungsbezirk: Mittelfranken

(mehr Informationen)
Bemerkungen: Minna Grünfeld stammte aus Tauberrettersheim. Sie war ab 1888 Schülerin und von 1900 bis 1909 Wirtschafterin und Erzieherin im Waisenhaus Fürth.

Quellen:
  • CAHJP
  • Geschichtsverein Fürth

Gunz, geb. Neustadt, Elsa

Geboren: 03.08.1884 in Augsburg
Gestorben: 25.11.1941 in Kaunas
Beruf: Handelslehrerin
Berufstätig an folgender Schule: Jüdische Schule München 1940
Verfolgung: Elsa Gunz wurde am 20. November 1941 zusammen mit ihrem Mann Nathan Gunz nach Kaunas deportiert und dort am 25. November 1941 im Alter von 57 Jahren im IX. Fort ermordet.
Wohnort: München
Regierungsbezirk: Oberbayern

(mehr Informationen)
Bemerkungen: Verheiratet mit dem Kaufmann Nathan Gunz, geb. am 13. Februar 1878 in Augsburg, verheiratet. Zuletzt wohnten die beiden in Berg am Laim Str. 31 in München.

Quellen:
  • http://www.statistik-des-holocaust.de
  • Bundesarchiv Gedenkbuch
  • Rijo
  • Stadtarchiv München

Gunzenhäuser, Josef

Geboren: 06.07.1896 in Frankfurt
Gestorben: 01.07.1942 in Theresienstadt
Titel: Dr. jur.
Beruf: Jurist, Rechtsanwalt, Sprachlehrer
Verfolgung: Josef Gunzenhäuser war vom 10. November 1938 bis 9. Februar 1939 im Konzentrationslager Dachau inhaftiert. Er wurde am 5. Juni 1942 ins Ghetto Theresienstadt deportiert und starb dort am 1. Juli 1942 5 Tage vor seinem 46. Geburtstag.
Wohnort: München
Regierungsbezirk: Oberbayern

(mehr Informationen)
Bemerkungen: In der Theresienstädter Transportliste steht als Beruf Sprachlehrer

Quellen:
  • http://www.statistik-des-holocaust.de
  • Bundesarchiv Gedenkbuch
  • Stadtarchiv München
  • Rijo

Gutmann, Isaak

Wohnort: Nürnberg
Regierungsbezirk: Mittelfranken

(mehr Informationen)
Bemerkungen: Bernhard Kolb nennt Isaak Gutmann als einen der Lehrer, die in Nürnberg tätig waren, ohne Zeitangabe. Gleiche Person wie Isaak Gutmann 2?

Quellen:
  • www.rijo.homepage.t-online.de

Gutmann, Isaak 2

Geboren: 14.02.1914 in Würzburg
Konfession: israelitsch
Beruf: Lehrer
Verfolgung: Isaak Gutmann wurde deportiert.
Wohnort: Würzburg

(mehr Informationen)
Bemerkungen: Isaak Gutmann war Student an der Israelitischen Lehrerbildungsanstalt (ILBA) Würzburg. Er stammte aus der Familie des Religionslehrers und Thoraschreibers Lippmann Bär Gutmann und dessen zweiter Frau Charlotte, geborene Liebermann. Gleiche Person wir Isaak Gutmann in Nürnberg?

Quellen:

H

Hagelberg, Lilly

Geboren: 25.04.1895 in Wien
Gestorben: in Auschwitz
Titel: Dr. phil.
Beruf: Kunsthistorikerin, Lehrerin
Verfolgung: Lilly Hagelberg war im Sammellager München, Clemens-August-Str. 9 interniert. Sie wurde am 13. März 1943 im Alter von 47 Jahren ins Vernichtungslager Auschwitz deportiert und dort ermordet.
Wohnort: München
Regierungsbezirk: Oberbayern

(mehr Informationen)

Quellen:
  • Stadtarchiv München
  • Bundesarchiv Gedenkbuch
  • Rijo

Hahn, Lucie

Geboren: 13.12.1912 in Gudensberg/Kassel
Konfession: israelitisch
Beruf: Hortnerin
Berufstätig an folgender Schule: Israelitisches Waisenhaus Fürth
Wohnort: Fürth
Regierungsbezirk: Mittelfranken

(mehr Informationen)
Bemerkungen: Lucie Hahn lebte von 21. April 1933 bis April 1938 im Waisenhaus Fürth. Sie war als Hortnerin angestellt, um sich um die kleinsten Kinder zu kümmern.

Quellen:
  • Geschichtsverein Fürth
  • Stadtarchiv Fürth

Hallemann, geb. Mandelbaum, Klara

Geboren: 24.01.1896 in Würzburg
Gestorben: in Belzec oder Sobibor
Konfession: israelitisch
Beruf: Lehrerin
Berufstätig an folgender Schule: Israelitisches Waisenhaus Fürth
Verfolgung: Klara Hallemann wurde im Alter von 46 Jahren am 24. März 1942 mit ihrem Mann Isaak, den beiden jüngeren Töchtern Eva Esther und Beate Rachel (14 und 8 Jahre alt) und den verbliebenen Waisenhauskindern in das Ghetto Izbica deportiert und in dem Vernichtungslager Belzec oder Sobibor ermordet. Auch die Eltern und die Schwiegereltern wurden Opfer der Shoah.
Wohnort: Fürth
Regierungsbezirk: Mittelfranken

(mehr Informationen)
Bemerkungen: Klara Mandelbaum stammte aus einer Würzburger Lehrersfamilie. Ihr Vater war Aron Mandelbaum, Oberlehrer und Direktor der Israelitischen Volksschule in Würzburg. Ihre Mutter Hannchen war die Tochter Abraham Oppenheimers, der ebenfalls Lehrer in Würzburg und Schweinfurt war. Klara war das zweite von drei Kindern. Ihre ältere Schwester Recka wurde Ärztin, sie selbst und ihr jüngerer Bruder Hermann wurden Lehrer. Während des Ersten Weltkriegs, von 1915 bis 1918, arbeitete sie als Aushilfslehrerin an der höheren Sophien-Mädchenschule, ab 1916 auch an der jüdischen Schule in Würzburg. 1919 legte sie ein Lehrerexamen ab. Einige Zeit arbeitete sie an der Israelitischen Schule in Leipzig, wo sie ihren späteren Mann, Isaak Hallemann, kennenlernte. Er unterrichtete an derselben Schule. 1923 heirateten Klara und der inzwischen promovierte Isaak Hallemann. In Leipzig kamen die ersten drei Kinder des Paares zur Welt, der Sohn Ralf Raphael wurde am 16.01.1924 und die beiden Töchter Judith und Eva Esther am 23.02.1925 und am 16.06.1927 geboren. Noch in Leipzig gründeten die Hallmanns ein wohltätiges Haus, in dem sich Gelehrte und Schüler trafen. Am 17.6.1929 übernahm Dr. Hallemann zusammen mit seiner Frau die Leitung des jüdischen Waisenhauses in Fürth. Am 28.7.1933 wurde die jüngste Tochter Beate Rachel geboren. Klaras Bruder Hermann wurde ebenfalls Lehrer und arbeitete dann an der Israelitischen Realschule in Fürth.

Quellen:
  • Stadtarchiv Fürth
  • Gisela Blume: Memorbuch der Fürther Juden
  • Strätz 1989
  • Bundesarchiv Gedenkbuch

Hallemann, Isaak

Geboren: 18.04.1896 in Drohobycz/Galizien
Gestorben: in Belzec oder Sobibor
Konfession: israelitisch
Titel: Dr. phil.
Beruf: Waisenhausdirektor, Religionslehrer
Berufstätig an folgender Schule: Israelitische Waisenanstalt, Israelitische Realschule zu Fürth
Verfolgung: Isaak Hallemann wurde am 24. März 1942 im Alter von 45 Jahren mit seiner Frau Klara, den beiden jüngeren Töchtern Eva Esther und Beate Rachel (14 und 8 Jahre alt)und den verbliebenen Waisenhauskindern deportiert und ermordet. Auch die Eltern und die Schwiegereltern wurden Opfer der Shoah.
Wohnort: Fürth
Regierungsbezirk: Mittelfranken

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Bemerkungen: Isaak Hallemann erhielt seine Ausbildung am Rabbinerseminar in Berlin. Auch studierte er in Berlin an der Universität Philosophie. Von 1917 bis 1919 war er Religionslehrer der orthodoxen Gemeinde in Berlin. Ab 1919 war er Mittelschullehrer und unterrichtete an der Israelitischen Schule in Leipzig. 1922 wurde er promoviert. Ein Jahr später heiratete Dr. Hallemann die Lehrerin Klara Mandelbaum, eine Tochter des Würzburger Oberlehrers und Schuldirektors Aron Mandelbaum. In Leipzig kamen die ersten drei Kinder des Paares zur Welt, der Sohn Ralf Raphael wurde am 16. Januar 1924 und die beiden Töchter Judith und Eva Esther am 23. Februar 1925 und am 16. Juni 1927 geboren. Noch in Leipzig gründeten die Hallmanns ein wohltätiges Haus, in dem sich Gelehrte und Schüler trafen. Am 17. Juni 1929 übernahm Dr. Hallemann zusammen mit seiner Frau die Leitung des jüdischen Waisenhauses in Fürth. Am 28. Juli 1933 wurde die jüngste Tochter Beate Rachel geboren. Im Jahre 1936/37 wurde Hallemann an der Israelitischen Realschule zu Fürth als ehrenamtlicher Lehrer mit fünf Wochenstunden (Religion und Violine) geführt. Klaras Bruder Hermann wurde ebenfalls Lehrer und arbeitete dann an der Israelitischen Realschule in Fürth.

Quellen:
  • Stadtarchiv Fürth
  • Bundesarchiv Gedenkbuch
  • Strätz 1989
  • Gisela Blume: Memorbuch der Fürther Juden

Hamburger, Isak

Titel: Dr.
Berufstätig an folgender Schule: Israelitische Realschule Fürth
Wohnort: Fürth

(mehr Informationen)
Bemerkungen: Im Schuljahr 1904/05 wird Dr. I. Hamburger im Verzeichnis der hauptamtlichen Lehrer der Israelitischen Realschule Fürth als Lehrer für Naturwissenschaften geführt.

Quellen:
  • CAHJP

Hammelburger, Sigmund

Geboren: 25.12.1881 in Niederwerrn
Gestorben: 1969
Konfession: israelitisch
Titel: Hauptlehrer
Beruf: Lehrer, Schulleiter
Berufstätig an folgender Schule: Israelitische Elementarschule Mühlhausen, Israelitische Volksschule Ichenhausen, Religionsschule der IKG Adelsdorf
Verfolgung: Kein Eintrag im Archiv der KZ-Gedenkstätte Dachau gefunden. Emigration in die USA 1940.
Wohnort: Mühlhausen
Regierungsbezirk: Oberfranken (heute Mittelfranken), Schwaben

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Bemerkungen: Sigmund Hammelburger war von 1901 bis 1906 Lehrer in Adelsdorf (ehemals Oberfranken), dann war er von 1906 bis 1908 Verweser und anschließend Volksschullehrer der Israelitischen Elementarschule Mühlhausen im Bezirksamt Höchstadt a.A. Er wurde aufgrund von "körperlicher Schwäche vom Militär befreit". Von 1.2.1920 bis 1928 befand er sich wegen zu geringer Schülerzahl im Ruhestand mit Wartegeld. Am 1.12.1928 wurde er in Ichenhausen angestellt. Dort war Sigmund Hammelburger 1937 Schulleiter. Beförderung zum Hauptlehrer am 26.4.1929. Ab 24.2.1939 Wartestand, am 30.6.1939 Ruhestand. Besoldungsdienstalter von 7.11.1915 an.

Quellen:
  • StAB
  • alemannia judaica
  • Plätzer 2004
  • StAA

Harburger, Charlotte

Geboren: 09.10.1893 in München
Gestorben: 25.11.1941 in Kaunas
Titel: Musik
Beruf: Violinvirtuosin, Musiklehrerin
Verfolgung: Charlotte Harburger wurde am 20. November 1941 nach Kaunas deportiert und im IX. Fort am 25. November 1941 im Alter von 48 Jahren ermordet.
Wohnort: München
Regierungsbezirk: Oberbayern

(mehr Informationen)

Quellen:
  • Rijo
  • Bundesarchiv Gedenkbuch
  • Stadtarchiv München

Harburger, geb. Jacob, Martha

Geboren: 03.05.1882 in Regensburg
Gestorben: 25.11.1941 in Kaunas
Beruf: Handarbeitslehrerin
Verfolgung: Martha Harburger war vom 13. November an mit ihrem Mann Jakob im Barackenlager Knorrstraße 148 interniert. Sie wurden am 20. November 1941 ins IX. Fort in Kaunas deportiert und dort am 25. November 1941 im Alter von 59 Jahren ermordet.
Wohnort: München
Regierungsbezirk: Oberbayern

(mehr Informationen)
Bemerkungen: Martha Harburger hat in Nürnberg und München gewohnt, zuletzt in der Herzogstr. 65 bei Gunderheimer. Ihr Mann, der Vertreter Jakob Harburger, geb. am 14. Dezember 1879 in Hürben, Krumbach, wurde mit ihr zusammen nach Kaunas deportiert. Er war von 11. November bis 6. Dezember 1938 Häftling im Konzentrationslager Dachau gewesen.

Quellen:
  • Stadtarchiv München
  • Bundesarchiv Gedenkbuch

Harburger, geb. Jordan, verw. Berliner, Rosa

Geboren: 27.08.1892 in München
Gestorben: 17.03.1943 in Auschwitz
Beruf: Turnlehrerin, Modistin, Wärterin
Verfolgung: Rosa Harburger war am 21. April 1942 in München, Clemens-August-Str. 148 interniert. Sie wurde zusammen mit ihrem Mann am 13. März 1943 ins Vernichtungslager Auschwitz deportiert und am 17. März 1943 im Alter von 50 Jahren ermordet.
Wohnort: München
Regierungsbezirk: Oberbayern

(mehr Informationen)
Bemerkungen: Verheiratet mit Sigmund Harburger, geb. 6. Dezember 1883 in Hürben.

Quellen:
  • Rijo
  • Bundesarchiv Gedenkbuch
  • Stadtarchiv München

Hecht, Irma Marianne

Geboren: 06.11.1885 in Nürnberg
Gestorben: 25.11.1941 in Kaunas
Beruf: Privatlehrerin für alte Sprachen, wiss. Hilfskraft
Verfolgung: Irma Marianne Hecht wurde am 20. November 1941 nach Kaunas deportiert und im IX. Fort am 25. November 1941 im Alter von 56 Jahren ermordet.
Wohnort: München
Regierungsbezirk: Oberbayern

(mehr Informationen)
Bemerkungen: Irma Hecht war in München als Privatlehrerin für alte Sprachen und wissenschaftliche Hilfskraft tätig. Als letzte Adresse in Transportliste angegeben: "Goethestr. 51 Fremdenh. Bavaria".

Quellen:
  • Stadtarchiv München
  • Bundesarchiv Gedenkbuch
  • Rijo

Heilbronn, Isaak

Geboren: 04.06.1880 in Tann i. Rhön
Gestorben: 09.06.1943 in New York
Konfession: israelitisch
Titel: Dr.
Beruf: Rabbiner
Berufstätig an folgender Schule: Städtische Höhere Mädchenschule
Verfolgung: Dr. Isaak Heilbronn war von 11. November bis 15. Dezember 1938 im Konzentrationslager Dachau inhaftiert.
Wohnort: Nürnberg
Regierungsbezirk: Mittelfranken

(mehr Informationen)
Bemerkungen: Dr. Isaak Heilbronn stand seit 1912 als zweiter Rabbiner der jüdischen Gemeinde Nürnberg Dr. Max Freudenthal zur Seite. Nach dessen Rücktritt wirkte er bis zur Emigration im Frühjahr 1939 als erster Rabbiner in Nürnberg.
Heilbronn stammte aus Tann in der Rhön. Er besuchte das Gymnasium in Göttingen und studierte an der Hochschule für die Wissenschaft des Judentums in Berlin und am Jüdisch-Theologischen Seminar in Breslau. Nach der Aprobation als Rabbiner in Breslau promovierte er in Erlangen über einen Mathematiker.
1904 trat er seine erste Stelle als Prediger in Spandau an. 1912 wechselte er nach Nürnberg. Er wurde als Rabbinatssubstitut von der Israelitischen Kultusgemeinde angestellt. Erster Rabbiner der Gemeinde war seit 1907 Dr. Max Freudenthal. Das Nürnberg-Fürther Israelitische Gemeindeblatt schreibt 1937 anlässilich seines 25-jährigen Amtsjubiläums: "Es muss gesagt werden, dass es auch bei einer Gleichstellung [mit dem Rabbinatsbetreuer Dr. Freudenthal] Dr. Heilbronn nicht leicht geworden wäre, neben einem Freudenthal, dessen Lebensmaxime ein geradezu fanatischer Arbeitswille war, aufzukommen […]; dazu kam noch die vornehme Zurückhaltung, die Dr. Heilbronn mit Rücksicht auf die höheren Lebens- und Dienstjahre seines Arbeitskollegen übte. Durch all das hatte Dr. Heilbronn ein sehr eingeschränktes Wirkungsfeld; die Fesseln, die ihm auferlegt waren, ließen der freien Entfaltung der Kräfte, die in ihm schlummerten, wenig Spielraum". Erst als er nach dem Rücktritt Freudenthals das Rabbinat übernahm, konnte er seine seelsorgerischen Fähigkeiten unter Beweis stellen. Seine Aufgabenschwerpunkte lagen in der pädagogischen Arbeit, wozu auch der Religionsunterricht an der Städtichen Höheren Mädchenschule (heute Labenwolf-Gymnasum) gehörte, und in der Wohlfahrt. "Dass er sich trotzdem sehr bald die Herzen aller gewann, die Liebe und das Vertrauen weitester Kreise errang, spricht in hohem Maß für sein rabbinisches Können, für die Wärme und Menschlichkeit seines Wesens."
Isaak Heilbronn war verheiratet mit Erna, die aus Urspringen stammte und 11 Jahre jünger war als er. Das Paar hatte zwei Kinder, Irmgard geb. ca. 1915 und Erich, ca. 1924. 1940 lebte die Tochter Irmgard Pinto in London, Gloucester Drive, der Sohn Erich in New York.
Nürnberg hatte die zweitgrößte jüdische Gemeinde in Bayern. 1933 zählte sie noch 7502 Mitglieder. Die Juden Nürnbergs sahen sich nach dem Machtantritt der Nationalsozialisten einer Welle von gewaltsamen Angriffen ausgesetzt. So führte eine SA-Standarte bereits im Juni 1933 im Süden Nürnbergs einen "Sonderaktion" genannten Pogrom durch, bei dem ca. 100 Menschen zusammengetrieben, geschlagen und gequält wurden. Während der reichsweiten Judenpogrome im November 1938 wurde auch Isaak Heilbronn verhaftet. Er wurde am 11. November ins Konzentrationslager Dachau verschleppt und bis 15. Dezember dort festgehalten. Nach der Internierung im Konzentrationslager Dachau flüchtete die Familie aus Deutschland. Der erst 15 Jahre alte Sohn wurde alleine mit dem Schiff von Hamburg nach New York geschickt, wo die Tante Stella Hyman lebte. Bereits am 19. Januar 1939 ging er in Hamburg an Bord der "Deutschland". Isaak und seine Frau konnten im Frühjahr 1939 zunächst nach London flüchten zu ihrer Tochter Irmgard Pinto. Erst ein Dreivierteljahr später konnten sie Erich nach New York nachfolgen. Am 25. Januar 1940 gingen Isaak und Erna in Liverpool an Bord der Lancastria, einem Schiff der Cunard White Star Limited. Heilbronn war inzwischen 59 Jahre alt, sein Frau 47. Am 6. Februar erreichten die beiden New York.
Im Exil nannte Heilbronn sich Isak Heilbronn. Er zog in New York in einen 1912 erbauten Brownstone in der 382 Wadsworth Avenue, in der Nachbarschaft des Fort George im Norden von Manhatten. Erich wohnte bis seine Eltern eintrafen in der selben Straße, 330 Wadsworth Avenue, und zog nun mit den Eltern zusammen. Isaak fand eine Anstellung in der von Dr. Baerwald gegründeten Congregation Beth Hillel in 601, West 183 St. in Washington Heights, nicht weit von seiner Wohnung entfernt. Dr. Baerwald war der leitende Rabbiner. Dr. Erich Bloch, der als Kind aus München eingewandert war, beschreibt: "Die Leistung von Beth Hillel und anderen jüdischen Gemeinden war es, dass sie den Einwanderern dabei halfen, im neuen Land Fuß zu fassen. Sie waren eine wichtige Anlaufstelle, wenn jemand Hilfe brauchte. Beth Hillel war eine große Gemeinde. Man könnte sie `konservadox´ nennen, also im Wesentlichen orthodox. Es gab Unterschiede zur nichtdeutschen Orthodoxie in den Vereinigten Staaten, wo man nicht singt, sich aber viel mehr hin- und her bewegt. Die Deutschen standen aufrecht, schwankten beim Beten nicht vor und zurück. Man murmelte die Gebete nicht, man war viel leiser - der protestantische Einfluss." Bloch berichtet, dass zu manchen Zeiten 900 bis 1200 Menschen an den Gottesdiensten teilnahmen, und dass man im Park oft mehr Deutsch als Englisch hören konnte. Die Predigten wurden auf Deutsch gehalten.
Der 16-jährige Erich, der eigentlich noch zur Schule ging, verdiente als "Office Boy" zunächst das Haushaltseinkommen. 1939 arbeitete er 12 Wochen 40 Stunden pro Woche. Isaak Heilbronn hatte zwar in der Kultusgemeinde Beschäftigung gefunden, jedoch gab er in der Volkszählug von 1940 noch kein Einkommen an.
Keine vier Jahre später, am 9. Juni 1943, ist Isaak Heilbronn in N.Y. gestorben. Am 26. Februar war der inzwischen zwanzigjährige Erich in die Armee eingezogen worden, obwohl er noch nicht amerikanischer Staatsbürger geworden war. Er ist im Krieg gefallen. Am 18. April 1947 besuchte Irmgard, die inzwischen die britische Staatsbürgerschaft besaß, zusammen mit ihrem zweijährigen Sohn David die Mutter in New York. Sie reiste 1948 wieder in die USA und traf am 22. Dezember 1948 in New York bei ihrer Mutter ein. Später (spätestens ab 1957) lebte sie in Kanada. Erna Heilbronn starb im Mai 1977. Irmgard und David lebten beide 2004 in Kanada, Irmgard starb dort am 20. Dezember 2009.

Quellen:
  • ancestry.de
  • Raim 2012
  • Borut 2012
  • Frank Harris 2004/2005
  • Appelius
  • www.rijo.homepage.t-online.de
  • Leo Baeck Insitute Archives
  • NARA
  • alemannia judaica
  • Müller, 1968
  • Archiv der KZ-Gedenkstätte Dachau

Heilbronner, geb. Preßburger, Betty

Geboren: 02.02.1850 in Altenstadt
Gestorben: 02.04.1943 in Theresienstadt
Beruf: Sprachlehrerin
Verfolgung: Betty Heilbronner wurde am 15. Mai 1942 nach Fellheim, am 29. Juli 1942 nach München und von dort am 30. Juli 1942 nach Theresienstadt deportiert. Dort ist sie am 2. April 1943 im Alter von 93 Jahren gestorben.
Wohnort: Memmingen
Regierungsbezirk: Schwaben

(mehr Informationen)
Bemerkungen: Betty Heilbronner war Sprachlehrerin in Memmingen.

Quellen:
  • Bundesarchiv Gedenkbuch
  • Stadtarchiv Memmingen 1999

Heilbronner, Ida

Geboren: 27.04.1878 in Memmingen
Gestorben: in Piaski (?)
Beruf: Privatlehrerin
Verfolgung: Ida Heilbronner wurde am 31. März 1942 zunächst nach München und von dort im Alter von 63 Jahren am 3./4. April 1942 ins Ghetto Piaski deportiert.
Wohnort: Memmingen
Regierungsbezirk: Schwaben

(mehr Informationen)

Quellen:
  • Stadtarchiv Memmingen 1999
  • http://statistik-des-holocaust.de
  • Bundesarchiv Gedenkbuch

Heippert, Max

Geboren: 07.05.1891 in Karbach
Titel: Hauptlehrer
Verfolgung: Max Heippert wurde von 24. November bis 14. Dezember 1938 im Konzentratioslager Dachau inhaftiert. 1939 gelang ihm die Emigration nach Palästina. 1943 wurde er ausgebürgert und sein Vermögen beschlagnahmt.
Wohnort: Kitzingen
Regierungsbezirk: Unterfranken

(mehr Informationen)

Quellen:
  • Bay HStA
  • Archiv der KZ-Gedenkstätte Dachau

Hellmann, Julie

Geboren: 13.08.1913 in Würzburg
Gestorben: 23.07.1943 in Sobibor
Konfession: israelitisch
Beruf: Volksschullehrerin
Verfolgung: Julie Hellmann emigrierte im Dezember 1938 zusammen mit ihren Eltern und den Geschwistern in die Niederlande. Sie wurden am 8. April 1943 nach Westerbork und dann am 10. März 1943 (Moritz und Rachel) bzw. am 18. Mai 1943 (Julie) und am 20. Juli 1943 (Regina) ins Vernichtungslager Sobibor deportiert. Julie wurde am 23. Juli 1943 im Alter von 29 Jahren ermordet. Nur dem Bruder Norbert gelang die Emigration aus Holland in die USA.
Wohnort: München
Regierungsbezirk: Oberbayern, Unterfranken

(mehr Informationen)
Bemerkungen: Julie Hellmann stammte aus einer Lehrerfamilie. Ihr Vater Moritz unterrichtete ab 1897 an der Israelitischen Volksschule Würzburg. 1933 löste er Aron Mandelbaum als Schulleiter ab. Er war Vorstandsmitglied des Israelitischen Lehrervereins für Bayern. Auch Julies Großvater mütterlicherseits war Lehrer gewesen, in Frankfurt. Julie erhielt ihre Lehrerinnenausbildung an der Israelitischen Lehrerbildungsanstalt (ILBA) Würzburg, die sie 1932 mit Examen abschloss. Sie hat eine Zeitlang in München gelebt dort möglicherweise als Lehrerin gearbeitet. Ihre ältere Schwester Regina arbeitete für die Kultusgemeinde in Würzburg. Der jüngere Bruder Nobert studierte bis zur Flucht der Familie in die Niederlande ebenfalls an der ILBA. Nach seiner Emigration wurde er Lehrer in New York.

Quellen:
  • Strätz 1989
  • Bundesarchiv Gedenkbuch
  • Stadtarchiv München

Hellmann, Moritz

Geboren: 19.07.1877 in Marktbreit
Gestorben: 13.03.1943 in Sobibor
Konfession: israelitisch
Beruf: Volksschullehrer, Schuldirektor
Berufstätig an folgender Schule: Israelitische Volksschule Würzburg
Verfolgung: Moritz Hellmann emigrierte im Dezember 1938 zusammen mit seiner Frau Rachel und den drei Kindern in die Niederlande. Die Eltern und die beiden Töchter wurden erst nach Westerbork und dann am 10. März 1943 (Moritz und Rachel) bzw. am 18. Mai 1943 (Julie) und am 20. Juli 1943 (Regina) nach Sobibor deportiert. Moritz wurde am 13. März 1943 im Alter von 65 Jahren ermordet, Rachel am selben Tag. Nur dem jüngsten Sohn Norbert gelang die Emigration aus Holland in die USA.
Wohnort: Würzburg
Regierungsbezirk: Unterfranken

(mehr Informationen)
Bemerkungen: Moritz Hellmann unterrichtete ab 1897 an der Israelitischen Volksschule Würzburg (Israelitische Unterrichts- und Erziehungsanstalt). 1933 löste er Aron Mandelbaum als Schulleiter ab. Er war Vorstandsmitglied des Israelitischen Lehrervereins für Bayern. 1911 heiratete er Rachel Bamberger, die Tochter des Frankfurter Lehrers Seckel Bamberger. Das Paar bekam zwei Töchter, 1912 Regina, 1913 Julie und 1923 noch einen Sohn, Norbert. Julie und Norbert wurden ebenfalls Lehrer. Julie erhielt ihre Lehrerinnenausbildung an der Israelitischen Lehrerbildungsanstalt (ILBA) Würzburg, die sie 1932 mit Examen abschloss. Sie hat eine Zeitlang in München gelebt dort möglicherweise als Lehrerin gearbeitet. Nobert studierte bis zur Flucht der Familie in die Niederlande ebenfalls an der ILBA. Nach seiner Emigration wurde er Lehrer in New York.

Quellen:
  • Bundesarchiv Gedenkbuch
  • Strätz 1989

Hellmann, Norbert

Geboren: 15.12.1923 in Würzburg
Konfession: israelitisch
Beruf: ILBA-Student, Lehrer
Berufstätig an folgender Schule: Samson Raphael Hirsch School, New York
Verfolgung: Norbert Hellmann emigrierte im Dezember 1938 zusammen mit seinen Eltern und den Schwestern in die Niederlande. Seine Familie wurde erst nach Westerbork und dann am 10. März 1943 (Moritz und Rachel) bzw. am 18. Mai 1943 (Julie) und am 20. Juli 1943 (Regina) ins Vernichtungslager Sobibor deportiert und ermordet. Nur Norbert gelang die Emigration aus Holland in die USA.
Wohnort: Würzburg
Regierungsbezirk: Unterfranken

(mehr Informationen)
Bemerkungen: Norbert Hellmann stammte aus einer Lehrerfamilie. Sein Vater Moritz unterrichtete ab 1897 an der Israelitischen Unterrichts- und Erziehungsanstalt Würzburg. 1933 löste Moritz Aron Mandelbaum als Schulleiter ab. Er war Vorstandsmitglied des Israelitischen Lehrervereins für Bayern. Auch Norberts Großvater mütterlicherseits war Lehrer gewesen, in Frankfurt. Seine ältere Schwester Julie erhielt ihre Lehrerinnenausbildung an der Israelitischen Lehrerbildungsanstalt (ILBA) Würzburg, die sie 1932 mit Examen abschloss. Sie hat eine Zeitlang in München gelebt dort möglicherweise als Lehrerin gearbeitet. Die älteste Schwester Regina arbeitete für die Kultusgemeinde in Würzburg. Nobert studierte bis zur Flucht der Familie in die Niederlande ebenfalls an der ILBA. Bereits in Holland begann er als Lehrer zu arbeiten. Nach seiner Emigration wurde er Lehrer an der Samson Raphael Hirsch School in New York. 1947 heiratete er Helen Bamberger, die am 30.5.1926 in Würzburg geboren worden war.

Quellen:
  • Strätz 1989
  • Bundesarchiv Gedenkbuch

Herold, geb. Rosenthal, Elsbeth

Geboren: 04.01.1880 in Brüssel
Gestorben: 15.12.1944 in Theresienstadt
Beruf: Kunstlehrerin
Verfolgung: Elsbeth Herold wurde am 29. Juli 1942 Is Ghetto Theresienstadt deportiert und starb dort am 15. Dezember 1944 im Alter von 64 Jahren.
Wohnort: München
Regierungsbezirk: Oberbayern

(mehr Informationen)
Bemerkungen: Elsbeth Herold war 1941 verwitwet.

Quellen:
  • Stadtarchiv München
  • Rijo
  • Bundesarchiv Gedenkbuch

Herthel, geb. Bach, Marianne

Geboren: 06.05.1896 in Breslau
Gestorben: in Auschwitz
Beruf: Zeichenlehrerin, Hausfrau
Verfolgung: Marianne Herthel war Zwangsarbeiterin. Sie wurde 1943 im Alter von 47 Jahren ins Konentrations- undVernichtungslager Auschwitz deportiert und dort ermordet.
Wohnort: München
Regierungsbezirk: Oberbayern

(mehr Informationen)

Quellen:
  • Rijo
  • Stadtarchiv München
  • Bundesarchiv Gedenkbuch

Heß, Abraham

Geboren: 05.07.1895 in Geroda/Ufr.
Gestorben: 1941 in Riga-Jungfernhof
Konfession: israelitisch
Beruf: Lehrer, Kantor
Berufstätig an folgender Schule: Jüdische Volks- und Berufsschule Würzburg
Verfolgung: Abraham Heß wurde am 29. November 1941 mit seiner Frau Nanny und den Kindern Bella und Siegfried aus Würzburg nach Riga-Jungfernhof deportiert und im Alter von 46 Jahren ermordet.
Wohnort: Miltenberg
Regierungsbezirk: Unterfranken

(mehr Informationen)
Bemerkungen: Abraham Heß stammte aus der Familie des Viehhändlers Salomon Heß und seiner Frau Therese, geb. Silberthau, aus Geroda in Unterfranken. Heß besuchte nach der Volksschule die Israelitische Präparandenschule Burgpreppach und studierte anschließend an der Israelitischen Lehrerbildungsanstalt (ILBA) in Würzburg.
Nach dem Krieg war er Lehrer und Kantor mit rabbinischer Funktion in Miltenberg/Ufr. von 1919 bis 1939. Seine Frau Nanny, die er am 15. März 1922 in Aschaffenburg geheiratet hatte, war ebenfalls Lehrerin. Ihre Kinder Bella und Siegried wurden am 27. September 1923 bzw. am 18. November 1930 in Miltenberg geboren. Ab 1939 wohnten sie in Würzburg, zuletzt in der Bibrastraße 6. Auswanderungsversuche gescheitert.

Quellen:
  • www.statistik-des-holocaust.de
  • Bundesarchiv Gedenkbuch

Hess, Emanuel

Geboren: ca. 1870
Gestorben: 19.12.1933 in Nürnberg
Konfession: israelitisch
Titel: Oberlehrer
Beruf: Lehrer, Kantor, Schächter, Schulleiter
Berufstätig an folgender Schule: Volksschule der Adas Israel Nürnberg
Wohnort: Nürnberg
Regierungsbezirk: Mittelfranken

(mehr Informationen)
Bemerkungen: Emanuel Hess war über 40 Jahre als Lehrer, Kantor und Schächter, sowie Schulleiter in Bayern berufstätig. Nach den ersten Berufserfahrungen in einer kleinen unterfränkischen Gemeinde hatte er mehrere Jahre das Amt des Lehrers, Kantors und Schächters in Burghaslach inne. 1921 übernahm er die Schulleitung der neu gegründeten Volksschule der Adas Israel Gemeinde in Nürnberg. Er war mit Lena (Lina) Hess, geborene Eschwege (1875-19589, verheiratet, die nach dem Krieg einen Entschädigungsantrag stellte. Am 28. August 1898 kam in Burghaslach eines ihrer Kinder, der Sohn Leo zur Welt. Zwischen 1919 und 1925 studierte Leo in Würzburg Medizin.
Emanuel Hess lebte 1928 in Nürnberg, Martin-Richter-Str. 7,I. Zu dieser Zeit war er bereits Oberlehrer.
In der Nacht vom 19. auf den 20. Dezember 1933 starb Hess ganz plötzlich an den Folgen einer Embolie. Er wurde mitten aus dem Leben gerissen. Am Tag zuvor hatte er noch Unterricht gegeben. Der jüdische Lehrerverein für Bayern dankte ihm in seiner Verbandszeitschrift mit den Worten: "Unser jüd. Lehrerverein betrachtet es als seine besondere Ehrenpflicht der Gattin und den Kindern mit Rat und Tat zur Seite zu stehen, um Liebe mit Liebe und Treue mit Treue zu belohnen. Es soll unvergessen bleiben, mit welch inniger Treue Heß [!] gerade in diesem Kreise wirkte und mit welchem Eifer er sich an den Fortbildungskonferenzen beteiligte. Er war der erste und letzte bei dem [!] Schiurim [Lehrveranstaltungen], die er bis zum letzten Male vor den Ferien besuchte, sowie er bis zum letzten Tage vor seinem Tode noch seinen Unterrcht erteilte. Er ist in den Sielen gestorben [heißt: mitten in der Arbeit]."
Lena Hess starb 1958, Leo Hess starb 1982 in den USA.

Quellen:
  • Strätz 1989
  • ancestry.de
  • www.rijo.homepage.t-online.de
  • BayHStA
  • alemannia judaica

Heß, Nanny Nathalia Anny

Geboren: 14.8.1896 in Memmelsdorf
Gestorben: 24.08.1943 in Ghetto Riga
Konfession: israelitisch
Beruf: Lehrerin
Verfolgung: Nanny Heß wurde am 29. November 1941 zusammen mit ihrem Mann Abraham und den Kindern Bella und Siegfried nach Riga-Jungfernhof deportiert. Nanny Heß starb am 24. August 1943 im Alter von 47 Jahren im Ghetto Riga.
Wohnort: Miltenberg
Regierungsbezirk: Unterfranken

(mehr Informationen)
Bemerkungen: Nanny Heß war eine Tochter des Memmelsdorfer Lehrers Siegfried Freudenberger und seiner Frau Rika, geb. Hecht. Sie arbeitete als Lehrerin. Am 10. März 1922 heiratete sie in Thüngen den Lehrer Abraham Heß und zog nach Miltenberg in die Lehrerwohnung bei der Synagoge in der Mainstraße. Ihre beiden Kinder Bella und Siegfried wurden 1923 und 1930 in Miltenberg geboren. Zusammen mit ihrem Mann betrieb sie eine Schülerpension.
Während der reichsweiten Judenpogrome im November 1938 wurde die Synagoge in der Mainstraße zerstört. Die Familie zog darafhin am 1. Dezember 1938 nach Würzburg.

Quellen:
  • alemannia judaica
  • Strätz 1989
  • http://www.historisches-unterfranken.uni-wuerzburg.de
  • Bundesarchiv Gedenkbuch

Heßlein, Seligmann

Beruf: Lehrer
Wohnort: Bamberg
Regierungsbezirk: Oberfranken

(mehr Informationen)
Bemerkungen: 1962 (?)

Quellen:
  • StAB

Hiller, Hermine

Geboren: 12.01.1871 in München
Gestorben: 07.03.1942 in München
Beruf: Erzieherin, Sprachlehrerin
Verfolgung: Hermine Hiller beging am 7. März 1942 Suizid.
Wohnort: München
Regierungsbezirk: Oberbayern

(mehr Informationen)

Quellen:
  • StAM
  • Stadtarchiv München
  • Bundesarchiv Gedenkbuch

Hirsch, Berta

Geboren: 16.05.1891 in Bendorf
Gestorben: 1972
Konfession: israelitisch
Beruf: Internatsleitung
Berufstätig an folgender Schule: Internat Prediger Hirsch
Wohnort: Coburg
Regierungsbezirk: Oberfranken

(mehr Informationen)
Bemerkungen: Als Ehefrau von Hermann Hirsch mit der Leitung des Internats befasst.

Quellen:
  • Stadtarchiv Coburg
  • Bay HStA

Hirsch, Hermann

Geboren: 19.06.1885 in Hanau
Gestorben: 29.01.1942 in Pardess Chana/Israel
Konfession: israelitisch
Beruf: Lehrer, Prediger, Internatsleiter
Berufstätig an folgender Schule: Internat Prediger Hirsch
Verfolgung: Inhaftierung nach Pogromnacht. Am 12. März 1939 gelang Hermann Hirsch die Emigration nach Palästina.
Wohnort: Coburg
Regierungsbezirk: Oberfranken

(mehr Informationen)
Bemerkungen: Hermann Hirsch studierte von 1906 bis 1910 am Konservatorium der Musik in Koblenz und erhielt anschließend eine Ausbildung als Religioslehrer. Zwischen 1909 und 1912 wohnte er in Koblenz in der Friedrichstraße 54. Er war in dieser Zeit als Handelsgehilfe gemeldet. Als Religionslehrer arbeitete er zunächst in Andernach, bis 1913. Am 24. Dezember 1913 heiratete er in Bendorf am Rhein Sophie Drach. Während Hermann Hirsch "im Feld" war, gebar seine Frau am 24. August 1915 in Bendorf die erste Tochter: Leonore, genannt Lore. Hermann Hirsch wechselte nach Coburg. Dort gründete er nach dem Krieg ein Internat in der Hohen Straße 9 (später 30). 1934-1938 private jüdische Volksschule Coburg (Institut Hirsch). Die Stadt Coburg versuchte nach 1933 mehrfach, Hermann Hirsch die Genehmigung für die Schule zu entziehen. Hirsch wollte die Volksschule eigentlich zur Realschule ausbauen und scheiterte an den Coburger Behörden.

Quellen:
  • Stadtarchiv Hanau
  • Fromm 1990
  • Stadtarchiv Coburg
  • Bay HStA

Hirsch, Leonore

Geboren: 24.08.1915 in Bendorf
Konfession: israelitisch
Beruf: Haustochter
Berufstätig an folgender Schule: Internat Prediger Hirsch
Verfolgung: Am 10. Dezember 1935 emigrierte Leonore Hirsch nach Palästina.
Wohnort: Coburg
Regierungsbezirk: Oberfranken

(mehr Informationen)
Bemerkungen: Leonore (genannt Lore) Hirsch war die Tochter des Internatsleiters Hermann Hirsch und als Haustochter im Internat beschäftigt.

Quellen:
  • Stadtarchiv Coburg

Hirschmann, Aron

Gestorben: 1918 in gefallen
Beruf: Lehrer
Berufstätig an folgender Schule: Israelitische Präparandenschule Burgpreppach
Wohnort: Burgpreppach
Regierungsbezirk: Unterfranken

(mehr Informationen)

Quellen:
  • alemannia judaica

Hobel, Isaak

Geboren: 06.09.1887 in Urspringen (Ufr.)
Gestorben: 1942? in Auschwitz
Konfession: israelitisch
Titel: Hauptlehrer
Verfolgung: Isaak Hobel wurde am 11. November 1938 ins Konzentrationslager Dachau gebracht. Am 22. Oktober 1940 wurde er ins Internierungslager Gurs gebracht, von dort nach Drancy. Am 17. August 1942 wurde er ins Konzentrations- und Vernichtungslager Auschwitz deportiert.
Wohnort: Emmendingen

(mehr Informationen)
Bemerkungen: Isaak Hobel erteilte in Emmendingen Religionsunterricht an öffentlichen Schulen.

Quellen:
  • Bundesarchiv Gedenkbuch
  • Archiv der KZ-Gedenkstätte Dachau
  • alemannia judaica

Hoffmann, Maria

Beruf: Volksschullehrerin
Verfolgung: Maria Hoffmann wurde nach §3 des BBG wegen ihrer jüdischen Abstammung in den Ruhestand versetzt.

(mehr Informationen)

Quellen:
  • Schäffer 2001

Hofmann, Jos.

Titel: Dr.
Berufstätig an folgender Schule: Israelitische Realschule Fürth
Wohnort: Fürth

(mehr Informationen)
Bemerkungen: Im Schuljahr 1904/05 wird Dr. Jos. Hofmann im Verzeichnis der hauptamtlichen Lehrer der Israelitischen Realschule Fürth als Lehrer für neuere Sprachen geführt.

Quellen:
  • CAHJP

Hohenemser, Jacob

Geboren: 12.08.1911 in Tübingen, Württemberg
Gestorben: 06.08.1964 in Mariposa/San Francisco
Konfession: israelitisch
Beruf: Religionslehrer, Kantor
Verfolgung: Jakob Hohenemser war von 10. November bis 15. Dezember 1938 im Konzentrationslager Dachau inhaftiert.
Wohnort: München
Regierungsbezirk: Unterfranken, Oberbayern

(mehr Informationen)
Bemerkungen: Jacob Hohenemser stammte aus Haigerloch. Er wurde als erster Sohn des Manufakturwarenhändlers Sigmund Hohenemser und dessen Frau Mathilde, geb. Einstein, am 12. August 1911 geboren. Jacob wuchs mit einem zwei Jahre jüngeren Bruder auf. Als Jacob 11 Jahre alt war, starb seine Mutter. Seine Jugend verbrachte er in Laupheim bei Ulm, wo zwei Schwestern seiner Mutter ein Anwesen in der Ulmer Straße 54 hatten, ein Zweifamilienhaus mit Scheune und Garten. Jacob besuchte hier die Realschule. Im Alter von 17 Jahren zog Hohenemser nach Höchberg, wo es eine Israelitische Präparandenschule gab. 1931 absolvierte er die Israelitische Lehrerbildungsanstalt (ILBA) in Würzburg. Erste berufliche Erfahrungen sammelte er an der Raschi-Synagoge in Worms, wo er von Dezember 1931 bis März 1936 als Religionslehrer und Kantor tätig war. Am 19. März 1936 zog Hohenemser nach München und übernahm an der Hauptsynagoge die Stelle des Hilfskantors und Lehrers. Nebenbei studierte er am Trapp-Konservatorium Musik.
Am 10. November 1938 wurde Jacob Hohenemser verhaftet und mit Tausenden anderen jüdischen Männern ins Konzentrationslager Dachau gebracht. Fast einen Monat war er der Willkür und dem Terror der Nationalsozialisten ausgeliefert. Er schreibt in einer Eidesstattlichen Erklärung vom 22. Dezember 1950: "In Dachau war ich Gefangener des Blockes 10 Stube zwei, meistens mit Insassen von Augsburg. Ich wurde dort gesehen von vielen, unter Anderem war dort mit mir der fruehere Rabbiner der Muenchner Gemeinde Dr. Leo Baerwald der jetzt in New York 1372 Riverside Drive lebt." Nach seiner Entlassung aus dem Konzentrationslager bemühte er sich um einen Fluchtweg. Am 28. August 1939 konnte er nach Amerika auswandern. Er fuhr auf der "Manhatten", einem Schiff der Unites States Lines, am 30. August in Le Havre ab und erreichte New York am 27. September 1939. Von dort aus fuhr er mit dem Bus nach St. Louis, Missouri. Sein Umzugsgut ist in Amerika nicht angekommen. Es wurde später von deutschen Behörden versteigert.
Er studierte am Rhode Island College. Seine erste Anstellung erhielt er an einer Synagoge in St. Louis. Dort arbeitete er schon 1940 und 1941 für ein geringes Gehalt. Von 1942 bis 1964 war er Kantor am „Temple Emanu-El" in Providence, Rhode Island. Am 27. Dezember 1941 heiratete er Frieda Maxine, geborene Baxt, geb. am 21. März 1911. Auch sie hatte am Rhode Island College studiert. Die beiden hatten keine Kinder. Hohenemser war Mitglied des National Council der „Cantors Assembly of the United Synagogue of America". In Musikerkreisen genoss die Mitwirkung in dieser Gesellschaft hohes Ansehen. Vom „Jewish Theological Seminary" wurde ihm der Titel „Dr. sacred music" verliehen. Er war Verfasser und Mitherausgeber der „American Voice". Hohenemser hat eine CD mit kantoralen Gesängen herausgebracht ("Cantor Jacob Hohenemser. A Life for Jewish Music, Rhode Island, Provicende").
Jacob Hohenemsers Vater wurde am 19. August 1942 nach Theresienstadt deportiert und hat nicht überlebt. Auch seine beiden Tanten Irma und Hedwig Einstein wurden von den Nazis ermordet. Seinem Bruder Manfred gelang die Flucht nach Memphis (USA). Jacob Hohenemser bemühte sich 1947 um Rückerstattung des Anwesens seiner Tanten in Laupheim, beantragte auch Entschädigung für die Haft im Konzentrationslager, für das gestohlene Gepäck und die Ausgaben für die verlorene Fracht und für Schaden im beruflichen Fortkommen. Er starb unerwartet am 6. August 1964 während einer Urlaubsreise in Mariposa in der Nähe von San Francisco.

Quellen:
  • Cantor Jacob Hohenemser Memorial Fund
  • Bayerisches Landesentschädigungsamt
  • StAM
  • Stadtarchiv München
  • Strätz 1989
  • Archiv der KZ-Gedenkstätte Dachau

Holzer, Ilse

Geboren: 17.08.1897 in Freising
Gestorben: 1942 in Warschau oder Auschwitz
Beruf: Musiklehrerin
Verfolgung: Ilse Holzer wurde im Alter von 44 Jahren am 13. Juli 1942 zusammen mit ihrer Mutter Hanna mit dem sogenannten "Straftransport" von München aus ins Konzentrations- und Vernichtungslager Auschwitz deportiert und ermordet.
Wohnort: München
Regierungsbezirk: Oberbayern

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Bemerkungen: Ilse Holzer war eines von zwei Kindern des Freisinger Kaufmanns Oskar Holzer. Ihr Vater besaß zusammen mit seinem Bruder Bernhard in Freising ein renommiertes Kaufhaus mit Textilien, Mode- und Kurzwaren. Ilse wuchs mit ihrem Bruder Martin, dem Cousin Siegfried und der Cousine Irma auf. Ilses jüngerer Bruder Martin wurde Steuerberater, promovierte und machte sich in Freising mit einer eigenen Firma selbständig. Ilse wurde Musiklehrerin. Am 9. November griffen die Nationalsozialisten auch das Wohn- und Kaufhaus der Familie Holzer an. Ilses Vater Oskar wurde am 10. November mit 69 Jahren ins Konzentrationslager Dachau gebracht. Er starb wenige Monate nach der Entlassung im April 1939. Ilse bemühlte sich 1939 vergeblich um Fluchtmöglichkeiten ins Ausland. Sie wurde zusammen mit ihrer Mutter im Juni 1942 nach Polen deportiert. Ihre Couseine Irma starb in Piaski, der Bruder ihres Vaters, Bernhard und seine Frau starben in Theresienstadt, Siegfried wurde von Frankreich aus nach Auschwitz deportiert. Nur ihre Bruder Martin überlebte in Palästina.

Quellen:
  • Stadtarchiv München
  • Rijo
  • Bundesarchiv Gedenkbuch

Hommel, Justus

Geboren: 30.08.1878 in Thalmässing
Gestorben: in Riga
Titel: Oberlehrer
Beruf: Lehrer
Berufstätig an folgender Schule: Jüdische Schule Thalmässing
Verfolgung: Justus Hommel wurde im Alter von 63 Jahren am 29. November 1941 von Nürnberg nach Riga-Jungfernhof deportiert und dort ermordet.
Wohnort: Thalmässing
Regierungsbezirk: Mittelfranken

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Bemerkungen: Justus Hommel wohnte in Nürnberg und Thalmässing. Er war der letzte jüdische Lehrer in Thalmässing.

Quellen:
  • Bundesarchiv Gedenkbuch
  • Rossmeissl

Houser, Emmy Sophia

Geboren: 28.12.1910 in Schweinfurt
Konfession: israelitisch
Beruf: Lehrerin
Wohnort: Schweinfurt
Regierungsbezirk: Unterfranken

(mehr Informationen)
Bemerkungen: Emma Hausdorff stammte aus Schweinfurt und war dort auch Lehrerin. 1934 oder 1938 zog sie nach Nürnberg, evtl. dort als Studienassessorin tätig. Bernhard Kolb nennt ein "Frl. Dr. Hausdorf" als Lehrerin in Nürnberg.
Am 10. August 1938 floh sie von Rotterdam aus auf dem Schiff "Rotterdam" in die USA, am 19. August kam sie in New York an. Auf der Passagierliste ist als Beruf "Student" angegeben, als nächster Verwandter zu Hause die Mutter "C. Hausdorff" in der Schultesstr. 21 in Schweinfurt. Emmy hatte bereits ein Ticket zu ihrem Reiseziel San Francisco in der Tasche. Dort wohnte ihr Cousin C.F. Stick (Post Str. 775). Die Reisekosten hatte sie von ihrem eigenen Geld bezahlt. Am 3. Mai 1939 stellte sie in San Francisco einen Einbürgerungsantrag - hier gab sie auch schon einen neuen Namen an: Emmy Sophia Houser. Sie wohnte im Dominican College in San Rafael in Kalifornien. Ihre Beschäftigung gab sie mit Lehrer an. Sie war zu dieser Zeit nicht verheiratet, 28 Jahre alt, eine junge dunkelhaarige Frau mit Kurzhaarschnitt.

Quellen:
  • National Archives at San Francisco
  • Stadtarchiv Schweinfurt
  • ancestry.de
  • www.rijo.homepag.t-online.de
  • NARA

J

Jacobi, Hedwig Henriette

Geboren: 16.11.1879 in Würzburg
Gestorben: Mrz 43 in Auschwitz
Beruf: Erzieherin, Kindergartenleiterin
Berufstätig an folgender Schule: Antonienheim
Verfolgung: Hedwig Jacobi war von 15. April 1942 bis 22. Juli 1942 im Barackenlager Milbertshofen in der Knorrstraße 148 inhaftiert, dann im Sammellager Berg am Laim in der Clemens-August-Straße 9. Zusammen mit Alice Bendix und den Kindern des Antonienheims wurde sie am 13. März 1943 ins Vernichtungslager Auschwitz deportiert und ermordet.
Wohnort: München
Regierungsbezirk: Oberbayern

(mehr Informationen)
Bemerkungen: Hedwig Jacobi leitete den jüdischen Hort und Kindergarten in der Münchner Baaderstraße 5. Anschließend arbeitete sie ehrenamtlich als Erzieherin im Kinderheim der Israelitischen Jugendhilfe in der Antonienstraße 7 bis zu dessen Liquidierung. Sie wurde zusammen mit Alice Bendix und den verbliebenen Heimkindern deportiert.

Quellen:
  • Berger 1995
  • Macek 2005

K

Kahn, David

Geboren: 02.01.1894 in Mittelsinn
Konfession: israelitisch
Beruf: Religionslehrer
Verfolgung: David Kahn war vom 11. November bis 20. Dezember 1938 im Konzentrationslager Dachau inhaftiert. 1941 wurde er im Alter von 47 Jahren deportiert. Er wurde für tot erklärt.
Wohnort: Hirschaid
Regierungsbezirk: Oberfranken

(mehr Informationen)
Bemerkungen: David Kahn war Religionslehrer in Hirschaid.

Quellen:
  • KZ-Gedenkstätte Dachau
  • Guth 1988
  • Bundesarchiv Gedenkbuch

Kahn, David 2

Geboren: 8.9.1870 in Creglingen
Gestorben: 30.03.1943 in Theresienstadt
Beruf: Lehrer
Verfolgung: David Kahn wurde am 23. September 1942 aus Würzburg ins Ghetto Theresienstadt deportiert. Er starb am 30. März 1943 im Alter von 72 Jahren.
Wohnort: Würzburg

(mehr Informationen)
Bemerkungen: David Kahn war ein Sohn des Hauptlehrers Moritz Kahn und seiner Frau Nannchen, geb. Sauer, aus dem württembergischen Creglingen. Er zog im Jahr 1938 aus Tauberbischofsheim in das Altersheim in der Konradstr. 3 nach Würzburg.

Quellen:
  • Strätz 1989
  • http://www.statistik-des-holocaust.de
  • Bundesarchiv Gedenkbuch

Kahn, Josef

Geboren: 17.09.1877 in Mittelsinn/Ufr.
Gestorben: 09.01.1943 in Theresienstadt
Konfession: israelitisch
Beruf: Religionslehrer, Kaufmann?
Verfolgung: Josef Kahn wurde am 23. September 1942 ins Ghetto Theresienstadt deportiert und starb am 9. Januar 1943 im Alter von 65 Jahren.
Wohnort: Mittelsinn
Regierungsbezirk: Unterfranken

(mehr Informationen)
Bemerkungen: Josef Kahn war ein Sohn des Kaufmanns Samuel Kahn und seiner Frau Sofi, geb. Kahn, aus Mittelsinn. Er hat die Lehrerausbildung an der Israelitischen Lehrerbildungsanstalt (ILBA) in Würzburg absolviert. Er schloss sie 1896 mit Examen ab. In der Kriegsstammrolle des Ersten Weltkrieges ist er als "Schullehrer" mit Wohnort Mittelsinn verzeichnet. Kahn war ledig und lebte bis November 1938 in Mittelsinn. Nach dem Pogrom im November 1938, bei dem die Inneneinrichtung der Synagoge zerstört wurde, zog Kahn zu Bekannten nach Aschaffenburg. Am 21. März 1939 zog er in das Isr. Kranken- und Pfründnerhaus in der Dürerstr. 20 in Würzburg.

Quellen:
  • Strätz 1989
  • BayHStA
  • http://www.statistik-des-holocaust.de
  • http://www.historisches-unterfranken.uni-wuerzburg.de

Kahn, Leo

Geboren: 02.03.1901 in Mittelsinn
Gestorben: in Izbica
Konfession: israelitisch
Beruf: Lehrer
Berufstätig an folgender Schule: Israelitische Volksschule Ichenhausen
Verfolgung: Leo Kahn wurde von 25. November 1938 bis 23. Dezember 1938 im Konzentrationslager Dachau inhaftiert. Am 24. März 1942 wurde Leo Kahn im Alter von 41 Jahren mit seiner Frau Mina und der achtjährigen Tochter Hannelore ins Ghetto Izbica deportiert. Alle sind dort verschollen.
Wohnort: Gaukönigshofen
Regierungsbezirk: Unterfranken, Schwaben

(mehr Informationen)
Bemerkungen: Leo Kahn besuchte zunächst die Israelitische Präparandenschule Höchberg und studierte dann von 1917 bis 1920 an der Israelitischen Lehrerbildungsanstalt Würzburg (ILBA). 1920 legte er sein Lehrerexamen ab. Er lebte mit seiner Familie in Gaukönigshofen und unterrichtete dort. Zeitweise gab er Privatunterricht. Ab Mai 1940 pendelte er wöchentlich nach Ichenhausen und unterrichtete dort von Montag bis Donnerstag an der Volks- und Fortbildungsschule. In Ichenhausen übernahm er auch die Leitung der Israelitischen Volksschule.

Quellen:
  • alemannia judaica
  • Strätz 1989
  • Archiv der KZ-Gedenkstätte Dachau
  • StAA
  • Bay HSTA
  • Bundesarchiv Gedenkbuch

Kannenmacher, Schaja Abraham

Geboren: 09.04.1901 in Kolno, Lomza, Russland
Gestorben: 19.06.1942 in Neuengamme
Konfession: israelitisch
Beruf: Lehrer und Vorsänger
Berufstätig an folgender Schule: Religionsschule Aub
Verfolgung: Abraham Kannenmacher war vom 25. Juli bis 19. November 1940 im Konzentrationslager Sachsenhausen inhaftiert. Am 19. November 1940 wurde er ins Konzentrationslager Neuengamme überstellt. Er starb am 19. Juni 1942 im Alter von 41 Jahren, laut Sterbeurkunde an "Magen- und Darmtuberkulose". Sein Frau Martha wurde am 24. September 1942 im Alter von 36 Jahren mit der noch elfjährigen Tochter Senta aus Frankfurt am Main über Berlin in die Tötungsstätte Raasiku in Estland deportiert und ermordet.
Wohnort: Aub (Ufr.)
Regierungsbezirk: Unterfranken

(mehr Informationen)
Bemerkungen: Abraham Kannenmacher stammte aus Kolno im Bezirk Lomza in Russland (heute Polen). Seine Eltern waren der Kaufmann Pinchas Kannenmacher und dessen Frau Juda-Beila, geb. Perla. In der Sterbeurkunde stehen als Eltern Hirsch Kannenmacher und Ida, geb. Perla. Er besuchte die israelitische Präparandenschule Höchberg und von 1918 bis 1921 die Israelitische Lehrerbildungsanstalt Würzburg (ILBA).
Von 1928 bis 1937 war er Lehrer und Kantor der jüdischen Gemeinde Aub in Unterfranken. Hier heiratete er am 7. Januar 1930 Martha Rosenfeld, geb. am 17. März 1906 in Aub. Am 23. Oktober 1930 wurde in Würzburg ihre Tochter Senta geboren.
Zuletzt war Kannenmacher in Frankfurt am Main wohnhaft.

Quellen:
  • http://www.statistik-des-holocaust.de
  • Staatsarchiv Hamburg
  • Strätz 1989
  • Bundesarchiv Gedenkbuch
  • CAHJP D/Au1

Kannreuther, Jakob Gabriel

Geboren: um 1799 in Wannbach
Konfession: israelitisch
Beruf: Lehrer, Kantor, Schächter
Berufstätig an folgender Schule: Jüdische Elementarschule Sugenheim
Wohnort: Sugenheim
Regierungsbezirk: Mittelfranken

(mehr Informationen)
Bemerkungen: Jakob Kannreuther war zunächst Privatlehrer in Pretzfeld, bevor er um 1828 der erste Lehrer der Jüdischen Elementarschule Sugenheim wurde.

Quellen:
  • Seitz 1997
  • Skyte, Rijo

Katten, Max

Geboren: 05.10.1892 in Bonn-Poppelsdorf
Gestorben: 25.03.1957 in London
Konfession: israelitisch
Titel: Dr.
Beruf: Distriktrabbiner
Verfolgung: Max Katten war von 11. November 1938 bis 23. Dezember 1938 im Konzentrationslager Dachau inhaftiert. Im März 1939 gelang es ihm, nach London zu emigrieren.
Wohnort: Bamberg
Regierungsbezirk: Oberfranken

(mehr Informationen)
Bemerkungen: Max Katten war der Sohn des jüdischen Lehrers Salomon Katten und seiner Frau Nanni, geborene Moses. Die Kattens lebten in Bonn, wo Max auch zur Welt kam und aufwuchs. Nach dem Abschluss des Gymnasiums ging Katten 1912 zum Studium nach Marburg. Unterbrochen durch vier Jahre Kriegsdienst studierte Katten in Marburg, Breslau und Gießen. 1922 und 1923 legte er die rabbinischen Prüfungen ab. Am 23. Januar 1923 heiratete Max Katten die Professorentochter Vilma (Wilma) Guttmann. Er arbeitete ein Jahr lang als Religionslehrer in Wien und promovierte am 7. Oktober 1924 in Gießen zu Saadjas arabischer Pentateuchübersetzung. Von 1924 bis 1933 war Dr. Katten Rabbiner in Görlitz. Hier kamen 1925 seine Tochter Marianne und 1928 sein Sohn Hans zur Welt. Am 10. Januar 1930 zog Dr. Katten mit seiner Familie nach Bamberg. Er wurde von der israelitischen Kultusgemeinde als Rabbiner angestellt und übernahm zugleich das Bezirksrabbinat. Max Katten hielt die Trauerrede für den Bamberger Gerichtsreferendar Willy Aron, der am 19. Mai 1933 im Konzentrationslager Dachau ermordet worden war, bei dessen Beerdigung in Bamberg. Im November 1938 wurde infolge der reichsweiten Judenpogrome auch in Bamberg das Leben der jüdischen Gemeinde weitgehend zerstört. Die erst 28 Jahre zuvor eingeweihte Synagoge wurde in Brand gesetzt und Dr. Katten zusammen mit vielen anderen Gemeindemitgliedern ins Konzentrationslager Dachau verschleppt. Am 23. Dezember 1938 wurde er entlassen. Drei Monate später, am 20. März emigrierte Katten mit den beiden Kindern nach London. Vilma folgte Anfang August nach. In London hielt sich durch Arbeiten in einer Fabrik über Wasser, später arbeitete er als Dozent am Leo-Baeck-Institute. Am 16. Juni 1941 wurde ihm während eines Verfahrens zur Aberkennung der deutschen Staatsbürgerschaft der Doktortitel entzogen und am 12. August desselben Jahres die Reichsangehörigkeit aberkannt. 1967 wurde die Entziehung der Doktorwürde für rechtswidrig erklärt. Dr. Max Katten starb am 25. März 1957 in London.
Verfasserin des Gedächtnisblattes: Pia Loch, Bamberg (2014).

Quellen:
  • Fichtel / Beisbart, 2010
  • Loebl, 2000
  • Brocke / Carlebach, 2009
  • BayHStA
  • Weber, 2012
  • Stadtarchiv Bamberg
  • CAHJP

Katz, Clothilde

Geboren: 19.08.1881 in Frankfurt
Gestorben: in Piaski
Beruf: Opern- und Konzertsängerin, Gesangslehrerin
Verfolgung: Clothilde Katz wurde am 3. Dezember 1941 im Barackenlager Knorrstraße 148 interniert. Sie wurde im Alter von 61 Jahren am 4. April 1942 ins Ghetto Piaski deportiert und dort ermordet.
Wohnort: München
Regierungsbezirk: Oberbayern

(mehr Informationen)
Bemerkungen: Clothilde Katz trug denKünstlernamen Keller.

Quellen:
  • Stadtarchiv München

Katz, geb. Keller, Melanie

Geboren: 15.06.1873 in Frankfurt
Gestorben: in Treblinka
Beruf: Opern- und Konzertsängerin, Gesangslehrerin
Verfolgung: Melanie Katz wurde am 3. Dezember 1941 ins Barackenlager München, Knorrstraße 148 gebracht. Sie wurde am 24. Juni 1942 nach Theresienstadt deportiert und von dort im Alter von 69 Jahren am 19. September 1942 ins Vernichtungslager Treblinka. Dort ist sie verschollen.
Wohnort: München
Regierungsbezirk: Oberbayern

(mehr Informationen)
Bemerkungen: Melanie Katz trug den Künstlernamen Keller.

Quellen:
  • Stadtarchiv München
  • Bundesarchiv Gedenkbuch

Kauders, Hella (auch: Helena)

Geboren: 5.7.1896 in München
Gestorben: 24.12.1937
Beruf: Privatlehrerin
Verfolgung: Hella Kauders beging am 24. Dezember 1937 im Alter von 41 Jahren Suizid.
Wohnort: München
Regierungsbezirk: Oberbayern

(mehr Informationen)
Bemerkungen: Hella Kauders war Privatlehrerin in München.

Quellen:
  • Bundesarchiv Gedenkbuch
  • Stadtarchiv München

Kaufmann, Hedwig

Konfession: israelitisch
Beruf: Tanz- und Gymnastiklehrerin
Verfolgung: Emigration in die USA
Wohnort: Bayreuth
Regierungsbezirk: Oberfranken

(mehr Informationen)
Bemerkungen: Vermtl. Privatlehrerin.

Quellen:
  • Stadtarchiv Bayreuth

Kaufmann, Ludwig

Geboren: 25.05.1889 in Würzburg
Titel: Studienrat i.R.
Beruf: Gymnasiallehrer
Berufstätig an folgender Schule: Internat Prediger Hirsch
Wohnort: Coburg
Regierungsbezirk: Oberfranken; Unterfranken; Oberpfalz

(mehr Informationen)
Bemerkungen: Eignung für Facharbeit prüfen (HStA ?)

Quellen:
  • Stadtarchiv Coburg
  • Strätz 1989

Kaufmann, Rudolf

Geboren: 03.04.1909 in Königsberg/Preußen
Gestorben: nn.06.1941 in Litauen
Konfession: evangelisch
Titel: Dr.
Beruf: Lehrer
Berufstätig an folgender Schule: Internat Prediger Hirsch
Verfolgung: Rudolf Kaufmann wurde 1936 verhaftet. Am 11. Februar 1938 wurde ihm der Doktortitel entzogen. Er wurde im Juni 1941 in Litauen von zwei deutschen Soldaten auf offener Straße ermordet. Kaufmann wurde 32 Jahre alt.
Wohnort: Coburg
Regierungsbezirk: Oberfranken

(mehr Informationen)
Bemerkungen: Rudolf Kaufmann stammte aus Königsberg. Seine Eltern waren Walter Kaufmann und Frieda, geborene Kuttner. Der Vater Walter Kaufmann war Professor für Experimentalphysik und später Rektor an der Albertus-Univerität Königsberg. Rudolf hatt drei Brüder und zwei Schestern. Die Familie war evangelisch und unterhielt keinen Kontakt zur jüdischen Gemeinde, obwohl Rudolfs Großeltern jüdisch waren.
Rudolf Kaufmann wurde an der Universität Greifswald (Geologie, Zoologie und Mineralogie) mit Auszeichnung promoviert. In Königsberg erhielt er ein Turnlehrerzeugnis. Am 18. Oktober 1935 zog er nach Coburg. In der Personenkartei ist unter "Religion" konfessionslos eingetragen, daneben steht der Eintrag "Jude", nach eigenen Angaben in der Haftanstalt Amberg war Kaufmann evangelisch getauft. Bis zu seiner Verhaftung 1936 war er am Internat Hirsch als Sportlehrer angestellt. Außerdem unterrichtete er naturwissenschaftliche Fächer und Zeichnen.

Quellen:
  • StandA1.Bln
  • Kaiser, 1996
  • Kaemmel, 2009
  • Stadtarchiv Coburg
  • Litauisches Zentrales Staatsarchiv
  • Sammlung Reinhard Kaiser
  • StAAm
  • UniA.Gw
  • Sassin, 1983
  • Fromm, 2001

Kaumheimer, Hilde

Konfession: israelitisch
Beruf: Heimleiterin
Wohnort: München
Regierungsbezirk: Oberbayern

(mehr Informationen)
Bemerkungen: Hilde Rosenberg leitete von 1928 bis 1932 das Kinderheim der Israelitischen Jugendhilfe in der Antonienstraße in München. 1932 heiratete sie den Kinderarzt des Antonienheims Dr. Ludwig Kaumheimer. Hilde und Ludwig Kaumheimer emigrierten in die USA.

Quellen:
  • Macek 2005

Keßler, Siegfried

Geboren: 17.06.1883 in Iserlohn/Westfalen
Gestorben: 1943? in Auschwitz
Konfession: israelitisch
Titel: Dr. phil., Oberlehrer
Beruf: Religionslehrer
Berufstätig an folgender Schule: Jüdische Schule München
Verfolgung: Dr. Siegfried Keßler wurde im Alter von 59 Jahren am 13. März 1943 mit seiner Frau Selma ins Vernichtungslager Auschwitz deportiert und ist dort verschollen. Er wurde für tot erklärt.
Wohnort: München
Regierungsbezirk: Oberbayern

(mehr Informationen)
Bemerkungen: Siegfried Keßlers Eltern waren Möbelhändler in Iserlohn/Westfalen. Er erhielt seine Lehrerausbildung am Jüdischen Lehrerseminar der Marks-Haindorf-Stiftung in Münster, die er mit beiden staatlichen Lehrerexamina abschloss. Vor dem zweiten Examen war er Lehrer an der jüdischen Höheren Loewenbergschen Mädchenschule in Hamburg. 1905 ging er zurück nach Münster und begann als Präparanden- und Seminaroberlehrer der Marks-Haindorf-Stiftung zu wirken. Er studierte alte und neue Sprachen, legte weitere Prüfungen ab, und wirkte auch als Kantor und Prediger bei der Israelitischen Kultusgemeinde Münster. Von 1923 bis 1925 studierte er an der Universität Münster Germanistik und promovierte anschließend. 1910 hatte Keßler Selma Weinberg geheiratet und in den folgenden Jahren drei Kinder mit ihr bekommen. Die Familie zog 1926 nach München. Keßler unterrichtete dort als Oberlehrer an verschiedenen höheren Schulen und wirkte als Lehrer und Rektor der Jüdischen Volksschule München bis zu deren Schließung am 1.7.1942. 1929 war er Mitglied des Ausschusses Bildungswesen und Bibliothek der jüdischen Gemeinde München.

Quellen:
  • Bundesarchiv Gedenkbuch
  • StAM
  • Stadtarchiv München
  • Das jüdische Echo 1929

Kissinger, David

Geboren: 13.06.1860 in Rödelsee/Ufr.
Gestorben: 23.07.1947 in Schweden
Konfession: israelitisch
Beruf: Lehrer, Kantor und Schächter
Berufstätig an folgender Schule: Jüdische Volksschule Ermershausen
Verfolgung: Emigration nach Stockholm Anfang 1939.
Wohnort: Ermershausen
Regierungsbezirk: Unterfranken

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Bemerkungen: David Kissinger stammte aus der Familie des Webers und Händlers Abraham Kissinger aus Rödelsee in Unterfranken. Wie auch seine drei Brüder Joseph, Maier und Simon wurde er Religionslehrer. Er erhielt seine Ausbildung an der Israelitischen Lehrerbildungsanstalt Würzburg (ILBA). Von 1882 bis 1924 war er Lehrer und Kantor in Ermershausen. Am 13. Juli 1884 erhielt er hier das Bürgerrecht und konnte daraufhin Karolina (Lina) Zeilberger, die Tochter eines ortsansässigen wohlhabenden Landwirtes, heiraten, mit der er sieben Kinder bekam. Zumindest zwei von seinen Söhnen, Louis, geb. 1887, und Karl, geb. 1898, wurden ebenfalls Lehrer. David Kissinger genoss in Ermershausen hohes Ansehen und Wohlstand. 1907 beging David Kissinger sein fünfundzwanzigjähriges Dienstjubiläum. 1924 trat er in den Ruhestand.

Quellen:
  • Kurz 2007
  • Strätz 1989
  • alemannia judaica

Kissinger, Ferdinand

Geboren: 13.10.1891 in Urspringen
Gestorben: 25.11.1941 in Kaunas
Konfession: israelitisch
Titel: Hauptlehrer
Beruf: Lehrer
Berufstätig an folgender Schule: Israelitische Schule Hainsfarth; Jüdische Schule München
Verfolgung: Ferdinand Kissinger war von 10. November bis 12. Dezember 1938 im Konzentrationslager Dachau inhaftiert. Am 20. November 1941 wurde er nach Kaunas deportiert und im IX. Fort am 25. November 1941 im Alter von 50 Jahren ermordet.
Wohnort: München
Regierungsbezirk: Oberbayern

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Bemerkungen: Ferdinand Kissinger stammte aus einer jüdischen Lehrerfamilie. Sein Vater Simon Kissinger war 50 Jahre lang als Elementarschul- und Religionslehrer in Urspringen beheimatet. Auch die Brüder des Vaters waren Lehrer. Ebenso Ferdinand und sein jüngerer Bruder Julius. Ferdinand Kissiner studierte an der Israelitischen Lehrerbildungsanstalt (ILBA) Würzburg, die er 1910 abschloss. Seine erste Anstellung fand er in Willmars/Unterfranken. Dort sammelte er bis 1914 die ersten beruflichen Erfahrungen, bevor er zum Kriegsdienst einrückte. Während des Krieges kämpfte er in Frankreich. Von Mai 1919 bis 23. März 1923 ging er als Volksschullehrer nach Hainsfarth in Schwaben. Als die jüdische Schule in Hainsfarth aufgelöst wurde, wurde er am 1. April 1923 entlassen. Ein Jahr verbrachten Ferdindnd und seine Frau Sophie (Sofie), geb. Lebermann in Hachenburg bei Ferdinands Schwester Jenny. Ferdinand und Sophie waren seit dem 28. Dezember 1920 verheiratet. Als 1924 die jüdische Volksschule der Münchner Ohel-Jakob -Gemeinde gegründet wurde, fand Ferdindand dort eine neue Anstellung und das Ehepaar zog nach München. Am 17. November 1926 wurde er durch die Regierung von Oberbayern zum Hauptlehrer befördert. Die Ehe mit Sophie verlief nicht glücklich. 1929 zeigte Sophie erste Anzeichen von Schizophrenie, im Mai 1930 kehrte sie zu ihren Eltern zurück und musste bald darauf stationär behandelt werden. Die Ehe wurde 1933 geschieden. Zu dieser Zeit zog Ferdinand in die Wohnung seines Bruders Julius, der auch sein Kollege an der jüdischen Schule war. Julius wohnte mit seiner Frau und seinen zwei Kindern im Münchner Lehel, in der Bürkleinstraße.
Am 10. November 1938 wurde Ferdindn Kissinger ins Konzentrationalager Dachau eingewiesen. Nach seiner Entllassung am 12. Dezember 1938 arbeitete er weiterhin an der jüdischen Schule. Am 1. Juli 1939 wurde er aus dem Staatsdienst entlassen. Dennoch unterrichtete er weiterhin und wurde 1940 noch Leiter der jüdischen Schule in München. Im November 1941 wurde Ferdinand Kissinger zusammen mit seinem Bruder Julius und dessen Familie nach Kaunas in Litauen deportiert und am 25. November 1941 ermordet.

Quellen:
  • BayHStA Abtlg.IV Kriegsarchiv
  • http://statistik-des-holocaust.de
  • StAA
  • Stadtarchiv Aschaffenburg
  • StAM
  • Gemeinde Marktheidenfeld
  • BayHStA
  • Schneeberger 2012, in: Jüdisches Leben in Bayern, 27. Jhg. / Nr. 120
  • EVI Kurz 2009
  • Biographisches Gedenkbuch der Münchner Juden
  • StAM
  • Archiv der KZ-Gedenkstätte Dachau
  • CAHJP
  • Stadtarchiv München
  • Bundesarchiv Gedenkbuch
  • alemannia judaica
  • Strätz 1989
  • ITS Archives Bad Arolsen

Kissinger, Joseph (Josef)

Geboren: 1852
Gestorben: 1937
Konfession: israelitisch
Beruf: Lehrer, Kantor und Schächter
Berufstätig an folgender Schule: Jüdische Schule Frankenwinheim
Wohnort: Frankenwinheim, LK Schweinfurt
Regierungsbezirk: Unterfranken

(mehr Informationen)
Bemerkungen: Lehrer in Frankenwinheim von 1876 mehr als 50 Jahre. Nach Kissingers Pesionierung 1927 Neuausschreibung der Stelle. Fünfzigjähriges Dienstjubiläum 1921, fünfzigjähriges Ortsjubiläum 1926. 1881-1929 Schriftführer der Freiwilligen Feuerwehr. (Groß?)onkel von Henry Kissinger (?).

Quellen:
  • alemannia judaica

Kissinger, Julius

Geboren: 07.11.1894 in Urspringen, Marktheidenfeld
Gestorben: 25.11.1941 in Kaunas
Konfession: israelitisch
Beruf: Lehrer
Berufstätig an folgender Schule: Jüdische Schule München
Verfolgung: Julius Kissinger wurde zusammen mit Ferdinand Kissinger, den Kindern Albert und Manfred sowie Jenny Kissinger am 20. November 1941 nach Kaunas deportiert und im IX. Fort am 25. November 1941 im Alter von 47 Jahren ermordet.
Wohnort: München
Regierungsbezirk: Oberbayern

(mehr Informationen)
Bemerkungen: Julius Kissinger ist der Sohn des Lehrers Simon Kissinger der Jüdischen Schule Urspringen in Unterfranken. Julius studierte 1912/13 an der Israelitischen Lehrerbildungsanstalt Würzburg (ILBA). 1940 und 1941 war er Lehrer der Jüdischen Schule München.

Quellen:
  • Bundesarchiv Gedenkbuch
  • StAM
  • Strätz 1989
  • Stadtarchiv München
  • http://statistik-des-holocaust.de

Kissinger, Louis

Geboren: 02.02.1887 in Ermershausen/Hofheim
Gestorben: Mrz 82 in New York
Konfession: israelitisch
Titel: Oberlehrer
Berufstätig an folgender Schule: Israelitische Bekenntnisschule Adas Israel Nürnberg
Verfolgung: Louis Kissinger wurde nach dem 13. Oktober 1933 in Ruhestand versetzt. Am am 20. August 1938 emigrierte er mit Paula nach N.Y.
Wohnort: Fürth
Regierungsbezirk: Mittelfranken

(mehr Informationen)
Bemerkungen: 1940 wohnte die Familie in Washington Heights, West 180th Street. Louis Kissinger gab bei der US-Volkszählung an, dass er selbständig tätig war. Paula arbeitete 16 Wochenstunden als Hausmädchen in einem privaten Haushalt. Heinz nannte sich jetzt Henry. Er war 16 Jahre alt und trug als Arbeiter zum Haushaltseinkommen bei. Er arbeitete 40 Wochenstunden. Der fünfzehnjährige Walter ging zur Schule. Die Familie hatte zwei Untermieter, Werner und Alfred Rose. Sie stammten aus Hannover, waren 20 und 21 Jahre alt und arbeiteten als Bäcker bzw. als Schneider.
Louis Kissinger füllte 1942 eine Einzugsregistrierungskarte aus. Er wohnte zusammen mit Paula in der Fort Washington Avenue in Washington Heights und arbeitete auf selbständiger Basis in der Upper Westside.

Quellen:
  • Rijo
  • Stadtarchiv Fürth
  • Kurz 2007
  • Strätz 1989

Kissinger, Simon

Geboren: 18.02.1859 in Rödelsee/Ufr.
Konfession: israelitisch
Titel: Hauptlehrer
Beruf: Lehrer
Berufstätig an folgender Schule: Israelitische Elementarschule Urspringen
Wohnort: Urspringen
Regierungsbezirk: Unterfranken

(mehr Informationen)
Bemerkungen: Simon Kissinger studierte an der Israelitischen Lehrerbildungsanstalt Würzburg (ILBA), die er 1878 (?) mit Examen abschloss. Er war Lehrer der Israelitischen Elementarschule Urspringen von 1878 bis 1918, nach Auflösung der Elementarschule Religionslehrer bis 1929. Unterrichtete auch danach noch. Gründungsmitglied des Israelitischen Lehrervereins in Bayern. Erhielt 1903 das Ehrenbürgerrecht der Gemeinde Urspringen anlässliche seines fünfundzwanzigjährigen Dienstjubiläums. 1928 feierte er sein fünfzigjähriges Dienstjubiläum. 1935 zog er nach Würzburg, Anfang 1939 nach München. Seine Söhne Ferdinand, geb. 13. Oktober 1891, und Julius Kissinger, geb. 7. November 1894, wurden Lehrer an der Jüdischen Volksschule in München. Vermutlich der ältere Bruder von David Kissinger (prüfen und nachtragen).

Quellen:
  • Kurz 2007
  • Strätz 1989
  • alemannia judaica
  • Stadtarchiv München

Kitzinger, Gabriel

Geboren: 1809 in Ansbach
Beruf: Lehrer und Institutsleiter
Berufstätig an folgender Schule: Handels- und Lehrinstitut Gabriel Kitzinger
Wohnort: Ansbach
Regierungsbezirk: Mittelfranken

(mehr Informationen)
Bemerkungen: Gabriel Kitzinger betrieb seit 1844 eine kaufmännische Lehrstätte in Ansbach. In seiner Eigenschaft als "Vorstand des obrigkeitlich autorisierten Handels-Lehr-Instituts" schaltete Anzeigen in der Allgemeinen Zeitung des Judentums, in denen er sowohl für die Ausbildung an der Schule warb als auch Pensionsplätze für Jungen anbot. Unterrichtsfächer waren "Kalligraphie, deutsche Sprache und Stilübungen, Geographie und Statistik, Arithmetik, kaufmännische Formenlehre, Korrespondenz, einfache und doppelte Buchführung, Wechselkunde, allgemeine und Handelsgeschichte, Zeichnen, französische, englische und italienische Sprache". Gabiel Kitzinger unterrichtete selbst und beschäftigte weitere Lehrer. Die Schule war öffentlich anerkannt und unterstand der königlichen Schulkommission. Prüfungen wurden von der Handels-Prüfungskommission abgehalten. 1859 erhielten die Schüler Religionsunterricht und Hebräisch durch den Distriktrabbiner. Nach 21 Jahren wurde das Institut im September 1865 um eine "Unterrichts- und Erziehungsanstalt" für Knaben vom 9. bis zum 12. Lebensjahr erweitert, in denen Fächer der Elementarschulen, Naturwissenschaft und Französisch gelehrt wurden. "Zweck der Anstalt ist, die derselben anvertrauten Schüler zu religiös-sittlichen Menschen zu erziehen und zu tüchtigen Kaufleuten heranzubilden", schreibt Kitzinger im September 1865 in einer Anzeige in der Zeitung "Der Israelit". Gabriel Kitzinger war mit Rosalie, geborene Wertheimer, verheiratet.

Quellen:
  • Macek 2008
  • alemannia judaica

Kitzinger, geb. Merzbacher, Elisabeth Rahel

Geboren: 02.04.1881 in München
Gestorben: 1966
Konfession: israelitisch
Berufstätig an folgender Schule: Merzbacher´scher Privatkindergarten für jüdische Kinder
Verfolgung: Während der Pogrome im November 1938 brannten auch die Räume des Kindergartens, der sich seit 1930 in der Herzog-Rudolf-Straße, in unmittelbarer Nachbarschaft zur Synagoge befand. Elisabeth Kitzingers Ehemann Dr. Wilhelm Nathan Kitzinger war im Konzentrationslager Dachau inhaftiert. Elisabeth Kitzinger und ihrem Mann gelang die Flucht nach Palästina.
Wohnort: München
Regierungsbezirk: Oberbayern

(mehr Informationen)
Bemerkungen: Elisabeth Kitzinger spielte eine wichtige Rolle in der Kinder- und Jugendarbeit der jüdischen Gemeinde München. Sie wurde als Elisabeth Rahel Merzbacher in einer angesehenen Münchner Familie geboren. Nach dem Besuch der Volksschule und der "Höheren Töchterschule" arbeitete sie mit 16 Jahren als Haustochter im Haushalt ihrer Mutter mit. Doch sie brauchte eine andere Aufgabe. Sie wollte helfen, die Not der vielen Straßenkinder zu lindern, die tagsüber unbeaufsichtigt waren, weil die Eltern - meist arme russische Juden - arbeiten mussten. Bereits mit 17 Jahren begann sie, im Haus ihrer Eltern Kleinkinder zu versorgen und zu unterrichten. 1904 gründete sie zusammen mit ihrer Freundin Ida Kohnstamm und ihrer Schwester Luise den "Merzbacher´schen Privatkindergarten für jüdische Kinder". Kurz darauf wurde der Kindergarten städtisch anerkannt, blieb aber weiterhin privat finanziert. Die Kapazitäten wuchsen ständig, so dass während des Krieges bis zu 150 Kinder betreut wurden. Es kamen ein Hort für Schulkinder hinzu, drei Heime für Jugendliche wurden in Schwabing eröffnet: das Antonienheim, ein Mädchenheim und ein Lehrlingsheim. Elisabeth Kitzinger war seit 1905 mit dem Juristen Wilhelm Kitzinger verheiratet, mit dem sie vier Kinder hatte: Eugen (1906), Margarete oder Gretel (1908), Richard (1911) und Ernst (1912). Nach der Inhaftierung ihres Mannes im Konzentrationslager Dachau emigrierten Elisabeth Kitzinger und ihr Mann nach Palästina. Nach dem Tod ihres Mannes zog sie zu ihrem Sohn in die USA.

Quellen:
  • Kössel 1995
  • Macek 2008
  • Berger 1995

Kleestadt, Carl

Geboren: 29.12.1863 in Lippstadt/Paderborn
Konfession: israelitisch
Titel: Hauptlehrer
Beruf: Hauptlehrer und Kantor
Berufstätig an folgender Schule: Bamberg 1887-1929
Wohnort: Bamberg
Regierungsbezirk: Oberfranken

(mehr Informationen)
Bemerkungen: Klestadt Salomon, Hauptlehrer, erhielt 1913 das Bürgerrecht. Laut Angabe vom Stadtarchiv Bamberg sind Klestadt Salomon und Kleestadt Karl die selbe Person. 1934/35 bezog eine Frau Hauptlehrer Kleestadt Ruhegehalt.

Quellen:
  • Stadtarchiv Bamberg
  • CAHJP

Klein, Anna

Geboren: 16.02.1883 in Nürnberg
Gestorben: 25.11.1941 in Kaunas
Beruf: Malerin, Zeichenlehrerin, Haushilfe
Verfolgung: Anna Klein wurde am 20. November 1941 nach Kaunas deportiert und im IX. Fort am 25. November 1941 im Alter von 58 Jahren ermordet.
Wohnort: München
Regierungsbezirk: Oberbayern

(mehr Informationen)

Quellen:
  • Stadtarchiv München
  • Bundesarchiv Gedenkbuch

Klein, Joseph

Geboren: 1873 in Urspringen
Gestorben: 10.11.1940
Konfession: israelitisch
Beruf: Lehrer
Verfolgung: Deportation der Ehefrau am 15. Oktober 1941, ermordet.
Wohnort: Rhaunen

(mehr Informationen)
Bemerkungen: Ausbildung an der Isralitischen Lehrerbildungsanstalt Würzburg. Seit 1895 Lehrer in Rhaunen (heute Rehinland-Pfalz).

Quellen:
  • alemannia judaica

Klestadt, Salomon

Geboren: 29.12.1863 in bei Lippstadt/Paderborn
Titel: Hauptlehrer
Beruf: Lehrer
Berufstätig an folgender Schule: Bamberg
Wohnort: Bamberg, Amalienstraße
Regierungsbezirk: Oberfranken

(mehr Informationen)
Bemerkungen: Siehe Kleestadt, Carl; 15.9.1913 Bürgerrecht in Bamberg verliehen.

Quellen:
  • Stadtarchiv Bamberg

Klugmann, Hermann Löb

Geboren: 22.03.1885 in Wiesenbronn/Kitzingen
Gestorben: 08.12.1974 in Boston/Massachusetts
Konfession: israelitisch
Titel: Dr., Studienprofessor
Berufstätig an folgender Schule: Luisengymnasium München
Verfolgung: Hermann Klugmann wurde Ende 1935 zwangspensioniert. Während der Novemberpogrome 1938 befand er sich wegen einer Beerdigung in der Schweiz. Er emigrierte von Zürich aus nach New York.
Wohnort: München
Regierungsbezirk: Oberbayern

(mehr Informationen)
Bemerkungen: Hermann Löb Klugmann stammte aus der Familie des Viehhändlers Löb Klugmann in Wiesenbronn bei Kitzingen und dessen Frau Hanna, geb. Bachmann. Hermann hatte noch eine zwei Jahre jüngere Schwester, Emma. Die Kinder besuchten die protestantische Schule am Ort. Hermann studierte an der Israelitischen Präparandenschule in Höchberg, dann an der Israelitischen Lehrerbildungsanstalt in Würzburg. Von 1912 bis 1914 unterbrach er die Lehrtätigkeit in Höchberg um in München Mathematik, Chemie und Physik zu studieren. 1915 erwarb er die Zulassung zum Lehramt an Lehrerbildungsanstalten. Bis 1917 studierte er in Würzburg Pädaogik, Psychologie und Philosophie. 1917 promovierte er über ein mathematisches Thema. Anschließend wurde er am 1. Mai zum Kriegsdienst eingezogen.
Hermann Klugmann begann seine Lehrertätigkeit 1904 nach Abschluss der ILBA als Hilfslehrer in Kleineibstadt im heutigen Landkreis Rhön-Grabfeld. Ab 1906 wechselte er an die Präparandenschule in Burgpreppach. 1908/1909 war er für kurze Zeit Präfekt an der Israelitischen Waisenanstalt in Fürth. Ab 1909 unterrichtet Klugmann an der Präparandenschule Höchberg. Nach drei Jahren nahm er die eigenen Studien wieder auf. Anfang April 1917 meldete Klugmann seinen Umzug von Höchberg nach München. Er hatte seit 1912 zumindest zeitweise zum Studium bereits in München gewohnt. Klugmann wurde Gymnasiallehrer am Luisengymnasium. Am 10. Juli 1919 heiratete er Dora Bloch, mit der er ein Jahr später einen Sohn bekam, Alfred, geboren am 27. Juni 1920. 1923 wurde Klugmann zum Studienprofessor befördert.
Am 31. Dezember 1935 wurde er von den Nationalsozialisten zwangsweise in den Ruhestand versetzt (in einem Schreiben des Landesentschädigungsamtes wird der 1. Januar 1937 angegeben). Kurz darauf schickte er seinen Sohn, der inzwischen Medizin studierte, zum weiteren Studium zu seinen Schwiegereltern in die Schweiz. Als der Schwiegervater starb, machten Hermann und Dora Klugamnn sich am 9. November 1938 auf dem Weg zur Beerdigung nach Zürich und entkam so den Pogromen in Deutschland. Sie kehrten nicht zurück, sondern emigrierte von der Schweiz aus in die USA.
Hermann Klugmann lebte bis 1961 in Allston/Massachusetts. Ab 1945 war er Dozent des Massachusetts Institute of Technology. Seine letzten Jahre verbrachte er in Brooklyn, New Yor. Er stab am 8. Dezember 1974.

Quellen:
  • Heusler/Sinn 2015
  • Universitatsbibliothek Oldenbur
  • StAM
  • Stadtarchiv Zürich
  • Strätz 1989
  • Reinhard Weber
  • Blömer/Garz 2000
  • Ottensoser/Rober 1982
  • Das Jüdische Echo vom 1.6.1923
  • BayHStA Kriegsarchiv
  • StAM
  • StAM
  • StAM
  • Stadtarchiv München
  • BayHStA
  • SVG Großlangheim

Klugmann, NN

Titel: Dr., Studienprofessor
Wohnort: München
Regierungsbezirk: Oberbayern

(mehr Informationen)
Bemerkungen: Im Heft Nr. 8 des jüdischen Echo vom 22. Februar 1929 wird "Studienprofessor Dr. Klugmann" als Mitglied des Schulausschusses der jüdischen Gemeinde genannt. Prüfen, ob selbe Person wie Klugmann, Hermann Löb.

Quellen:
  • Das jüdische Echo 1929

Kohen, Judith

Konfession: israelitisch
Beruf: Religionslehrerin
Berufstätig an folgender Schule: Religionslehrerin an IKG München
Wohnort: München
Regierungsbezirk: Oberbayern

(mehr Informationen)

Quellen:
  • Bay HStA

Kohn, Adolf

Konfession: israelitisch
Beruf: Volksschullehrer
Berufstätig an folgender Schule: Israelitische Volksschule zu Fürth
Verfolgung: Emigration nach London.
Wohnort: Fürth
Regierungsbezirk: Mittelfranken

(mehr Informationen)
Bemerkungen: Kein Eintrag im Fürther Adressbuch 1935. 1936/37 mit 33 Wochenstunden in Israelitischer Volksschule eingesetzt. Sein Gehalt wird im Revisionsbericht der Reichsvereinigung als überdurchschnittlich im Vergleich zu den anderen Lehrern der Schule, (die aber unter dem staatlichen Schnitt bezahlt wurden) bezeichnet, er erhält mit 32 Jahren inklusive sieben Überstunden 325,70 RM (statt 349,70 staatlich) im Monat. Wird gerechtfertigt mit seinen überdurchschnittlichen Qualitäten und ständigen Berufungen nach auswärts.

Quellen:
  • Stadtarchiv Fürth
  • Rijo
  • Bay HStA
  • Ballin, 1943

Kohn, Ewald

Geboren: 14.(19.)05.1884 in Essen (?)
Gestorben: 14.06.1939
Titel: Dr., Dipl. Ing.
Beruf: Fachlehrer
Verfolgung: Ewald Kohn war vom 11. November 1938 bis 19. Dezember 1938 im Konzentrationslager Dachau inhaftiert. Am 14. Juni 1939 starb er im Alter von 55 Jahren, vermutlich an den Folgen der KZ-Haft.
Wohnort: München
Regierungsbezirk: Oberbayern

(mehr Informationen)
Bemerkungen: Ewald Kohn war 1938 verwitwet und hatte ein Kind.

Quellen:
  • Bundesarchiv Gedenkbuch
  • Stadtarchiv München
  • KZ-Gedenkstätte Dachau

Kohn, Joseph

Gestorben: 1947 in Jerusalmen
Konfession: israelitisch
Titel: Dr.
Beruf: Distriktrabbiner
Verfolgung: Nicht in Häftlingsliste Dachau gefunden.
Wohnort: Burgkunstadt
Regierungsbezirk: Oberfranken

(mehr Informationen)
Bemerkungen: In Burgkunstadt 1886-1895 (?), Religionsunterricht?

Quellen:
  • Motschmann, 1988
  • StAB

Kohn, Marie Luise

Geboren: 25.01.1904 in München
Gestorben: 25.11.1941 in Kaunas
Beruf: Fachlehrerin
Berufstätig an folgender Schule: Jüdische Schule München
Verfolgung: Marie Luise Kohn wurde am 20. November 1941 aus Müchen nach Kaunas deportiert und wurde am 25. November 1941 im Alter von 37 Jahren ermordet.
Wohnort: München
Regierungsbezirk: Oberbayern

(mehr Informationen)
Bemerkungen: Marie Luise Kohn war in den Jahren 1940 und 1941 als Fachlehrerin für den Werk- und Zeichenunterricht der Jüdischen Schule in München eingestellt.

Quellen:
  • BLLV

Kohn, Moses Lazerus

Beruf: Lehrer
Berufstätig an folgender Schule: Altenkunstadt, Bamberg
Wohnort: Altenkunstadt
Regierungsbezirk: Oberfranken

(mehr Informationen)
Bemerkungen: Mitte des 19. Jahrhunderts gab es in Altenkunstadt eine jüdische Schule und Lehrer. Moses Kohn war vor 1807 Lehrer in Altenkunstadt, bis 1812 in Bamberg, ab 1812 in Markt Uehlfeld (?).

Quellen:
  • Motschmann 1988
  • StAB

Königsbuch, Markus

Geboren: 23.09.1912 in Krakau
Verfolgung: Emigration nach Palästina, ebenso die Geschwister. Die Eltern versuchten 1939 Flucht über Brüssel, kamen 1940 nach Gurs, 1942 Drancy, Auschwitz, wurden ermordet.
Wohnort: Bamberg
Regierungsbezirk: Oberfranken

(mehr Informationen)

Quellen:
  • Strätz, 1989
  • Stadtarchiv Bamberg
  • Deusel, Beisbart, 2008

Körber, Jakob

Geboren: 07.06.1892 in Ichenhausen
Gestorben: 25.11.1941 in Kaunas
Beruf: Lehrer, Vertreter
Verfolgung: Jakob Körber musste Zwangsarbeit leisten. Er wurde am 20. November 1941 mit seiner Frau Hedwig ins IX. Fort nach Kaunas deportiert und am 25. November 1941 im Alter von 49 Jahren dort ermordet.
Wohnort: München
Regierungsbezirk: Oberbayern

(mehr Informationen)
Bemerkungen: Jakob Körber wurde am 7. Juni 1892 in Ichenhausen geboren. Er war Vertreter und - laut Angaben des Stadtarchivs München - auch Lehrer in München. Körber war mit Hedwig, geb. Hahn am 5. Oktober 1903 in Betzdorf, verheiratet.

Quellen:
  • Stadtarchiv München

Koronczyk, Charlotte

Geboren: 01.02.1908 in München
Beruf: Erzieherin
Verfolgung: Charlotte Koronczyk wurde im Alter von 34 Jahren am 4. April 1942 ins Ghetto Piaski deportiert.
Wohnort: München
Regierungsbezirk: Oberbayern

(mehr Informationen)
Bemerkungen: Charlotte Koronczyk wohnte in Buchau und München. Zuletzt war sie in München in der Antonienstr. 7. gemeldet.

Quellen:
  • http://www.statistik-des-holocaust.de
  • Bundesarchiv Gedenkbuch

Krämer, NN

Konfession: israelitisch
Titel: Hauptlehrer
Beruf: Lehrer
Wohnort: München
Regierungsbezirk: Oberbayern

(mehr Informationen)
Bemerkungen: In der Nr. 8 des jüdischen Echo vom 22. Februar 1929 wird ein "Hauptlehrer Krämer" als Mitglied des Schulausschusses der jüdischen Gemeinde genannt.

Quellen:
  • Das jüdische Echo

Kühnert, geb. Teutsch, Edith Hildegard

Geboren: 05.10.1913 in München
Gestorben: 18.02.1945 in Dresden
Beruf: Englisch- und Französischlehrerin
Verfolgung: Edith Hildegard Kühnert starb mit ihrer zwei Jahre alten Tochter am 18. Februar 1945 im Alter von 21 Jahren auf der Flucht vor der drohenden Deportation. Ihre Leichen wurden in einem Teich bei Thalberg gefunden. Edith Kühnert hatte am 16. Februar den Deportationsbefehl nach Theresienstadt erhalten. Die Todesursache ist unklar.
Wohnort: München
Regierungsbezirk: Oberbayern

(mehr Informationen)
Bemerkungen: Edith Hildegard Kühnert war ein Kind von Robert und Hedwig Teutsch aus München. Englisch- und Französischlehrerin. Nach der Hochzeit mit katholischen Willibald Kühnert zog sie nach Dresden, wo sie 1943 eine Tochter, Barbara, bekam. Durch die Ehe mit ihrem katholischen Mann war sie eine Zeitlang vor der Deportation geschützt. Am 16. Februar 1945 erhielt sie schließlich doch einen Deportationsbefehl.
In der Weinbergstraße 40 in Dresden sind zwei Stolpersteine für Hildegard und Barbara Kühnert verlegt.

Quellen:
  • Stadtarchiv München

Kurzmann, Arnold

Geboren: 19.03.1876 in Obbornhofen
Gestorben: 07.02.1936 in Fürth
Titel: Studienprofessor, Dr.
Beruf: Lehrer
Berufstätig an folgender Schule: Privatschule (Gombrich in Nürnberg)
Verfolgung: 1931 im Stürmer verunglimpft, Kurzmann erhob Anklage gegen den Schriftleiter des "Stürmers", Karl Holz, und gegen "Oberbayerische Rundschau" es kam zu Prozessen. Nach pogromartigen Ausschreitungen gegen Kurzmann ließ er sich nach Fürth versetzen. Am 1. September 1933 nach dem Gesetz zur Wiederherstellung des Berufsbeamtentum in den Ruhestand versetzt.
Wohnort: Gunzenhausen
Regierungsbezirk: Mittelfranken

(mehr Informationen)
Bemerkungen: Von 1908 bis 1915 war Dr. Arnold Kurzmann Lehrer am Institut Gombrich, einer Privatschule in Nürnberg. Kurzmann war von 1917 bis 1931 Lehrer an der Realschule in Gunzenhausen. Nach pogromartigen Ausschreitungen gegen ihn, wechselte er an die Oberrealschule Fürth, wo er bis 1.9.1933 blieb. Im Zuge der Umsetzung des Gesetzes zur Wiederherstellung des Berufsbamtentums wurde er in den Ruhestand versetzt. Verheiratet mit Sofie Engländer, geb. 8.11.1875 in Delmenhorst. Sie kam 1918 aus Nürnberg nach Gunzenhausen und ging im August 1931 nach dem Urteil gegen den verantwortlichen Schriftleiter Holz des Stürmers nach Fürth, dort 1934 verstorben. Das Ehepaar hatte einen Sohn, Siegfried, geb. am 11. November 1912 in Nürnberg. Laut Bemerkung in der Entschließung des KuMi vom 25.8.1933 war Arnold Kurzmann 1918 bayerischer Staatsbeamter geworden. Er war kein Kriegsteilnehmer, aber da er vor dem 1. August 1914 Prüfungen abgelegt hatte, hätte er bevorzugt nach §3 Abs. II behandelt werden können, "wenn er sich während seiner Tätigkeit als Beamter in hervorragendem Maße bewährt hätte (…) Von einer hervorragenden Bewährung kann jedoch nicht gesprochen werden, wenn er seine Pflicht auch redlich erfüllt hat." Es wurde auf "ein sehr mäßiges Examen" (2mal III) hingewiesen. Besondere Gründe zu seinen Gunsten wurden nicht zur Geltung gebracht. Kurzmann war bei seiner Ruhestandsversetzung 57 Jahre alt. Kurzmann starb laut Informationen der Stadtarchivs Fürth am 7. Februar 1936 nach einem schweren Unfall vor seiner Wohnung auf dem Weg ins Krankenhaus.

Quellen:
  • BayHStA
  • Stadtarchiv Gunzenhausen
  • alemannia judaica
  • http://jl-gunzenhausen.de

Kurzmann, Isaak

Geboren: ca. 1848
Gestorben: Febr. (?) 1931 in Schweinfurt
Konfession: israelitisch
Beruf: Religionslehrer
Wohnort: Burghaslach
Regierungsbezirk: Unterfranken

(mehr Informationen)
Bemerkungen: Isaak (auch Isak) Kurzmann war 50 Jahre lang Mitglied des Jüdischen Lehrervereins für Bayern. Am 15. Februar 1931 widmete das Mitteilungsblattes des Lehrervereins dem im Alter von 83 Jahren Verstorbenen einen Nachruf. Kurzmann sei eines der ersten Mitglieder des Vereins gewesen. Er sei Religionslehrer in Thundorf und Maroldsweisach, anschließend für lange Zeit in Burghaslach gewesen. Etwa um 1906 zog Kurzmann er nach Schweinfurt und wirkte dort als Thoraschreiber. Bei seiner Trauerfeier sprachen der Bezirksrabbiner Dr. Stein und sein Kollege Berlinger im Namen des Lehrervereins. Isaak Kurzmann war verheiratet mit Jette, geb. Baumer oder Baumann und hatte drei Kinder.

Quellen:
  • compact memory
  • Strätz 1989
  • alemannia judaica

Kurzmann, Samuel

Geboren: 3.10.1845 in Würzburg?
Gestorben: 11.10.1909 in Würzburg
Konfession: israelitisch
Beruf: Religionslehrer
Wohnort: Würzburg
Regierungsbezirk: Unterfranken

(mehr Informationen)
Bemerkungen: Samuel Kurzmann lebte seit 1886 in Würzburg und gab privaten Religionsunterricht. Er verkaufte nebenher Lichter und Seifen. Kurzmann war verheiratet mit Betty Mayer, geb. 16. Juli 1845. Sie hatten fünf Kinder.

Quellen:
  • Strätz 1989

L

Lachmann, Julius

Geboren: 21.05.1887 in Schwersenz
Gestorben: in Piaski
Konfession: israelitisch
Beruf: Kantor, Lehrer, Religion
Verfolgung: Julius Lachmann wurde zusammen im Alter von 54 Jahren mit seiner Frau Meta am 4. April 1942 ins Ghetto Piaski deportiert und dort ermordet.
Wohnort: München
Regierungsbezirk: Oberbayern

(mehr Informationen)
Bemerkungen: Julius Lachmann war Kantor und Religionslehrer der Israelitischen Kultusgemeinde München.

Quellen:
  • Rijo
  • Bundesarchiv Gedenkbuch
  • Stadtarchiv München
  • Bay HStA

Lamm, Julius

Geboren: 16.07.1886 in Unsleben a.d. Saale
Gestorben: 1942
Titel: Hauptlehrer
Verfolgung: Julius Lamm war von 12. November bis 10. Dezember 1938 im Konzentrationslager Dachau inhaftiert. Am 22. März 1942 wurde er im Alter von 55 Jahren von Koblenz aus in das Ghetto Izbica deportiert.
Wohnort: Pirmasens
Regierungsbezirk: Pfalz

(mehr Informationen)

Quellen:
  • Archiv der KZ-Gedenkstätte Dachau
  • Bundesarchiv Gedenkbuch

Langstädter, Siegfried

Geboren: 31.03.1887 in Memmelsdorf (Ufr.)
Gestorben: 15.10.1942 in Marseille
Konfession: israelitisch
Beruf: Volksschullehrer
Berufstätig an folgender Schule: Jüdische Schule Venningen, Jüdische Sonderklasse in Ludwigshafen
Verfolgung: Siegfried Langstädter war von 12. November 1938 bis 17. Dezember 1938 im Konzentrationslager Dachau inhaftiert. Er wurde am 22. Oktober 1940 zusammen mit seiner Familie aus Baden in das Internierungslager Gurs deportiert, von dort am 10. März 1941 ins Internierungslager Rivesaltes und am 23. Dezember 1941 weiter ins Sammellager Marseille, wo er am 15. Oktober 1942 im Alter von 55 Jahren starb. Sein Sohn Heinz Justinus wurde am 7. September, seine Frau Flora am 16. September 1942 nach Auschwitz deportiert. Beide wurden später für tot erklärt.
Wohnort: Ludwigshafen
Regierungsbezirk: Pfalz

(mehr Informationen)
Bemerkungen: Siegfried Langstädter hat die Israelitische Lehrerbildungsanstalt Würzburg besucht und zog noch vor 1914 nach Venningen bei Edenkoben, wo er als Lehrer der Israelitischen Volksschule angestellt war. Im Ersten Weltkrieg wurde er nach einer Verwundung mit dem Eisernen Kreuz ausgezeichnet. Siegfried Langstädter war mit Flora, geborene Teutsch, verheiratet, die beiden hatten einen Sohn, Heinz Justinus. Langstädter war der letzte jüdische Lehrer der Jüdschen Gemeinde Venningen, die zum Bezirksrabbinat Landau in der Pfalz gehörte. Er versah zugleich den Dienst des Kantors und Schächters. Im Schuljahr 1931/32 erhielt nur noch ein Kind in Venningen Religionsunterricht. Nach Einrichtung einer Jüdischen Sonderklasse in Ludwigshafen übernahm Langstädter Ende 1936 dort den Unterricht.

Quellen:
  • Archiv der KZ-Gedenkstätte Dachau
  • Bundesarchiv Gedenkbuch
  • alemannia judaica

Lesser, geb. Heilbronner, Emmi

Geboren: 06.05.1888 in München
Gestorben: in Piaski
Beruf: Dipl. Sprach- und Geschichtslehrerin
Verfolgung: Emmi Lesser wurde am 1. April 1942 ins Barackenlager Müchen, Knorrstraße 148 gebracht. Am 4. April 1942 wurde sie im Alter von 53 Jahren ins Ghetto Piaski deportiert und dort ermordet.
Wohnort: München
Regierungsbezirk: Oberbayern

(mehr Informationen)

Quellen:
  • Bundesarchiv Gedenkbuch
  • Stadtarchiv München
  • Rijo

Levi, Emanuel

Geboren: 10.3.1864 in Vollmerz
Gestorben: in Riga-Jungfernhof
Konfession: israelitisch
Titel: Hauptlehrer
Verfolgung: Emanuel Levi wurde am 6. Dezember 1941 im Alter von 77 Jahren von Lübeck aus nach Riga-Jungfernhof deportiert.
Wohnort: Burgpreppach
Regierungsbezirk: Unterfranken

(mehr Informationen)
Bemerkungen: Emanuel Levi war ein Sohn des Handelsmannes Simon Levi und seiner Frau Betti, geb. Coburger. Seine Familie lebte in Vollmerz (heute ein Stadtteil von Schlüchtern in Hessen). Er heiratete am 15. November 1893 im Alter von 29 Jahren die 25jährige Jettchen Birkenruth (geb. am 13. Mai 1868 in Wehrda) in Wehrda. Zu dieser Zeit war Emanuel Levi Lehrer in Riedenberg bei Bad Kissingen. Er wohnte in Unterriedenberg, Bezirksamt Bad Brückenau.
Levi war Lehrer in Burgpreppach von 1912 bis 1929. Während des Ersten Weltkrieges wurde er beauftragt, auch die Leitung der beiden protestantischen Schulen sowie der Fortbildungsschule in Burgpreppach zu übernehmen. In den drei Schulen war er für 168 Kinder zuständig.
Levi wurde 1929 des Ritualmords an einem Kind bezichtigt und am 1. Mai 1929 in den Ruhestand versetzt.

Quellen:
  • alemania judaica
  • HHStAW Abt. 365

Levi, Lazarus

Geboren: 14.12.1884 in München
Beruf: Religionslehrer
Verfolgung: Lazarus Levi wurde am 12. November 1938 ins Konzentrationslager Dachau gebracht.
Wohnort: Gailingen
Regierungsbezirk: Württemberg

(mehr Informationen)

Quellen:
  • Archiv der KZ-Gedenkstätte Dachau

Levi, Salomon

Titel: Dr., Studienrat mit dem Titel und Rang eines Studienprofessors
Berufstätig an folgender Schule: Oberrealschule Ludwigshafen
Verfolgung: Salomon Levi wurde aufgrund von §3 Abs. I des Gesetzes zur Wiederherstellung des Berufsbeamtentums zum 1. September 1933 in den Ruhestand versetzt.
Wohnort: Ludwigshafen
Regierungsbezirk: Pfalz

(mehr Informationen)
Bemerkungen: Dr. Salomon Levi war mindestens seit 1915 als Lehrer berufstätig. Seit 1. September 1919 war er bayerischer Staatsbeamter. Levi unterrichtete an der Oberrealschule Ludwigshafen (dem heutigen Carl-Bosch-Gymnasium) Mathematik und Physik. Zum 1. September 1933 wurde er aufgrund des Gesetzes zur Wiederherstellung des Berufsbeamtentums zwangsweise in den Ruhestand versetzt. Obwohl er "lange vor dem 1. August 1914 seine Prüfungen abgeschlossen hatte", wurden die Ausnahmeregelungen des Gestzes in seinem Fall nicht zur Anwendung gebracht, da er "sich aber als Beamter nicht hervorragend, sondern wie seine Beurteilungen, auch die letzte vom 2. Mai ds. J. zeigt, nur mäßig bewährt" habe. Er könne daher einem Beamten, der schon am 1. August 1914 planmäßig gewesen sei, nicht gleichgestellt werden.

Quellen:
  • BayHStA
  • www.lu4u.de

Levite, Max

Geboren: 28.10.1878 in Mönchsroth
Gestorben: in Theresienstadt
Konfession: israelitisch
Titel: Hauptlehrer
Beruf: Lehrer, Kantor
Berufstätig an folgender Schule: Israelitische Elementarschule Forth, Israelitische Volksschule Gunzenhausen
Verfolgung: Max und Selma Levite wurden am 22. August 1942 von Stuttgart ins Ghetto Theresienstadt deportiert. Max war 63 Jahre alt. Sie wurden für tot erklärt. Den Söhnen Hans und Ludwig, sowie der Tochter Suse gelang die Emigration nach Palästina. Ludwig kam am 1. Mai 1943 als Soldat einer jüdischen Einheit der britischen Armee auf dem Schiff "Erinpura" ums Leben, das von deutschen Flugzeugen bombardiert wurde.
Wohnort: Gunzenhausen
Regierungsbezirk: Mittelfranken

(mehr Informationen)
Bemerkungen: Max Levite stammte aus der Familie des Dinkelsbühler Handelsmannes Fais Levite und seiner Frau Lina, geb. Leither. Am 18.7.1899 rückte er zur Lehrer-Kompagnie des 21. Infanterie-Regiments der Bayerischen Armee ein. Am 25.9.1899 wurde er zur Reserve entlassen. Von 1905 an war er Lehrer, Synagogendiener und Vorsänger der Israelitischen Elementarschule in Forth. Levite rückte nach der Mobilmachung zum Ersten Weltkrieg am 9. August 1914 zum Kriegsdienst ein. Seine Erscheinung wird in den militärischen Unterlagen beschrieben: Er war 1,60m groß, von untersetzter Gestalt, trug schwarzes Haar und einen Schnurrbart. Hier wird als Arbeitsort neben Forth auch Gräfenberg genannt. Am 17. September 1914 wurde er zum Gefreiten befördert. Am 2. Dezember 1914 wurde er "zur Verfügung der Schulbehörde" an das Bezirkskommando Erlangen entlassen, rückte aber im Sommer vom 2. August - 9. September 1915 wieder ein. Auch im Sommer 1916 trat er vom 25. Juli bis 27. August wieder den militärischen Dienst an. Levite engagierte sich auch im israelitischen Kindererholungsheim Schloss Büg.
Er war bereits seit 1907 verheiratet mit Selma Herz und hatte zwei Kinder. Er verkaufte nebenher Versicherungen um sein Lehrergehalt etwas aufzubessern.
1922 wechselte er an die Israelitische Volksschule Gunzenhausen. Ab 1924 war er dort auch Gemeindeschreiber. Am 23. November 1938 meldete er sich nach Stuttgart ab, von dort ging er nach Buttenhausen.

Quellen:
  • Switalski 2011
  • Stadtarchiv Gunzenhausen
  • BayHStA, Kriegsarchiv
  • Stephani-Volksschule Gunzenhausen
  • Bundesarchiv Gedenkbuch
  • alemannia judaica

Levy, Max

Konfession: israelitisch
Beruf: Kantor und Religionslehrer
Berufstätig an folgender Schule: Religionsschule der IKG Bayreuth
Wohnort: Bayreuth
Regierungsbezirk: Oberfranken

(mehr Informationen)
Bemerkungen: Religionsschule der IKG Bayreuth 1910-1913.

Quellen:
  • Stadtarchiv Bayreuth
  • CAHJP

Levyn, Emilie Cacilie (Erika, auch: Emmy)

Geboren: 25.11.1874 in München
Gestorben: 04.01.1944 in Theresienstadt
Beruf: Sprachlehrerin
Verfolgung: Emilie Lewyn wurde am 15. Juli 1942 ins Ghetto Theresienstadt deportiert und starb dort im Alter von 69 Jahren am 4. Januar 1944.
Wohnort: München
Regierungsbezirk: Oberbayern

(mehr Informationen)

Quellen:
  • Rijo
  • Stadtarchiv München

Lewin, Elsa

Geboren: 14.02.1889 in Thorn
Gestorben: 25.11.1941 in Kaunas
Beruf: Turnlehrerin
Berufstätig an folgender Schule: Jüdische Schule München
Verfolgung: Elsa Lewin wurde am 20. November 1941 nach Kaunas deportiert und am 25. November 1941 im Alter von 52 Jahren im IX. Fort ermordet.
Wohnort: München
Regierungsbezirk: Oberbayern

(mehr Informationen)
Bemerkungen: Elsa Lewin wa 1940 und 1941 Turnlehrerin an der Jüdischen Schule München.

Quellen:
  • BLLV
  • Rijo
  • Bundesarchiv Gedenkbuch

Lewkowitz, Moses

Geboren: 21.04.1912 in Regensburg
Gestorben: 20.04.1952 in Ramat Gan/Israel
Konfession: israelitisch
Beruf: Lehrer
Berufstätig an folgender Schule: Buttenwiesen, Fürth
Verfolgung: Moses Lewkowitz wurde am 11. November 1938 ins Konzentrationslager Dachau gebracht und am 23. Dezember 1938 wieder entlassen.
Wohnort: Fürth
Regierungsbezirk: Schwaben, Mittelfranken

(mehr Informationen)
Bemerkungen: Moses Lewkowitz war der Sohn des Regensburger Kantors Jakob Lewkowitz und dessen Ehefrau Frieda, geb. Rosenberg. Er wurde am 21. April 1912 in Regensburg geboren. Seine Eltern stammten aus Wielu? und Turek, zwei Städten im zentralpolnischen Bezirk Kalisch, der zwischen 1831 und 1918 zum russischen Zarenreich gehörte. Sie hatten 1906 in Schwäbisch Hall geheiratet und dort ihr erstes Kind bekommen: Moses´ fünf Jahre ältere Schwester Helene, geb. am 5. August 1907. Der Vater lies sich 1911 mit seiner kleinen Familie als Kultusbeamter und Synagogendiener in Regensburg nieder, wo bald darauf ihr zweites Kind Haim Moses Gerson geboren wurde. Als Moses zwei jahre alt war, begann der Krieg, ein Jahr später bekam er noch einen kleinen Bruder: Mendel, geb. am 7. Oktober 1915.
Moses studierte von 1929 bis 1932 an der Israelitischen Lehrerbildungsanstalt (ILBA) Würzburg. Im Jahr seines Abschusses, am 5. Juli 1932 wurden er, seine Eltern und sein Bruder in Bayern eingebürgert. Seine ersten beruflichen Erfahrungen sammelte Moses in Buttenwiesen, wo er von 1932 bis 1937 Religionslehrer war. Er war jung und hatte offensichtlich seine Berufung gefunden: Sogar bei einer Zugfahrt, vor der er sich vom Lokomotivführer die Hebel und Messinstumente hatte erklären lassen, beschäftigte er sich in Gedanken mit seiner Arbeit. In der jüdischen Wochenzeitschrift "Der Israelit" veröffentlicht er einen Artikel mit dem Titel "Umschaltung", in dem er seine Arbeit mit der des Lokführers vergleicht. Wie dieser trage der Pädagoge schwer an seiner Verantwortung, habe ein Ziel vor Augen, müsse aber mühevoll und vorsichtig nach den "Hebeln" bei seinen Schülern suchen, um manchmal einen Lebensweg umlenken zu können. An die Verantwortlichen der jüdische Gemeinde appelliert er, nicht müde zu werden in der Bemühung um die ihnen anvertrauten Seelen und ihnen zu helfen, sich "zum Jüdischen" hinzuwenden". Alle sollten danach streben "zur strengen Schabbosheiligung, zum andächtigen Gebet, zur koscheren Küchenführung, usw." zurückzukehren. Da ist es nur folgerichtig, dass er sich dafür einsetzt, dass seine Schüler in Buttenwiesen am Sabbat vom Unterricht befreit werden.
Lewkowitz setzte sich bei der Mitgliederversammlung des Israelitischen Lehrervereins für Bayern am 22. Juli 1935 In Würzburg für Belange von Junglehrern ein. Er stellte einen Antrag auf Ausbau von Fortbildungsmöglichkeiten. Die Verantwortung für Junglehrer in Kleingemeinden sei gestiegen, junge Lehrer seien "ihren schweren Aufgaben nicht immer ganz gewachsen". Die Bezirkskoferenzen des Lehrervereins entsprächen mit ihrem Fortbildungsangebot "erfahrungsgemäß nicht immer der weltanschaulich-religiösen Einstellung ihrer Besucher". Es müssten finanzielle Möglichkeiten geschaffen werden, auch weiter entfernte Gemeinden einzubeziehen. Er schlug vor, in den Ferien als ständige Einrichtung "Gemeinschaftslager" für die Junglehrerschaft zu organisieren, und zwar "in Kleingemeinden […] wo jüdisches Leben pulsiert". Diese Lager sollten Schulungsangebote beinhalten, den jungen Lehrern Gelegenheit bieten, gleichaltrige Kollegen kennen zu lernen und sie vor der Isolation zu bewahren.
Lewkowitz zog 1938 von Laudenbach aus nach Fürth. War 1938 noch ledig. Nach der Haft im KZ Dachau Flucht nach Palästina, zusammen mit seiner Schwester Hedwig. Dienst in der britischen Armee. Hat die palästinensische Staatsbürgerschaft erhalten. Lebenspartnerschaft oder Ehe mit der nieder-ländischen Krankenpflegerin, Marie de Leeuw, die der Rechtsanwalt Dr. Oswald Glück im Oktober 1952 als seine Witwe bezeichnet. Moses Lewkowitz starb am 20. (evtl. auch 10.) April 1952 in Ramat Gan, Palästina (in der Quelle sind beide Daten übereinander getippt). Er wurde nur 40 Jahre alt. Ein Eintrag in Meldekartei Fürth vom 7. Januar 1958 besagt, dass seine Witwe Marie, geb. Leeuw in Utrecht/Holland lebte.

Quellen:
  • Gemeindearchiv Buttenwiesen
  • Archiv der KZ-Gedenkstätte Dachau
  • Staatsarchiv Amberg
  • BayHStA
  • Stadtarchiv Fürth
  • Stadtarchiv Regensburg
  • Strätz 1989
  • .ITS Digital Archive Bad Arolsen
  • Ottensoser/Roberg 1982

Lindner, Mathilde

Beruf: Volksschullehrerin
Verfolgung: Mathilde Lindner wurde nach §3 des BBG wegen ihrer jüdischen Abstammung in den Ruhestand versetzt.

(mehr Informationen)

Quellen:
  • Schäffer 2001

Linz, Max

Geboren: 25.09.1902 in Hersfeld
Gestorben: 15.08.1942 in Majdanek
Konfession: israelitisch
Beruf: Lehrer und Kantor
Verfolgung: Max Linz musste am 10. November 1938 mit seiner Frau aus der Wohnung neben der brennenden Synagoge fliehen. Er wurde verhaftet und war vom 24. November 1938 bis 1. Januar 1939 im Konzentrationslager Dachau inhaftiert. Er starb am 15. August 1942 im Alter von 39 Jahren im Konzentrationslager Majdanek.
Wohnort: Burgpreppach
Regierungsbezirk: Unterfranken

(mehr Informationen)
Bemerkungen: Max Linz war ein Sohn von Michael Linz und seiner Frau Therese, geb. Eisemann. Er heiratete am 12. September 1929 in Frankfurt am Main Helene, geb. (5. Februar 1901) Saffra. Am 1. Juni 1929 trat Linz die Nachfolge des Lehrers Emanuel Levi in Burgpreppach an. Er blieb in Burgpreppach Lehrer von 1929 bis 1939. Linz war auch Chorleiter der Schule.

Quellen:
  • alemannia judaica
  • Hessisches Hauptstaatsarchiv Wiesbaden
  • Bundesarchiv Gedenkbuch
  • CAHJP D/Bu21

Löbenstern, Jonas

Geboren: 23.01.1844 in Wüstensachsen
Gestorben: 19.07.1936 in Würzburg
Konfession: israelitisch
Titel: Hauptlehrer
Beruf: Lehrer
Berufstätig an folgender Schule: Israelitische Volksschule Burgkunstadt 1864 - 1913
Wohnort: Burgkunstadt
Regierungsbezirk: Oberfranken

(mehr Informationen)
Bemerkungen: 1907 Ernennung zum Hauptlehrer, 25. Dienstjubiläum lag da schon hinter ihm. War 48 Jahre lang Lehrer. Seit 1890 Ehrenbürger der Stadt Burgkunstadt.

Quellen:
  • alemannia judaica

M

Maennlein, geb. Danziger, Alma Golda

Geboren: 06.12.1890 in Kleinhaslach/Mfr.
Gestorben: 25.11.1941 in Kaunas
Beruf: Lehrerin, Hausfrau
Verfolgung: Alma Golda Maennlein wurde zusammen mit ihrem Mann Moritz am 20. November 1941 nach Kaunas deportiert und im IX. Fort am 25. November 1941 im Alter von 50 Jahren ermordet. Der Sohn konnte nach Palästina emigrieren.
Wohnort: München
Regierungsbezirk: Oberbayern

(mehr Informationen)
Bemerkungen: Alma Danziger war seit 1912 mit Moritz Männlein verheiratet.

Quellen:
  • Bundesarchiv Gedenkbuch
  • Stadtarchiv München
  • Rijo

Mahlermann, Hermann

Beruf: Religionslehrer
Berufstätig an folgender Schule: Jüdische Volksschule Ermershausen
Verfolgung: Hermnn Mahlermann wurde im Frühjahr 1934 verhaftet und wegen Ritualmords angeklagt.
Wohnort: Ermershausen/LK Haßberge
Regierungsbezirk: Unterfranken

(mehr Informationen)
Bemerkungen: Hermann Mahlermann war Religionslehrer in Ermershausen. Im Schuljahr 1931/32 unterrichtete er 13 Kinder. Im Frühjahr 1934 wurde er wegen eines "Ritualmords", der angeblich im März 1929 in Manau bei Hofheim an einem kleinen Buben stattgefunden hatte, angeklagt. Wie zahlreiche andere jüdische Männer aus der Umgebung wurde er Opfer einer antijüdischen Hetzkampagne der Nazis (1937 sollte noch der Lehrer Justin Fränkel desselben Mordes angeklagt werden). Im April 1935 war Mahlermann als Lehrer in Hammelburg im Kreis Bad Kissingen tätig. In dem Monat veröffentlichte er einen religionspädagogischen Artikel in der Zeitung "Der Israelit".

Quellen:
  • alemannia judaica

Mai, geb. Weil, Julie

Geboren: 15.09.1859 in München
Gestorben: 24.04.1942
Beruf: Klavierlehrerin
Verfolgung: Julie Mai beging am 24. April 1942 im Alter von 82 Jahren Suizid.
Wohnort: München
Regierungsbezirk: Oberbayern

(mehr Informationen)

Quellen:
  • Rijo
  • Bundesarchiv Gedenkbuch
  • Stadtarchiv München

Maiblum, Sabine

Beruf: Wirtschafterin und Erzieherin
Berufstätig an folgender Schule: Israelitisches Wasenhaus Fürth
Wohnort: Fürth
Regierungsbezirk: Mittelfranken

(mehr Informationen)
Bemerkungen: Sabine Maiblum stammte aus Tauberettersheim. Sie wurde 1900 im Waisenhaus Fürth angestellt als Wirtschafterin und Erzieherin.

Quellen:
  • CAHJP

Mandelbaum, Aron

Geboren: 14.04.1868 in Prichsenstadt
Gestorben: 18.01.1943 in Theresienstadt
Konfession: israelitisch
Titel: Oberlehrer
Beruf: Lehrer, Schulleiter
Berufstätig an folgender Schule: Israelitische Volksschule Würzburg
Verfolgung: Aron Mandelbaum wurde am 23. September 1942 mit seiner Frau Hannchen, geb. Oppenheimer, ins Ghetto Theresienstadt deportiert. Er starb dort am 18. Januar 1943 im Alter von 74 Jahren. Seite Frau starb am 30. Juni 1944.
Wohnort: Würzburg
Regierungsbezirk: Unterfranken

(mehr Informationen)
Bemerkungen: Ausbildung an der Israelitischen Lehrerbildungsanstalt (ILBA) Würzburg. War von 1886 bis zu seiner Pensionierung im Juni 1933 Lehrer an der Israelitischen Volksschule (erst Israelitische Unterrichts- und Erziehungsanstalt) in Würzburg, zuletzt Schulleiter. Fachlehrer für Stenographie. Vorstandsmitglied des Israelitischen Lehrervereins für das Königreich Bayern, dann Jüdischer Lehrerverein für Bayern. Wie sein Schwiegervater, Lehrer Abraham Oppenheimer, Vorstandsmitglied des Israelitischen Wanderunterstützungsvereins Würzburg.
Aron Mandelbaum war mit Hannchen, geb. Oppenheimer (geb. am 25. September 1866 in Theilheim) verheiratet. Schwager von Maier Oppenheimer (Bamberg) und Vater von Hermann Mandelbaum (Fürth).
Zuletzt wohnten Aron und Hannchen Mandelbaum im Israelitischen Altenheim in der Konradstraße 3 in Würzburg.

Quellen:
  • Bundesarchiv Gedenkbuch
  • Strätz 1989
  • www.statistik-des-holocaust.de/II26-15.jpg

Mandelbaum, Hermann

Geboren: 17.06.1901 in Würzburg
Gestorben: 30.07.1958 in Philadelphia
Konfession: israelitisch
Titel: Studienrat
Beruf: Lehrer
Berufstätig an folgender Schule: Israelitische Realschule zu Fürth
Verfolgung: Hermann Mandelbaum war von 11. November bis 28. Dezember 1938 im KZ Dachau inhaftiert. Am 11. Juli 1939 gelang ihm zusammen mit seiner Frau Else die Emigration nach London, später siedelten sie sich in den USA an.
Wohnort: Fürth
Regierungsbezirk: Mittelfranken

(mehr Informationen)
Bemerkungen: Hermann Mandelbaum stammte aus einer Lehrerfamilie. Sein Vater Aron war Lehrer an der Israelitischen Unterrichts- und Erziehungsanstalt in Würzburg, zuletzt Schulleiter. Hermann Mandelbaum studierte in Würzburg Mathematik, Physik, Geographie, Wirthschaft und Philisophie, später setzte er sein Studium an der Technischen Hochschule München fort. 1931 und 1932 legte er staatliche Lehrerprüfungen ab. 1934 heiratete er in München Else Schild. In dieser Zeit erhielt Mandelbaum eine Anstellung an der Israelitischen Realschule Fürth. Bis zur Schließung der Schule und Hermanns Verhaftung im November 1938 unterrichtete er Rechnen, Erdkunde, Schreiben, Wirtschaftslehre und Kurzschrift. Zusätzlich gab er Anfängern Kurse in Violine und Maschinenschreiben. Er war verwandschaftlich sowohl mit dem Leiter des Israelitischen Waisenhauses Fürth, Dr. Isaak Hallemann, verbunden, den seine Schwester Klara, die ebenfalls Lehrerin geworden war, geheiratet hatte, als auch mit dem Fürther Lehrer Benno Heinemann: Hermanns Frau Else und dessen Frau waren Schwestern. Am 11. November 1938 wurde Mandelbaum zusammen mit anderen Fürther Juden zusammengetrieben, misshandelt und mit den Männern ins Konzentrationslager Dachau gebracht. Im Juli 1939 gelang ihm gemeinsam mit seiner hochschwangeren Frau die Emigration nach England. Fünf Tage nach ihrer Ankunft dort kam ihr erstes Kind zur Welt. Im Juni 1940 übersiedelte die Familie in die USA. Sie ließen sich in Philiadelphia nieder, Mandelbaum fand Arbeit als Buchhalter, nebenamtlich arbeitete er auch als Lehrer und Kantor. In den folgenden Jahren kamen fünf weitere Kinder zur Welt. Mandelbaum starb am 30. Juli 1958, als seine jüngste Tochter ein Jahr alt war. Else starb 2003.
Gedächtnisblatt verfasst von Laura Thiele.

Quellen:
  • StANü
  • StAWü
  • Bay HStA
  • IST Bad Arolsen
  • Stadtarchiv Fürth
  • Strätz 1989
  • Archiv der KZ-Gedenkstätte Dachau
  • LEA
  • Stadtarchiv Fürth

Mandelbaum, Hugo

Geboren: 19.10.1901 in Sommerhausen/Ufr.
Konfession: israelitisch
Titel: Dr.
Beruf: Lehrer, Professor
Berufstätig an folgender Schule: Israelitischen Präparandenschule Burgpreppach
Verfolgung: Unterbrechung der wissenschaftlichen Laufbahn durch den Nationalsozialismus. Im März 1939 Emigration nach Großbritannien, im November 1940 in die USA.
Wohnort: Burgpreppach
Regierungsbezirk: Unterfranken

(mehr Informationen)
Bemerkungen: Besuchte von 1914-1917 die Präparendenschule in Höchberg, von 1917-1920 die ILBA; studierte später weiter in Hamburg mit Promotion (1934). War ab 1920 Lehrer an der Israelitischen Präparandenschule Burgpreppach, ab 1923 Talmud-Thora-Schule Hamburg, gleichzeitig studierte er ab 1925 an der Universität Hamburg. 1934 Promotion in Geophysik. 1940-48 Lehrer und Direktor in Detroit, 1948-1971 Professor für Geologie der Wayne State University in Detroit. Lebte 1981 in Jerusalem. Hat viel veröffentlicht.

Quellen:
  • Strätz, 1989
  • ILBA 1982

Mannheimer, Abraham

Geboren: 16.01.1867 in Okriftel / Höchst (Hessen-Nassau)
Gestorben: 13.02.1943 in Theresienstadt
Konfession: israelitisch
Titel: Hauptlehrer
Beruf: Lehrer
Berufstätig an folgender Schule: Harburg 1890, Isr. Elementarschule Dettelbach 1898-1937
Verfolgung: Abraham Mannheimer wurde am 23. September 1942 ins Ghetto Theresienstadt deportiert. Er starb dort am 13. Februar 1943 im Alter von 76 Jahren.
Wohnort: Dettelbach/Kitzingen
Regierungsbezirk: Unterfranken

(mehr Informationen)
Bemerkungen: Abraham Mannheimer ist ein Sohn von Emanuel Simon Mannheimer und seiner Frau Rosa, geb. Lyon. Die Familie lebte in Okriftel im Main-Taunus-Kreis. Mannheimer war mit Bertha, geb. Sonn, verheiratet. Mannheimer war Lehrer in Harburg und in Dettelbach.
Abraham und Bertha Mannheimer lebten in Dettelbach in der Brücker Straße 392, wo Mannheimer ab 1898 die Lehrerstelle innehatte. Mannheimer gab außerdem Nachhilfeunterricht und betrieb mit seiner Frau eine kleine Schülerpension. Am 5. August 1909 inserierte Mannheimer die Eröffnung der Israelitischen Elementarschule Dettelbach am 1. Mai 1909 sowie Nachhilfeunterricht und "mäßige Pensionspreise".
Er war Vertreter des Isr. Lehrervereins Bayern, königlicher Rentamtmann. Am 2. November 1923 beging Mannheimer sein 25-jähriges Ortsjubiläum. Im April 1927 starb Mannheimers Frau im Alter von 62 Jahren.
Am 15. Januar 1937 erschien ein ehrenvoller Beitrag anlässlich seines 70. Geburtstags in der "Bayerischen Israelitischen Gemeindezeitung" (in der Beilage des Jüdischen Lehrervereins?). Mannheimer sei seit 1887 Mitglied im Verein, also seit 50 Jahren, und "gehörte von 1897 bis 1907 unserer Verwaltung " an: "Die vorliegende Nummer war schon abgeschlossen, als wir in Erfahrung brachten, dass unser Freund und Kollege Abraham Mannheimer in Dettelbach am 16. dieses Monats seinen 70. Geburtstag begeht. Der sehr beschränkte Raum, der noch verfügbar ist, zwingt uns zu unserem größten Bedauern, die Würdigung der sehr ersprießlichen Tätigkeit Mannheimers in größtmöglichster Kürze vorzunehmen. Eine eingehende Darstellung ist auch deshalb nicht notwendig, weil wohl alle Leser dieses Blattes, vor allem aber die Lehrer, Mannheimer sehr genau kennen und daher wissen, dass er eine charaktervolle, überzeugungstreue Persönlichkeit, ein idealgesinnter und erfolgreicher Lehrer und Erzieher und ein gewandter, geistreicher Schriftsteller ist."
Abraham Mannheimer hat zahlreiche Artikel, Aufsätze zu didaktischen, historischen und literarischen Themen, auch Gedichte, veröffentlicht. Er wohnte bis zuletzt in Dettelbach.

Quellen:
  • alemannia judaica
  • http://www.statistik-des-holocaust.de/II26-26.jpg
  • StAA BA Donauwörth 6132
  • Hessisches Hauptstaatsarchiv Wiesbaden, Sterberegister und Namensverzeichnisse

Margulies, Sigmund

Geboren: 05.03.1916 in Nürnberg
Gestorben: nn.06.1973 in Manchester/Lancashire
Konfession: israelitisch
Beruf: Kultusbeamter, Lehrer
Berufstätig an folgender Schule: Israelitische Volksschule München
Verfolgung: Emigration nach England
Wohnort: München

(mehr Informationen)
Bemerkungen: Sigmund Margulies studierte von 1931 bis 1937 an der Israelitischen Lehrerbildungsanstalt Würzburg (ILBA). Er war Mitglied im jüdischen Jugendbund. In München arbeitete er als Lehrer an der Israelitischen Volksschule. Gestaltete im April 1938 mit Schülern und Schülerinnen dort eine Purim-Feier. Nach seiner Emigration nach England war er Chaplain der Britischen Armee in Schottland und Indien. Später lebte er in Manchester. War dort Angestellter der Schächtungskommission und des Religionsgerichts und Mitglied weiterer Organisationen.

Quellen:
  • Stadtarchiv München
  • Ancestry.com
  • Strätz 1989

Marx, Karoline

Geboren: 2.5.1893 in Altenstadt
Gestorben: 21.09.1942 in Theresienstadt
Verfolgung: Karoline Marx wurde am 4. Juni 1942 ins Ghetto Theresienstadt deportiert. Sie starb dort am 21. September 1942 im Alter von 49 Jahren.
Wohnort: München

(mehr Informationen)
Bemerkungen: Karoline Marx war Musiklehrerin in München. Sie war ledig und lebte zuletzt in der Hermann-Schmid-Str. 7.

Quellen:
  • Bundesarchiv Gedenkbuch
  • http://www.statistik-des-holocaust.de

Marx, Moses

Geboren: 3.11.1859 in Maßbach
Gestorben: 14.06.1930 in Nürnberg
Konfession: israelitisch
Titel: Hauptlehrer
Beruf: Volksschullehrer, Kantor
Berufstätig an folgender Schule: Israelitische Volksschule Gunzenhausen
Wohnort: Gunzenhausen
Regierungsbezirk: Mittelfranken

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Bemerkungen: Moses Marx stammte aus Maßbach in Unterfranken. Er studierte an der Israelitischen Lehrerbildungsanstalt (ILBA) in Würzburg, die er 1878 abschloss. Kurz nach Beendigung seiner Ausbildung trat er dem neugegründeten Jüdischen Lehrerverin für Bayern bei, dem er bis zu seinem Tod eng verbunden blieb. Von 1908 bis 1922 war er in der Verwaltung des Vereins aktiv, ab 1922 war er Ehrenmitglied. Moses Marx war spätestens ab 1883 Lehrer der jüdischen Elementarschule in Roth bei Nürnberg. Er heiratete Emilie Klein aus Oberstreu. Die beiden bekamen vier Kinder. Die drei ersten - alles Töchter - kamen zwischen 1886 und 1889 in Roth zur Welt. Die zweite Tochter, Frieda (später verheiratete Wolfromm), wurde Handarbeitslehrerin. Das vierte Kind, Sohn Ludwig, wurde 1898 bereits in Gunzenhausen geboren. Moses Marx wirkte seit 1894 bis 1922 in Gunzenhausen als Lehrer an der Israelitischen Volksschule. Er gab darüberhinaus Religionsunterricht an der Realschule Gunzenhausen und unterrichtete am Gymnasium Carolinum in Ansbach Hebräisch. In seinem Nachruf im Mitteilungsblatt des Jüdischen Lehrervereins schreibt sein Nachfolger in Gunzenhausen, Max Levite: "Die Gemeinde hatte keine schlechte Wohl getroffen. Seinem gewinnenden, prächtigen Äußeren entsprachen die inneren Werte. Sei es als Schulmann oder Kantor, sei es als Seelsorger oder Berater und Freund aller Gemeindemitglieder; sein scharfer Geist, seine besonnene Ruhe, sein zielbewußter Wille - sie setzten sich mit unfehlbarer Sicherheit durch." Levite berichtet, dass Marx beste Prüfungsnoten gehabt habe, als Kantor eine angenehme Stimme und einen mustergültigen Vortrag, und dass er ein hinreißender und überzeugender Prediger gewesen sei. Seinen Nachruf schließt er überschwänglich: "Ich bin auch schon 32 Jahre im Amte, habe viele Kollegen und Gemeinden besucht und kennen gelernt, aber daß ein Lehrer in einer Gemeinde eine solche Autorität und ein solches Zutrauen genoß, habe ich sonstwo nicht mehr wahrgenommen. Einer unserer Besten ist dahin gegangen. (…) Streben wir ihm nach!"

Quellen:
  • BIZ 1930/4
  • Ottensoser / Roberg 1982
  • http://jl-gunzenhausen.de/de/marx-moses.html
  • ancestry.de
  • alemannia judaica

Mendel, Henry

Titel: Dr., Studienassessor
Beruf: Lehrer
Berufstätig an folgender Schule: Internat Prediger Hirsch
Wohnort: Coburg
Regierungsbezirk: Oberfranken

(mehr Informationen)
Bemerkungen: Institut Hirsch 1938

Quellen:
  • Stadtarchiv Coburg

Möllerich, Otto

Geboren: 01.01.1899
Gestorben: 01.04.1933 in München
Konfession: israelitisch
Beruf: Diplom-Handelslehrer
Verfolgung: Otto Möllerich beging am 1. April 1933 im Alter von 34 Jahren Suizid.
Wohnort: München
Regierungsbezirk: Oberbayern

(mehr Informationen)
Bemerkungen: Otto Möllerich war ein Sohn von Gerson und Josefine Möllerich, geb. Liebermann. Vom 2. Juni 1917 bis 20. Jauar 1919 diente Möllerich als Infanterist im Ersten Weltkrieg. Sein Beruf ist in der Kriegsstammrolle mit Kaufmann angegeben. Als Wohnort ist in München die Theresienstr. 3/II angegeben, bei seinen Eltern. Der Vater war Direktor. 1930 war Möllerich Kaufmann und gab laut Angabe im Adressbuch Private kaufmännische Kurse in der Theresienstr. 3/3.

Quellen:
  • Bundesarchiv Gedenkbuch
  • BayHSta Kriegsarchiv
  • Stadtarchiv München

Mosbacher, Sigmund

Geboren: 28.10.1841
Gestorben: 1917
Beruf: Volksschullehrer
Berufstätig an folgender Schule: Israelitisches Waisenhaus Fürth
Verfolgung: Von Mosbachers zehn Kindern wurden mindesten drei Opfer der Shoah.
Wohnort: Fürth
Regierungsbezirk: Mittelfranken

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Bemerkungen: Siegmund Mosbacher war seit ca. 1861 als Volksschullehrer tätig, von 1876 bis mindesten 1911 Lehrer im Waisenhaus Fürth. Feierte 1903 fünfundzwanzigjähriges Amtsjubiläum. Mosbacher hatte zehn Kinder.

Quellen:
  • Gisela Blume: Memorbuch der Fürther Juden
  • CAHJP
  • alemannia judaica

Moses, NN

Beruf: Lehrer
Wohnort: Bamberg
Regierungsbezirk: Oberfranken

(mehr Informationen)
Bemerkungen: Todestag eines Lehrers Moses am 7. Adar (erwähnt im Eintrag von 24.1.1932) (7. Adar lag anscheinend 1932 am 14. Februar - prüfen, auf welches Datum sich die Angabe des Todestages bezieht!).

Quellen:
  • Stadtarchiv Bamberg

Mühlfelder, Hertha Friederike

Geboren: 18.05.1914 in Berlin
Konfession: israelitisch
Beruf: Lehrerin, Krankenschwester
Verfolgung: Hertha Mühlfelder wurde am 17. Juni 1943 im Alter von 29 Jahren aus Würzburg ins Konzentrations- und Vernichtungslager Auschwitz deportiert und ermordet.
Wohnort: Fürth
Regierungsbezirk: Mittelfranken

(mehr Informationen)
Bemerkungen: Aufgewachsen und ILBA-Studium in Würzburg. In Fürth als Lehrerin gemeldet. Nach Angaben von Gisela Blume am 15. März 1938 nach Würzburg zurückgekehrt. Eine Hertha Mühlfelder war ab 7. Juni 1938 Aushilfslehrerin in Ichenhausen (vermutlich selbe Person). Hertha Mühlfelder ließ sich ab 1939 in Berlin zur Krankenschwester ausbilden, kehrte 1941 nach Würzburg zurück und wurde von dort nach Auschwitz deportiert. Zuletzt wohnte sie in der Bibrastraße 6. Sie wurde später für tot erklärt.

Quellen:
  • Strätz, 1989
  • ILBA 1982
  • Stadtarchiv Fürth
  • StAA

Müller, Abraham

Geboren: 25.02.1883 in Heidelberg
Gestorben: 08.12.1938 in Dachau
Konfession: israelitisch
Beruf: Kantor, Religionslehrer
Verfolgung: Abraham Müller wurde am 10. November 1938 ins Konzentrationslager Dachau gebracht. Er starb dort am 8. Dezember 1938 im Alter von 55 Jahren.
Wohnort: München
Regierungsbezirk: Oberbayern

(mehr Informationen)
Bemerkungen: Abraham Müller war 1938 verheiratet und hatte ein Kind.

Quellen:
  • KZ-Gedenkstätte Dachau
  • Bundesarchiv Gedenkbuch
  • Stadtarchiv München

Müller, Sebald

Geboren: 17.04.1892 in Marisfeld
Gestorben: 1941 (?) in Riga
Beruf: Musiklehrer
Berufstätig an folgender Schule: Lehrer in IKG Nürnberg
Verfolgung: Sebald Müller wurde am 29. November 1941 im Alter von 49 Jahren aus Nürnberg nach Riga-Jungfernhof deportiert. Er wurde für tot erklärt.
Wohnort: Nürnberg
Regierungsbezirk: Mittelfranken

(mehr Informationen)
Bemerkungen: Sebald Müller war Musiklehrer und Chorleiter.

Quellen:
  • Bay HStA
  • Rijo
  • Bundesarchiv Gedenkbuch
  • http://www.statistik-des-holocaust.de

N

Nachmann, geb. Zinner, Leontine

Geboren: 15.10.1877 in Prag
Gestorben: ca. 1942
Berufstätig an folgender Schule: Lehrer an Jüdischer Konfessionsschule Nürnberg
Verfolgung: Leontine Nachmann wurde am 24. März 1942 im Alter von 64 Jahren ins Ghetto Izbica deportiert. Sie wurde für tot erklärt.
Wohnort: Nürnberg
Regierungsbezirk: Mittelfranken

(mehr Informationen)
Bemerkungen: Bernhard Kolb nennt Leontine Nachmann in der Liste der "Lehrer, die in Nürnberg tätig waren". In der Deportationsliste vom 24. März 1942 aus Nürnberg steht ihr Familiennme mit "M": Leontine Machmann. Als letzter Wohnort ist hier angegeben Lindenaststr. 26

Quellen:
  • Bundesarchiv Gedenkbuch
  • Rijo
  • Stadtarchiv Nürnberg C 31/I, Nr. 26 Bl. 23

Neubauer, Yekutiel Jakob

Geboren: 29.01.1895 in Leipzig
Gestorben: 22.03.1945 in Bergen-Belsen
Konfession: israelitisch
Titel: Dr.
Beruf: Rabbiner, Seminarlehrer
Berufstätig an folgender Schule: Israelitische Lehrerbildungsanstalt Würzburg (ILBA)
Verfolgung: Yekutiel Jakob Neubauer emigrierte im September 1933 nach Amsterdam. Nach der Besatzung der Niederlande Verschleppung ins Ghetto Amsterdam, dann Westerbork. Am 5. April 1944 Deportation ins Konzentrationslager Bergen-Belsen. Dort starb Yekutiel Jakob Neubauer am 22. März 1945 im Alter von 50 Jahren. Auch sein jüngster Sohn Jecheskeel Josua ist in Bergen-Belsen umgekommen.
Wohnort: Würzburg
Regierungsbezirk: Unterfranken

(mehr Informationen)
Bemerkungen: Yekutiel Jakob Neubauer wurde als Sohn eines Kaufmanns in Leizig in eine jüdische Gemeinde geboren, deren Mitglieder zum großen Teil aus Osteuropa stammten. Neubauer besuchte das Gymnasium in Leipzig. Für die religiöse Erziehung stellte der Vater Hauslehrer ein. Bereits im Alter von 18 Jahren erhielt Neubauer die Ordination zum Rabbiner durch zwei galizische Rabbiner in Auschwitz und Krakau. Nach seiner Hochzeit 1914 begann er in Leipzig Rechtswissenschaft und semitische Sprachen zu studieren. 1920 promovierte er über das talmudische Eheschließungsrecht. Im Gut seines Vaters in Hermannsberg bei Wiesent in der Oberpfalz verbrachte er einige Jahre mit dem Studium der Torah. Ende 1924, bei der Geburt seines sechsten und letzten Kindes, lebte er in Würzburg. Ab 1926 wirkte er als Seminarrabbiner der Israelitischen Lehrerbildungsanstalt (ILBA). Neubauer war Mitglied des (jüdischen?) Lehrerverbands und des Bunds Jüdischer Akademiker. Seine Artikel wurden in verschiedenen Fachzeitschriften veröffentlicht (Jeshurun, Zeitschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums, Orientalische Literaturzeitung, u.a.). 1933 folgte er einem Ruf nach Amsterdam und übernahme eine leitende Stelle am Rabbinerseminar.

Quellen:
  • Bundesarchiv Gedenkbuch
  • Roberg 1981
  • Strätz 1989

Neuberger, Julius

Geboren: 19.03.1905 (18.05.1905?) in Mühlfeld
Gestorben: 21.02.1945 in Kaufering
Konfession: israelitisch
Beruf: Lehrer, Kantor
Berufstätig an folgender Schule: Israelitische Bekenntnisschule Adas Israel Nürnberg
Verfolgung: Julius Neuberger wurde zusammen mit seiner schwangeren Frau Erna, seiner Mutter Hedwig und seinen Schwiegereltern Reta und Bernhard Kolb am 18. Juni 1943 ins Ghetto Theresienstadt deportiert. Dort fungierte er in einem Jugendheim als Vorbeter. Am 28. September 1944 (Jomkipur) hielt er den ganzen Tag Gottesdienst. In der Nacht wurden er und Erna nach Auschwitz deportiert, Julius Neuberger wurde von dort am 10. Oktober 1944 nach Kaufering, einem Außenlager des KZ Dachau gebracht, wo er am 21. Februar 1945 im Alter von 39 Jahren starb. Erna wurde schwanger deportiert, gebar in Bergen-Belsen einen Jungen, beide sind zwei Tage später gestorben (März 1945). Hedwig Neuberger wurde in Auschwitz ermordet.
Wohnort: Nürnberg
Regierungsbezirk: Mittelfranken

(mehr Informationen)
Bemerkungen: Julius Neuberger war Lehrer an der jüdischen Konfessionsschule Nürnberg. Nach der Emigration von Rabbiner Klein übernahm er dessen Vertretung. Er war der letzte Lehrer und Prediger der israelitischen Kultusgemeinde in Nürnberg. Neuberger war mit der Tochter des Geschäftsführers der IKG und Chronisten der Geschichte der Juden in Nürnberg, Bernhard Kolb, Erna (bei ihrer Deportation 19 Jahre alt), verheiratet.

Quellen:
  • http://www.statistik-des-holocaust.de
  • Müller 1968
  • Archiv der KZ-Gedenkstätte Dachau
  • Bundesarchiv Gedenkbuch
  • Rijo Kolb

Neuberger, NN

Wohnort: Bamberg
Regierungsbezirk: Oberfranken

(mehr Informationen)
Bemerkungen: Hat sich 1937 als Nachfolger für Justin Fränkel an die jüdische Schule Bamberg beworben.

Quellen:
  • Stadtarchiv Bamberg

Neuhaus, Eliser

Geboren: 04.10.1881 in Sulzbürg (Opf.)
Beruf: Lehrer
Verfolgung: Eliser Neuhaus wurde am 16.11.1938 ins Konzentrationslager Dachau gebracht.
Wohnort: Siegburg

(mehr Informationen)

Quellen:
  • Archiv der KZ-Gedenkstätte Dachau

Quellen:

Neumann, Hugo

Geboren: 20.07.1898 in Burgpreppach
Beruf: Lehrer
Verfolgung: Hugo Neumann wurde am 15. November 1938 ins Konzentrationslager Dachau gebracht.
Wohnort: Würzburg
Regierungsbezirk: Unterfranken

(mehr Informationen)
Bemerkungen: Hugo Neumann studierte von 1915 bis 1919 an der Israelitischen Lehrerbildungsanstalt (ILBA) in Würzburg. 1938 war er Lehrer in Vallendar/Pfalz.

Quellen:
  • Strätz 1989
  • Archiv der KZ-Gedenkstätte Dachau

Neumann, Leo (Loebel?)

Geboren: 07.01.1895 in Mixstadt
Gestorben: in Auschwitz
Konfession: israelitisch
Beruf: Kantor, Religionslehrer
Verfolgung: Leo Neumann wurde am 20. Dezember 1937 in München inhaftiert. Vom 10. November bis 22. Dezember 1938 war er im Konzentrationslager Dachau inhaftiert. Er wurde am 13. März 1943 im Alter von 48 Jahren ins Vernichtungslager Auschwitz deportiert und dort ermordet.
Wohnort: München
Regierungsbezirk: Oberbayern

(mehr Informationen)
Bemerkungen: Leo Neumann wurde in Mixstadt im preußischen Regierungsbezirk Posen (heute polnisch Mikstat) geboren.

Quellen:
  • Bundesarchiv Gedenkbuch
  • KZ-Gedenkstätte Dachau
  • Stadtarchiv München
  • Rijo

Neumann, Wolf

Gestorben: 20.10.1908 in Burgpreppach
Konfession: israelitisch
Titel: Oberlehrer
Beruf: Lehrer
Berufstätig an folgender Schule: Israelitische Präparandenschule Burgpreppach
Wohnort: Burgpreppach
Regierungsbezirk: Unterfranken

(mehr Informationen)
Bemerkungen: Wolf Neumann war von 1876 bis zu seinem Tod 1908 Lehrer an der Israelitischen Präparandenschule Burgpreppach. Mitbegründer des Israelitischen Lehrervereins.

Quellen:
  • alemannia judaica
  • Strätz 1989

Neumeyer, geb. Ephraim, Vera Charlotte

Geboren: 03.09.1893 in Görlitz
Gestorben: in Auschwitz (?)
Konfession: evangelisch
Beruf: Gymnastik-, Musik-, und Sprachlehrerin
Verfolgung: Vera Neumeyer wurde am 8. November 1938 mit ihren Kindern aus ihrem Haus in Dachau vertrieben. Beide Kinder emigrierten 1939 mit einem Kindertransport nach England. Vera wurde im Alter von 48 Jahren am 13. Juli 1942 mit dem sogenannten "Straftransport" aus München deportiert. Deportationsort war Auschwitz oder möglicherweise das Warschauer Ghetto. Ein früherer Forschungsstand, nach dem sie im April 1942 nach Piaski deportiert wurde, ist widerlegt (ihr Name steht in dieser Transportliste ebenfalls). Hans Neumeyer wurde am 4. Juni 1942 nach Theresienstadt deportiert und starb dort am 19. Mai 1944.
Wohnort: München
Regierungsbezirk: Oberbayern

(mehr Informationen)
Bemerkungen: Vera Ephraim stammte aus Görlitz. Sie war eines von vier Kindern des jüdischen Eisenwarenhändlers und späteren Ehrenbürgers der Stadt Görlitz, Martin Ephraim, der sich sehr um Kunst und Kultur verdient gemacht hat. Ihre Mutter Hildegard war eine geborene Rauthe und stammte aus einer evangelischen Familie. Vera war ebenfals evangelisch, studierte in Hellerau bei Dresden rhythmische Gymnastik. Hier lernte sie den Dozenten der Fächer Akustik und Improvisation, Hans Neumeyer kennen. Neumeyer ging nach München, um dort an der von ihm mitbegründeten Jaques-Dalcroze-Schule zu unterrichten. Am 12. Juli 1920 heirateten Vera Epharaim und Hans Neumeyer. Sie zogen nach Dachau in die Hindenburgstraße (heute: Hermann-Stockmann-Straße) 10. 1923 und 1924 wurden ihre beiden Kinder Ruth und Raimund geboren und wie Vera evangelisch getauft. Nachdem Hans Neumeyer, der Jude war, 1933 nicht mehr unterrichten durfte, hielt Vera die Familie mit privatem Sprachunterricht über Wasser. Im November 1938 wurde die Familie aus Dachau vertrieben und kam in München bei Bekannten unter. Es gelang den Eltern, ihre Kinder auf einen Kindertransport nach England zu schicken. Vera und Hans Neumeyer gelang die Flucht nicht mehr. In einem Brief schreibt Vera Neumeyer am 30. September 1941 an ihr einstiges Hausmädchen, dass auch sie jetzt einen Judenstern tragen und Zwangsarbeit in einer Gärtnerei leisten muss. Nur an den Wochenenden konnte sie noch einige Privatstunden geben. Ihre Kinder sah sie nie wieder.

Quellen:
  • Bundesarchiv Gedenkbuch
  • http://statistik-des-holocaust.de
  • ITS Digitales Archiv
  • Stadtarchiv München
  • Stadtarchiv Dachau
  • Holzhaider 2006
  • StAM
  • Rijo
  • Kretzschmar 2010

Neumeyer, Hans

Geboren: 13.09.1887 in München
Gestorben: 18.05.1944 in Theresienstadt
Beruf: Musiklehrer
Verfolgung: Ab 1933 durfte Hans Neumeyer nicht mehr unterrichten. Die Familie von Hans Neumeyer wurde am 8. November 1938 aus ihrem Haus in Dachau vertrieben. Beide Kinder emigrierten 1939 mit einem Kindertransport nach England. Hans Neumeyer wurde am 4. Juni 1942 nach Theresienstadt deportiert und starb dort am 18. Mai 1944 im Alter von 56 Jahren.
Wohnort: München
Regierungsbezirk: Oberbayern

(mehr Informationen)
Bemerkungen: Hans Neumeyer ist als Kind auf einem Auge erblindet und verlor in seiner Jugend durch einen Unfall das zweite Auge. Von 1911 bis 1913 studierte er in München an der Königlichen Akademie der Tonkunst und arbeitete dann eine Zeit lang in Hellerau bei Dresden, wo er seine spätere Frau Vera Ephraim kennen lernte. Zusammen mit der Tänzerin Valeria Cratina gründete er in München die Jaques-Dalcroze-Schule und begann dort auch zu unterrichten. Am 12. Juli 1920 heiratete er die Gymnastik-, Musik- und Sprachlehrerin Vera Ephraim und zog kurz darauf mit ihr nach Dachau in die Hindenburgstraße (heute: Hermann-Stockmann-Straße) 10. 1923 und 1924 wurden die beiden Kinder Ruth und Raimund geboren. Nach der Vertreibung aus Dachau lebte die Familie in München.

Quellen:
  • StAM
  • http://www.statistik-des-holocaust.de
  • Bundesarchiv Gedenkbuch
  • Rijo
  • Stadtarchiv München
  • Holzhaider 2006
  • Stadtarchiv Dachau
  • ITS Digitales Archiv

Neustädter, Gustav

Geboren: 27.09.1892 in Sulzbürg (Opf.)
Gestorben: in Ghetto Krasniczyn
Konfession: israelitisch
Beruf: Religionslehrer, Kantor, Schächter
Verfolgung: Gustav Neustädter war vom 16. November bis 1. Dezember 1938 im KZ Dachau inhaftiert. Am 24. April 1942 wurde Gustav Neustädter im Alter von 49 Jahren zusammen mit seiner Frau Paula, geb. Bacharach, und seinem jüngsten Sohn Ernst ins Ghetto Krasniczyn deportiert. Alle wurden ermordet. Die beiden älteren Söhne Jakob und Siegfried konnten emigrieren.
Wohnort: Bad Kissingen
Regierungsbezirk: Oberpfalz, Unterfranken

(mehr Informationen)
Bemerkungen: Gustav Neustädter studierte an der Israelitischen Präparandenschule Höchberg. Er war vor dem Krieg als Schächter und Religionslehrer in Cham angestellt. 1914 meldete er sich zum Kriegsdienst. Nach dem Kriegsdienst arbeitete er in Adelsdorf und Maßbach. Ab 1924 war er Schächter, Hilfskantor und Lehrer in Bad Kissingen. Die Familie wohnte in der Maxstr. 10 im Gemeindehaus neben der Synagoge. Nach der Emigration des Lehrers Ludwig Steinberger im Mai 1937 wurde Neustädter erster Kantor und Lehrer. Von 1939 bis 1942 hatte er auch das Amt des Gemeindevorstands inne. Er musste den Verkauf der zerstörten Synagoge an die Stadt Kissingen durchführen und mit seiner Familie zur Untermiete in die Hennerichstr. 33 ziehen. Begründer des Schochtimverbands Bayern 1927.

Quellen:
  • alemannia judaica
  • CAHJP
  • KZ-Gedenkstätte Dachau
  • Gedenkbuch Bundesarchiv
  • Stolperstein-Initiative Bad Kissingen
  • compact memory

Neuwirth, Samuel

Geboren: 1867 in Sebeskellemes/Slowakei
Gestorben: 1941 in Stuttgart
Konfession: israelitisch
Titel: Dr.
Beruf: Rabbiner, Lehrer
Berufstätig an folgender Schule: Präparandenschule Schwabach
Wohnort: Ichenhausen
Regierungsbezirk: Schwaben

(mehr Informationen)
Bemerkungen: Dr. Samuel Neuwirth war Dozent der Präparandenschule in Schwabach, Lehrer und Prediger in Frankfurt und bis 1924 Bezirksrabbiner in Bingen. Am 5. September 1924 trat er die Stelle des Distrikrabbiners von Ichenhausen an, wo er bis 1932 blieb. Er war mit Babette Rosenfelder verheiratet, die 1871 in Würzburg geboren worden war. 1934 zog Dr. Neuwirth nach Stuttgart. Dort starb er 1941. Seine Frau wurde 1942 nach Theresienstadt deportiert und 1942/1943 in Maly Trostinec ermordet.

Quellen:
  • alemannia judaica
  • StAA

Nußbaum, Fritz

Geboren: 14.03.1902 in Maßbach
Gestorben: 1942 in Sobibor
Konfession: israelitisch
Beruf: Lehrer, Kaufmann
Berufstätig an folgender Schule: Israelitische Präparandenschule Burgpreppach
Verfolgung: Fritz Nußbaum wurde am 24. März 1942 10 Tage nach seinem 40. Geburtstag mit seiner Frau Herta und den sechs Kindern Moses (9 Jahre), Berta (8), Ari (6), Josef (4), Adelheid (3)und Judis (2) nach Izbica deportiert und im Vernichtungslager Sobibor getötet.
Wohnort: Nürnberg
Regierungsbezirk: Mittelfranken

(mehr Informationen)
Bemerkungen: Fritz Nußbaum stammte aus Maßbach in Unterfranken. Er war ein Sohn des Lehrers Moses Nußbaum und dessen Frau Adelheid, geb. Gutmann.
Nußbaum war Kaufmann und Lehrer. Von 1919 bis 1922 machte er eine Lehre. Er war in der Schuhgroßhandlung H. Buxbaum & Co. agestellt. Später Studium am jüdischen Lehrerseminar in Köln. Nach der Ausbildung war er Volksschullehrer in Berlin. 1930/31 wurde er für den Besuch der Jeschiwah in Mir in Polen (heute Weißrussland) beurlaubt. Aus den Geburtsdaten der Kinder lässt sich schließen, dass die Familie noch bis 1934 in Berlin gewohnt hat. 1932wurde der erste Sohn, Moses dort geboren, 1934 die Tochter Berta. Ab 1935 wohnten sie in Burgpreppach, wo Fritz Nussbaum an der Israelitischen Präparandenschule unterrichtete. Hier kamen vier weitere Kinder zur Welt. Letzte Adresse war in Nürnberg, Knauerstr. 27/0. Deportiert mit Herta (vermtl. geb 7. Juni 1912 in Fulda), Moses (geb. 26. Dezember 1932 in Berlin), Berta (geb. 24. Februar 1934 in Berlin), Ari (geb. 26. Mai 1935 in Burgpreppach), Josef (geb. 21. April 1937 in Burgpreppach), Adelheid (geb. 19. Mai 1938 in Burgpreppach) und Judis (10. Januar 1940 in Burgpreppach).

Quellen:
  • Rijo
  • Bundesarchiv Gedenkbuch
  • alemannia judaica

O

Offner, Hildegund

Verfolgung: Hildegund Offner wurde nach §3 des BBG wegen ihrer jüdischen Abstammung in den Ruhestand versetzt.

(mehr Informationen)

Quellen:
  • Schäffer 2001

Oppenheimer, Abraham

Geboren: 03.01.1834 in Arheiligen
Gestorben: 03.05.1905 in Würzburg
Konfession: israelitisch
Beruf: Lehrer, Verwalter, Hausmeister
Berufstätig an folgender Schule: Theilheim, ILBA
Wohnort: Theilheim/Schweinfurt
Regierungsbezirk: Unterfranken

(mehr Informationen)
Bemerkungen: War ab 1883 Lehrer und Hausmeister an der Israelitischen Lehrerbildungsanstalt (ILBA) Würzburg. Vorher Lehrer in Theilheim. Vorstandsmitglied des Israelitischen Wanderunterstützungsvereins Würzburg. Ab 1900 im Ruhestand. Vater des Bamberger Lehrers Maier Oppenheimer, Großvater des Fürther Lehrers Hermann Mandelbaum.

Quellen:
  • Strätz 1989

Oppenheimer, Hirsch

Geboren: 30.12.1867 in Miltenberg/Ufr.
Gestorben: in Israel?
Konfession: israelitisch
Beruf: Lehrer, Kantor, Schächter, Kultusbeamter
Berufstätig an folgender Schule: Jüdische (Religions-?) Schule Laudenbach